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Beim Bahnhof Nänikon entsteht ein imposanter Gewerbepark

An der Bahnstation Nänikon-Greifensee ein Bau mit Holz als dominantem Baustoff in die Höhe. Was das mit der Ustermer Politik zu tun hat.

Noch deutet wenig darauf hin, dass der Gewerbepark Station Nänikon bereits 2025 bezugsbereit sein wird.

Foto: Sandro Compagno

Beim Bahnhof Nänikon entsteht ein imposanter Gewerbepark

Klaus-Häberlin AG zieht um

Seit Jahren suchte die Ustermer Traditionsfirma Klaus-Häberlin AG einen neuen Standort. Fündig geworden ist sie beim Bahnhof Nänikon-Greifensee.

Die Stadt Uster will ein «attraktives Stadtzentrum». So lautet der Titel des Projekts, das die drittgrösste Stadt des Kantons lebenswerter machen will. Neben dem motorisierten Verkehr gehören vor allem auch das Wohnen und Arbeiten im Stadtzentrum zu den Kernthemen.

Wohnungen, Gastronomie, Dienstleistung – so in etwa lässt sich die stadtplanerische Dreifaltigkeit für das Ustermer Stadtzentrum umschreiben. Industrielle Betriebe und Werkstätten wünscht man sich in die Peripherie. Ein solcher, alteingesessener Handelsbetrieb ist die Klaus-Häberlin AG an der Industriestrasse, unmittelbar nördlich des Bahnhofs.

Seit bald 90 Jahren führt das Familienunternehmen Generalvertretungen für Verbrennungsmotoren und Industriedichtungen. Seit 2010 steht die Werkstatt auch Endkunden offen. Es werden Gartengeräte wie Rasentraktoren, Rasenroboter oder Motorsägen repariert und gewartet. Verkauft werden Qualitätsmarken wie Stihl, Husqvarna oder EGO. Mittlerweile gehören auch Elektro-Kleinstfahrzeuge und Elektroroller zum Angebot.

Das einstöckige Firmengebäude stammt aus den 1950er Jahren und wirkt im Ustermer Stadtzentrum aus der Zeit gefallen.

Ein älteres, einstöckiges Gewerbehaus im Zentrum von Uster.
Der heutige Standort der Klaus-Häberlin AG im Zentrum von Uster. Die Baubewilligung für ein fünfgeschossiges Wohn- und Gewerbehaus liegt bereits vor.

«Umzug hat nichts mit der Stadtentwicklung zu tun»

Seit 2017 hatte Geschäftsführer Rolf Kunz nach einem geeigneten neuen Standort in Uster und Umgebung gesucht. «Diese Suche hat nichts mit der Ustermer Stadtentwicklung zu tun», so Kunz. «Wir platzen hier einfach aus allen Nähten.»

Fündig geworden ist er in Nänikon: Vom Architektur- und Holzbau-Unternehmen Schindler & Scheibling AG konnte Kunz ein genügend grosses Grundstück direkt neben dem Bahnhof Nänikon-Greifensee erwerben. Schindler & Scheibling ist denn auch für den Neubau zuständig. Die Kosten des Neubaus belaufen sich auf gut 22 Millionen Franken.

Bei einer Begehung mit Bauplaner Andrea Petruzzi und Vermarkter Richard Schneider von der Keller Immobilien-Treuhand AG in Wallisellen Mitte September ist noch nicht zu erkennen, dass hier ein nachhaltiger Holzbau entstehen soll.

Zwei Männer mit Bauhelmen stehen auf einer Betonplatte.
Andrea Petruzzi (links) ist für die Bauplanung zuständig, Richard Schneider für die Vermarktung durch die Keller Immobilien-Treuhand AG in Wallisellen.

Und es ist nicht zu erahnen, dass das gesamte Gewerbehaus bereits im Frühjahr 2025 stehen und gegen Ende Jahr bezogen sein wird. Sichtbar sind erst das Fundament aus Beton und eines von zwei Treppenhäusern (mit Lift), welche die vier Geschosse dereinst miteinander verbinden werden.

Beheizt wird der Gewerbepark mittels Erdsonden-Wärmepumpen, auf dem Dach wird eine Photovoltaikanlage von rund 1000 Quadratmetern einen Teil des benötigten Stroms produzieren.

Nachhaltiger Bau aus vorgefertigten Holzelementen

«Der gesamte Hochbau wird aus Holzelementen bestehen», erklärt Bauplaner Petruzzi. Diese werden von Schindler & Scheibling in Saland und Uster vorgefertigt und brauchen anschliessend nur noch montiert zu werden. Ab Mitte November soll der Aufbau beginnen, Ende Jahr wird der Rohbau des südlichen Teils des Gewerbeparks bereits stehen.

Rund 1560 Kubikmeter Holz werden verbaut. Das Fichten- und Tannenholz stammt, wenn immer möglich, aus der Region. Entstehen wird dabei ein neuer, grösserer Standort für die Klaus-Häberlin AG, die rund 1300 Quadratmeter Fläche für Showroom, Werkstätten, Lager und Administration belegen wird.

Keller Immobilien ist für die Vermietung der übrigen rund 3200 Quadratmeter verantwortlich. Knapp 1000 m² verteilen sich auf fünf sogenannte KMU-Boxen. Das sind kleine Werkstatt-, Lager- und Verkaufsflächen im Erdgeschoss, zu denen auch Besucherparkplätze gehören.

Weitere 2200 m² Bürofläche stehen im ersten bis dritten Obergeschoss zur Verfügung. Dazu kommt eine Tiefgarage mit rund 75 Einstellplätzen für Autos und Motorräder.

«Beim Innenausbau können wir die Flächen flexibel an die Bedürfnisse der einzelnen Mieter anpassen», sagt Richard Schneider. Klar ist, dass die Ustermer Kita Seegarten in Nänikon einen vierten Standort eröffnen wird.

Und ein Blick auf die Website des Gewerbeparks zeigt: Auch alle anderen Flächen sind bereits reserviert oder zumindest «vorreserviert». Er sei zuversichtlich, bis zum Bezugstermin sämtliche Flächen zu vermieten, sagt Vermarkter Schneider.

Rolf Kunz von der Klaus-Häberlin AG freut sich darauf: «Sobald das Haus steht, werden wir unsere Firma nach Nänikon verlegen.» Auch für den aktuellen Standort in Uster liegt ein bereits bewilligtes Bauprojekt vor: An der Industriestrasse soll ein fünfstöckiges Wohn- und Gewerbehaus entstehen. Passend für ein attraktiver werdendes Stadtzentrum.

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