Bank BSU in Uster wächst bei rückläufigem Zinserfolg
Bilanzsumme auf 1,2 Milliarden gestiegen
Die Ustermer Genossenschaftsbank BSU wächst wieder. Doch die Wolken am Zinshimmel haben sich verdüstert.
Gleich zweimal hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Leitzinsen im ersten Semester 2024 gesenkt. So erfreulich diese Entwicklung für die Hypothekarschuldner ist, so unwillkommen ist sie für Banken wie die BSU, deren Kerngeschäft die Finanzierung von Wohnraum ist.
«Die Zinsen für Hypotheken wurden dadurch wieder günstiger», schreibt die Genossenschaftsbank aus Uster in ihrer Mitteilung zum Halbjahresergebnis. «Gleichzeitig blieb die Verzinsung von Sparkonti der Bank BSU unverändert.» Als Resultat sank der Bruttoerfolg aus dem Zinsengeschäft im Vergleich zur Vorjahresperiode um 12 Prozent auf 5,07 Millionen Franken.
Schwieriger Vergleich mit 2023
«Das sieht dramatischer aus, als es ist», sagt Damian Lanter, Vorsitzender der Geschäftsleitung. «Das Jahr 2023 mit mehreren Zinserhöhungen in kurzer Zeit war ein absolutes Ausnahmejahr und taugt eigentlich nicht als Vergleichsgrösse.» Zudem profitierten die Sparerinnen und Sparer seiner Bank weiterhin «von einer attraktiven Verzinsung ihrer Kontoguthaben».
Die Bank BSU mit Standorten in Uster, Volketswil und Dübendorf befindet sich weiter auf Wachstumskurs: Die Bilanzsumme erhöhte sich in der ersten Jahreshälfte auf 1,2 Milliarden Franken (+1,14 Prozent). Die Hypothekarforderungen nahmen im ersten Semester um 2,14 Prozent oder 22,7 Millionen auf 1,09 Milliarden Franken zu. Die Kundeneinlagen und Kassenobligationen auf der anderen Seite der Bilanz stiegen total um 1,56 Prozent.
Stark gewachsen sind die Kundenvermögen in Wertschriftendepots und Vermögensverwaltungsmandaten sowie in den Anlagen der Säule 3a. Unterstützt durch die positive Entwicklung der Aktienmärkte, wuchsen diese Positionen um 10,5 Prozent. Entsprechend konnte die Bank BSU ihre Gebührenerträge leicht steigern.
Unter dem Strich bleibt aus den Monaten Januar bis Juni ein Geschäftserfolg von 816’000 Franken. Das sind 41 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des ausserordentlichen Jahrs 2023, ist aber mehr als doppelt so viel wie 2022.
