Raiffeisen steigert Reingewinn um mehr als 50 Prozent
Starkes erstes Semester
Die Raiffeisenbank Zürcher Oberland darf mit dem ersten Halbjahr 2024 sehr zufrieden sein. Die Bank ist in allen Segmenten gewachsen.
Die Raiffeisenbank Zürcher Oberland wächst weiter. Im ersten Halbjahr 2024 konnte die Genossenschaftsbank mit Hauptsitz in Uster in allen Segmenten zulegen. Als Resultat wuchs der Gewinn kräftig auf 2,24 Millionen Franken, das ist ein Wachstum von 58 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode (1,42 Millionen).
Im Hypothekargeschäft behauptet die Bank im ersten Halbjahr 2024 ihre Marktposition. Das Volumen der Hypothekarausleihungen stieg leicht um 1,0 Prozent auf 1605 Millionen Franken an. Auf der anderen Seite der Bilanz zeigt sich ein ganz ähnliches Bild: Auch die Kundeneinlagen sind um 1,0 Prozent oder rund 17 Millionen Franken auf 1775 Millionen gestiegen.
Hypothekarausleihungen machen den weitaus grössten Teil der Bilanzsumme von rund 2 Milliarden Franken aus. Entsprechend wichtig ist für die Genossenschaftsbank das Zinsgeschäft, also die Differenz zwischen den Zinsen, die beispielsweise Hypothekarschuldner bezahlen, und jenen Zinsen, die Sparerinnen und Sparer auf ihren Konti erhalten. Drei Viertel des Geschäftsertrags stammen aus diesem Bereich.
Leichter Rückgang im Zinsdifferenzgeschäft
Nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Leitzinsen zuletzt zweimal gesenkt hat, verengen sich hier auch die Margen der Banken wieder. Dies erklärt den leicht tieferen Bruttoerfolg aus dem Zinsgeschäft im Vergleich zum Vorjahr. Die Raiffeisenbank Zürcher Oberland erwirtschaftete hier 10,58 Millionen Franken, das sind rund 5 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode (11,16 Millionen).
Dagegen konnte die Bank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023 den Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft deutlich um 17,3 Prozent auf 2,19 Millionen Franken steigern. Das Anlagegeschäft entwickelte sich durchwegs erfreulich. Das verwaltete Depotvolumen wuchs auch aufgrund des positiven Börsenumfelds von Januar bis Juni um 32,35 Millionen auf 422,86 Millionen Franken. Die aktuellen Turbulenzen an den Börsen dürften dieses Wachstum in den letzten Tagen allerdings wieder etwas gestutzt haben.
Daneben seien in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahrs zusätzliche 119 neue Wertschriftendepots sowie zahlreiche Fondssparpläne sowie Vermögensverwaltungsmandate eröffnet worden, schreibt die Bank in einer Medieninformation.
Geschäftsaufwand und Personalaufwand deutlich erhöht
Der Geschäftsaufwand erhöhte sich um 1,04 Millionen auf insgesamt 7,86 Millionen Franken, wobei sich der Sachaufwand mit 3,3 Millionen Franken oder um 18,5 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau bewegte. Hauptgrund für diese Entwicklung ist eine erhöhte Kostenverrechnung innerhalb der Raiffeisen-Gruppe.
Auch der Personalaufwand fiel mit einem Plus von 13,1 Prozent deutlich höher aus. Grund sind unter anderem fünf neue Mitarbeitende seit dem 30. Juni 2023. Damit beträgt der Personalbestand der Raiffeisenbank Zürcher Oberland aktuell 74 Personen, darunter drei Lernende. Für das zweite Halbjahr rechnet Lars Studer, Vorsitzender der Bankleitung, weiterhin mit einem stabilen Geschäftsgang.
«Wir sind auch eine Anlage- und Firmenkundenbank»

Herr Studer, der Erfolg aus dem Zinsdifferenzgeschäft der Raiffeisenbank Zürcher Oberland ist im ersten Halbjahr leicht zurückgegangen. Was sind die Gründe?
Lars Studer, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Zürcher Oberland: Im Zuge der Normalisierung des Zinsniveaus haben wir im letzten Jahr die Sparzinsen laufend erhöht. Dies führte im ersten Halbjahr zu einem höheren Zinsaufwand und somit zu einem tieferen Zinsergebnis. Darüber hinaus haben die beiden Leitzinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank im März und Juni 2024 um je 0,25 Prozent unter anderem einen unmittelbaren Einfluss auf unsere Zinserträge mit Saron-Hypotheken.
Die zweite Zinssenkung der SNB war erst im Juni. Rechnen Sie mit einem weiteren Rückgang in diesem für Ihre Bank sehr wichtigen Geschäft im zweiten Halbjahr?
Ja, dieser Rückgang wird sich im zweiten Halbjahr weiter akzentuieren. Aktuell rechnen wir für das zweite Halbjahr mit einer nochmaligen Leitzinssenkung von 0,25 Prozent. Um unsere Abhängigkeit vom Zinsgeschäft zu reduzieren, haben wir unser Anlage- und Firmenkundengeschäft in den vergangenen Jahren stark ausgebaut und zusätzlich in die Beratungskompetenz unserer Mitarbeitenden investiert. Heute kann ich sagen: Wir sind auch eine Anlage- und Firmenkundenbank.
Sie erwähnen in Ihrer Mitteilung zu den Halbjahreszahlen 119 neue Wertschriftendepots sowie zahlreiche Mandate zur Vermögensverwaltung. Hängt das mit dem Ende der Credit Suisse zusammen?
Die positive Entwicklung in diesem Geschäftsfeld zeichnet sich schon seit mehreren Jahren ab. Raiffeisen hat in den vergangenen Jahren stark in den Ausbau des Vorsorge- und Anlage- sowie Firmenkundengeschäfts investiert. Die Zahlen bestätigen uns in dem eigeschlagenen Weg und spiegeln das Vertrauen in unsere Bank.
