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Zwischen Frittieröl und Glace – er liebt den Stress im Badi-Kiosk Hinwil

Andere machen Ferien, wenn er arbeitet. Dominik Kucharczyk liebt die Abwechslung im Kiosk der Badi Hinwil, auch wenn es stressig zu und her geht.

Dominik Kucharczyk schätzt die Abwechslung im Badi-Kiosk Hinwil.

Foto: Jan Gubser

Zwischen Frittieröl und Glace – er liebt den Stress im Badi-Kiosk Hinwil

Büeze in den Ferien

Wenn andere baden oder eine Glace geniessen, arbeitet Dominik Kucharczyk im Kiosk der Badi Hinwil. Für ihn ist es genau der richtige Sommerjob.

Auf den wenigen Quadratmetern des Kiosks in der Badi Hinwil geht es zackig zu und her. Vorne steht Belinda Selmani an der Kasse und nimmt die Bestellungen entgegen, während auf der rechten Seite Dominik Kucharczyk eine grosse Portion Pommes würzt und in einer Metallschüssel schwingt.

Von links zieht der Duft von Frittieröl und frischen Pommes durch den Raum. Neben den Fritteusen und der Bratfläche ist die Hitze noch stärker zu spüren als draussen. Nach wenigen Minuten im Kiosk perlt bereits der Schweiss den Körper herunter. Lediglich der Ventilator an der Decke bringt ein wenig Abkühlung.

Laufender Betrieb des Kiosks in der Badi Hinwil.
Im Minutentakt werden die Pommes frites im Öl gebadet.

Wenige Schritte entfernt sitzt im selben Raum der Geschäftsführer Heinz Rüegg an der zweiten Kasse; er kümmert sich um die Badi-Eintritte.

Laufender Betrieb des Kiosks in der Badi Hinwil.
Heinz Rüegg begrüsst die Badi-Gäste am Eingang bei der Kasse.

An diesem Dienstagnachmittag stehen fünf Personen im Einsatz. Alles muss Hand in Hand gehen. «Fast alle hier können an jeder Station arbeiten», erklärt Dominik Kucharczyk, der seine dritte Saison im Hinwiler Badi-Kiosk arbeitet.

Schnelles Essen

«Hast du noch Chicken-Nuggets?», fragt der 23-Jährige den Koch. Er steht bei der Zubereitungsstation, wo das warme Essen das letzte Mal vor dem Ausliefern kontrolliert wird. Am beliebtesten sind Hotdogs, Chicken-Nuggets und Pommes frites.

Vor Kucharczyk hängen die Quittungen der offenen Bestellungen an der Wand. Über den Mittag von 11 bis 14 Uhr und abends ab 18 Uhr ist das Personal stark gefordert. Dann wollen die meisten Badi-Gäste etwas Warmes essen.

«Binnen maximal 15 Minuten sollte eine Bestellung herausgegeben werden», erklärt Geschäftsführer Heinz Rüegg. Die Speisekarte ist deshalb schlank gehalten. Zur Auswahl stehen Klassiker wie Hotdogs, Fritten, Burger mit Fleisch oder in der Vegi-Variante und Chicken-Nuggets. Aber auch Salatbowlen, Fischknusperli und Schnitzelbrot stehen auf der Karte. Je grösser die Auswahl für die Besuchenden ist, desto aufwendiger wird die Zubereitung und desto länger dauert es, bis die Gäste ihr Essen bekommen.

Immer in Bewegung

Die Arbeit im Badi-Kiosk ist ein Sommerjob von Mai bis September. An guten Tag geniessen gerne mal 1500 bis 2000 Leute ihren Tag in der Badi – mit warmen Speisen, Glacen, kühlen Getränken und Süssigkeiten.

Obwohl Kucharczyk regelmässig anderen Menschen zusehen muss, wie sie ihre Ferien geniessen, arbeitet er gerne im Kiosk. «Ich liebe es, wenn ich in Bewegung sein kann. Hier gibt es immer etwas zu tun.» Manchmal wäre er aber lieber bei seiner Familie in Polen. Das wird Kucharczyk nach der Saison nachholen.

Mit Humor bei der Arbeit

Für das Team ist ein lockerer und professioneller Umgang wichtig. Die Gespräche halten die Mitarbeitenden aber bei laufendem Betrieb meist kurz. «Sind die Burger schon bereit? Ich mache nochmals eine Portion Pommes.»

Ab und zu werden kleine Scherze gemacht. Nachdem Kucharczyk bei seiner Arbeit fotografiert wurde, meint er mit einem Lächeln: «Zum Glück war ich kürzlich noch beim Coiffeur.» Eine gute Stimmung lässt einen langen Arbeitstag gerne mal kürzer erscheinen.

Laufender Betrieb des Kiosks in der Badi Hinwil.
Auch der 23-Jährige kümmert sich hin und wieder um das Einkassieren.

Für Pausen bleibt den Mitarbeitenden wenig Zeit. Zwischendurch gelingt es, für ein paar Minuten draussen eine Zigarette zu rauchen. Immer wieder müssen sie jedoch ihre Pausen unterbrechen, weil neue Kundschaft bedient werden will.

Unklare Zukunft

Den Kiosk in der Badi Hinwil wird es in diesem Stil nicht mehr lange geben, für den Geschäftsführer ist es die letzte Saison als Pächter. Deshalb sucht die Gemeinde Hinwil einen neuen Betreiber. Aus den Reihen der Mitarbeitenden des Kiosks hat auch schon jemand Interesse.

Belinda Selmani, die sich am Mittwochnachmittag vorrangig um das Einkassieren gekümmert hat, wird sich als neue Pächterin bewerben. Sie hat auch schon konkrete Ideen, wie sie das Angebot des bestehenden Kiosks erweitern würde. «Gerne will ich Schöpfeis, Flammkuchen und Pizzas anbieten», meint Selmani. Sie arbeitet zurzeit an der Bewerbung, für die sie bis Ende September Zeit hat.

Laufender Betrieb des Kiosks in der Badi Hinwil.
Belinda Selmani hat bereits Ideen, wie sie den Kiosk weiterführen würde.

Zurück zu Dominik Kucharczyk: Er arbeitet auch im Winter – ausserhalb der Sommersaison – in der Gastronomie, entweder temporär bei seinem Chef Heinz Rüegg im Catering oder im Service in Polen. Allerdings wird der 23-Jährige nächstes Jahr wahrscheinlich nicht mehr hinter der Theke des Kiosks der Badi Hinwil stehen. Gerne möchte er in Polen ein Studium beginnen.

Sommerserie «Büeze in den Ferien»

Wer steht eigentlich den ganzen Tag am Glacestand, wenn Gross und Klein das Sommerwetter geniessen? Wer passt auf den geliebten Vierbeiner auf, wenn die Reise in ein fernes Land geht? Und wer kümmert sich darum, dass der Nachmittagsplausch auf dem Boot so läuft wie geplant?

In der fünfteiligen Serie stellen wir Ihnen Personen vor, die mit ihrer Arbeit dafür sorgen, dass andere die Ferien und die sonnige Sommerzeit geniessen können.

Teil 1 – Fellknäuel statt Ferien: Sie betreut vierbeinige Urlaubsgäste

Teil 2 – Bademeister in Bubikon hat seine Berufung gefunden

Teil 3 – Bootsvermieter in Pfäffikon hat auch nach 50 Jahren noch nicht genug

Teil 4 – Zwischen Frittieröl und Glace: Er liebt seinen Job im Badi-Kiosk Hinwil

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