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Sie bauen für Migros, Coop und Herzog & de Meuron

Die Jegen AG in Illnau-Effretikon hat sich in den letzten Jahrzehnten mehrfach neu erfunden. Was die Stararchitekten Herzog & De Meuron damit zu tun haben.

Jedes Jahr vergeben Lindau und Illnau-Effretikon einen Anerkennungspreis (von links): Lindaus Gemeindepräsident Bernard Hosang, Reto Jegen und Marco Nuzzi, Stadtpräsident von Illnau-Effretikon.

Foto: Sandro Compagno

Sie bauen für Migros, Coop und Herzog & de Meuron

Anerkennungspreis für Jegen AG in Effretikon

Der Anerkennungspreis von Illnau-Effretikon und Lindau geht dieses Jahr an einen der grössten Arbeitgeber der Stadt.

Die Jegen AG aus Effretikon gewinnt den diesjährigen Anerkennungspreis der Stadt Illnau-Effretikon und der Gemeinde Lindau. Mit 7000 Franken ist der Preis dotiert, der seit dem Jahr 2000 an Unternehmen geht, die sich bezüglich Kreativität, Innovationskraft, Förderung der Berufsbildung, Nachhaltigkeit oder Imageförderung hervorgetan haben.

Innovativ ist die Jegen AG seit ihrer Gründung in den 1950er Jahren. Anton Jegen – bis 1974 Gemeindepräsident von Illnau-Effretikon – baute damals auf Basis der Handwerke Schreinerei und Metallbau/Spenglerei eine Spezialwerkstatt für den kommerziellen Innenausbau auf. Der Ladenbau und Einrichtungen für die Gastronomie rückten stetig mehr in den Fokus.

Migros, Coop, Manor und Globus als Kunden

Zu den Kunden gehörten und gehören diverse Migros-Genossenschaften (inklusive Tochterformate wie Migrolino, Micasa, Alnatura), Manor, Globus, Swisscom, Samsung Schweiz oder Coop. Diese Spezialisierung auf Retail und Gastro ist noch immer ein wichtiges Standbein der heutigen Jegen AG. Die Firma ist im Besitz der vier Söhne von Anton Jegen – zwei von ihnen sind im Tagesgeschäft tätig.

Doch das Geschäft mit den Ladeneinrichtungen schrumpft: Es gibt immer weniger unabhängige Ladenketten, der Onlinehandel führt zu kleineren Verkaufsflächen, und Einrichtungskomponenten werden vermehrt importiert. «Wir spüren den Strukturwandel», sagte CEO und Verwaltungsratspräsident Reto Jegen, der den Anerkennungspreis von Illnau-Effretikons Stadtpräsident Marco Nuzzi (FDP) entgegennahm.

Geschwungene Glaswandelemente mit Brandschutzfunktion.
Eine Innovation der Jegen AG: geschwungene Glaswandelemente mit Brandschutzfunktion.

Die Jegen AG hat auf diesen Wandel reagiert, eine zusätzliche Spezialisierung für die eigene Produktion gesucht und im Bereich brandhemmender Tür- und Wandlösungen gefunden. In Effretikon werden heute spezielle Türen, Tore und Wände entwickelt und hergestellt, die nicht nur für Brandschutz sorgen, sondern auch ästhetisch überzeugen.

Brandschutz bei Roche und am Kinderspital

Letzteres ist auch Jacques Herzog und Pierre de Meuron aufgefallen. So wurden in den neuen Forschungszentren von Roche in Basel oder auch im neuen Kinderspital in Zürich von Jegen entwickelte Glaswandelemente verbaut, die einem Feuer bis zu 90 Minuten widerstehen können. Die Entwürfe stammen von den beiden Stararchitekten aus Basel.

Das Firmengebäude der Jegen AG in Effretikon.
Die Jegen AG ist seit rund 70 Jahren in Effretikon tätig. Das Unternehmen ist vollständig im Familienbesitz.

Rund 100 Mitarbeitende beschäftigt die Jegen AG in Effretikon und gehört damit zu den grössten Arbeitgeberinnen der Stadt. Illnau-Effretikons Stadtpräsident Marco Nuzzi betonte in seiner Laudatio neben der Innovationskraft auch die langjährige Ortsansässigkeit des Familienbetriebs.

Reto Jegen will seine 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Anerkennungspreis teilhaben lassen. Mit den 7000 Franken Preisgeld wird er die Auszeichnung mit ihnen allen feiern: «Schliesslich sind es unsere Mitarbeitenden, die für die Innovation verantwortlich sind.»

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