Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Wirtschaft

Huber+Suhner in Pfäffikon hat die Talsohle durchschritten

Der Industriekonzern Huber+Suhner macht weniger Umsatz, vermeldet aber markant mehr Aufträge. Die Börse reagiert fast schon euphorisch.

Huber+Suhner machte im ersten Halbjahr 2024 weniger Umsatz, vermeldet aber einen starken Anstieg beim Auftragseingang. (Archiv)

Foto: PD/René Niederer

Huber+Suhner in Pfäffikon hat die Talsohle durchschritten

Weniger Umsatz, mehr Aufträge

Huber+Suhner muss einen erneuten Umsatzrückgang vermelden. Doch die Aussichten für den Pfäffiker Industriekonzern sind ausgezeichnet.

430,6 Millionen Franken verdiente Huber+Suhner im ersten Halbjahr 2024. Das ist im Vergleich zur Vorjahresperiode ein Rückgang von 9,8 Prozent. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Wichtiger ist eine andere Kennzahl: Der Spezialist für elektrische und optische Verbindungstechnik weist einen Auftragseingang von 521,0 Millionen Franken aus – das ist ein starkes Plus von 14,9 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode und der höchste Auftragseingang, den Huber+Suhner in der Firmengeschichte vermelden durfte.

Vergleicht man den Auftragseingang mit dem zweiten Halbjahr 2023, ergibt sich sogar ein Plus von 41,5 Prozent. Das sind hervorragende Neuigkeiten aus Pfäffikon. Damit hat der Industriekonzern die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Entsprechend legte die Aktie von Huber+Suhner schon bei Börsenstart um mehr als 10 Prozent zu. «Wir befinden uns in einer Turnaround-Situation», stellte CEO Urs Ryffel an der Präsentation der Halbjahreszahlen fest. Und er sei überzeugt, dass man auch das etwas unschöne Bild des Umsatzrückgangs «in der zweiten Jahreshälfte korrigieren» werde.

Ein Mann im Anzug steht hinter einem Rednerpult. Dieses ist mit «Huber+Suhner» beschriftet.
Urs Ryffel, CEO von Huber+Suhner, durfte ausgezeichnete Zahlen präsentieren. (Archiv)

Die Kosten im Griff

Unter dem Strich bleiben für das erste Semester 2024 ein 11,7 Prozent tieferer Betriebsgewinn von 41,5 Millionen Franken auf Stufe Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) und ein Reingewinn von 34,8 Millionen (–9 Prozent).

Bemerkenswert ist die Ebit-Marge von 9,6 Prozent. Geholfen habe hier eine tiefe Steuerrate, schreibt das Unternehmen in einer Medienmitteilung. Dass die Ebit-Marge trotz weniger Umsatz immer noch im Zielband zwischen 9 und 12 Prozent liegt, zeigt aber auch, dass Huber+Suhner in einem schwierigen Umfeld die Kosten im Griff hat.

Der Personalbestand weltweit lag bei 4150 Mitarbeitenden (Vorjahr: 4278), wobei der Rückgang hauptsächlich in China sowie in der Schweiz erfolgte. Hier sank der Bestand auf 1171 Mitarbeitende (Vorjahr: 1184).

Solide Nachfrage in Wehrtechnik, Luft- und Raumfahrt

Huber+Suhner teilt sein Geschäft in drei Marktsegmente auf: Industrie, Kommunikation und Transport. «Diese Diversifikation verleiht dem Unternehmen eine hohe Widerstandskraft in einem volatilen Umfeld», so Urs Ryffel. Die Aussichten in allen drei Segmenten seien mittel- und langfristig gut.

Das Industriesegment konnte aufgrund der soliden Nachfrage in der Luft- und Raumfahrt sowie der Wehrtechnik wie erwartet die Talsohle hinter sich lassen, wie das Pfäffiker Unternehmen mitteilt.

Kabelhersteller Huber+Suhner in Pfäffikon. Pressebilder.
Blick in die Produktion von Huber+Suhner. (Archiv)

Im Kommunikationssegment zeige die Entwicklung dank einzelnen grossen Projekterfolgen in einem global nach wie vor schwachen Marktumfeld wieder «signifikant nach oben». Das Transportsegment kam nach der starken Erholung in den letzten zwei Jahren nicht an die Werte der Vorjahresperiode heran.

Insgesamt gibt sich Huber+Suhner gute Zensuren für das Abschneiden im ersten Halbjahr 2024: Man habe sich «in einem Umfeld mit vielfältigen Herausforderungen gut behauptet» und befinde sich für das Gesamtjahr in einer soliden Ausgangslage.

Das Unternehmen blickt zuversichtlich in die nahe Zukunft: In den Zielmärkten böten sich weiterhin attraktive Chancen. Im Industriesegment geht das Unternehmen davon aus, dass das Potenzial in der Luft- und Raumfahrt sowie der Wehrtechnik noch nicht ausgeschöpft ist und mittelfristig auch das Geschäft mit Schnellladesystemen wieder an Dynamik zulegen wird.

Im globalen Kommunikationsmarkt dürfte die Erholung auf breiter Front noch etwas länger auf sich warten lassen. Allerdings sieht die Huber+Suhner Gruppe mit ihren Technologien Geschäftsmöglichkeiten, die von der generellen Marktentwicklung entkoppelt sind. Im Transportmarkt seien nun marktfähige elektrifizierte Nutzfahrzeuge für fast alle Bedürfnisse verfügbar, «sodass der Durchbruch von E-Lkw und E-Bussen lediglich eine Frage der Zeit sein dürfte». 

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns