Oberländer Unternehmer sind bester Stimmung
Umfrage des Arbeitgeber-Verbands
Stimmungswandel bei den Unternehmern in der Region. Die jährliche Umfrage des Arbeitgeber-Verbands fördert ermutigende Zeichen aus Industrie und Gewerbe zutage.
Davon zu schreiben, dass bei den Oberländer Arbeitgebern die Champagnerkorken knallen, wäre übertrieben. Aber ein wenig Prosecco-Stimmung scheint bei den Unternehmen in der Region durchaus angezeigt. So jedenfalls lassen sich die Resultate der jährlichen Mitgliederbefragung des Arbeitgeber-Verbands Zürcher Oberland und rechtes Seeufer (AVZO) interpretieren.
Vor einem Jahr hatten sich die angeschlossenen Unternehmen noch sehr zurückhaltend über die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2023 geäussert. Nur jeder Dritte der Befragten hatte damals mit einer Verbesserung des Geschäftserfolgs gerechnet. Rückblickend lässt sich feststellen, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer damals zu pessimistisch waren (siehe Grafik).
58 Prozent der Befragten bezeichnen das Jahr 2023 im Rückblick als «sehr erfolgreich» oder zumindest «erfolgreich». Analog zum Erfolg hat sich die Wettbewerbsposition bei 59 Prozent (Vorjahr 48 Prozent) der Unternehmen im Jahr 2023 verbessert.
58 Unternehmerinnen und Unternehmer haben die Umfrage des AVZO beantwortet, das entspricht einer Rücklaufquote von rund 40 Prozent. «Die Firmen, die mitgemacht haben, sind repräsentativ für unsere Mitglieder», sagt AVZO-Geschäftsführer Jürg Neff, «sowohl was die Vertretung der Branchen als auch was die Grössenordnungen der Unternehmen betrifft».
Das über Erwarten erfolgreiche Geschäftsjahr 2023 beeinflusst die Erwartungen ans laufende Jahr: 47 Prozent (Vorjahr 35 Prozent) erwarten eine Verbesserung des Geschäftserfolgs, 35 Prozent gehen von einem gleichbleibenden Erfolg aus, und lediglich 18 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.
Jürg Neff zeigt sich selbst «etwas überrascht» angesichts der so positiven Resultate des Stimmungsbarometers: «Ich staune, wie gerade unsere exportorientierten Unternehmen die Stärke des Schweizer Frankens wegstecken.» Die grosse Innovationskraft und die hohe Qualität sieht Neff als Hauptgründe, dass die regionalen Unternehmen ihre Preise auch im internationalen Wettbewerb durchsetzen können.
Spannend ist auch ein Blick auf weitere Themen, zu denen der AVZO seine Mitglieder befragte. So sind beispielsweise die internationalen Lieferketten vier Jahre nach Ausbruch von Covid-19 kaum mehr ein Thema. Lediglich 7 Prozent der Unternehmen sehen die Logistik als aktuelle Herausforderung. Hier beschäftigen das Halten der Marge (46 Prozent), der Fachkräftemangel (43 Prozent) und die regulatorischen Hürden (38 Prozent) die regionalen Unternehmerinnen und Unternehmer deutlich stärker.
Abgefragt wurde erstmals auch der Megatrend künstliche Intelligenz (KI). Bei 32 Prozent der Unternehmen wird KI bereits eingesetzt, und 60 Prozent planen, diese mittelfristig zu nutzen. Lediglich 5 Prozent sagen, KI sei für sie kaum von Interesse.
Der Nutzen von KI wird vor allem in der Produktivitätssteigerung, dem Innovationspotenzial und dem Zeitmanagement gesehen.
