«Wir hatten jetzt den Mut, das Ganze abzusagen»
Organisator der Pfäffiker Mäss
Eigentlich findet die Pfäffiker Mäss alle drei Jahre statt. Doch nach der Absage aufgrund der Corona-Pandemie 2021 wird es auch dieses Jahr keine Messe geben. Vereinspräsident Stefan Krebs ordnet ein.
Seit Mitte Woche ist klar: Die Pfäffiker Mäss wird im November nicht stattfinden. Nur gerade für zwei Drittel der 900 Quadratmeter grossen Ausstellungsfläche gab es Interessenten. «Darum mussten wir die Reissleine ziehen», sagt Stefan Krebs, Präsident des Vereins Pfäffiker Mäss und Inhaber der auf Elektroinstallationen spezialisierten Krebs AG.
Die Anmeldefrist für die Gewerbetreibenden lief Ende Mai aus. «Danach sind wir noch gezielt auf potenzielle Aussteller zugegangen und haben sie ermuntert, sich anzumelden.» So seien noch einmal 150 Quadratmeter dazugekommen. Aber obwohl auch Kandidaten in Hittnau, Russikon und Fehraltorf angefragt wurden, konnte die nötige 80-Prozent-Auslastung nicht erreicht werden.
ZOM als Konkurrenz
«Viele haben uns gesagt, dass eine Teilnahme personell kaum stemmbar wäre, sowohl vom zeitlichen Aufwand als auch von der Entlöhnung her», führt Krebs aus. «Einige haben sich zudem für eine Teilnahme an der Züri Oberland Mäss entschieden und wollen oder können nicht auch noch an die lokale Messe kommen.» Zudem werde die traditionelle Form der Messe als veraltet wahrgenommen.
Die alle drei Jahre stattfindende Pfäffiker Mäss wurde 2018 zum letzten Mal durchgeführt. 2021 fiel sie der Corona-Pandemie zum Opfer. «Die letzte Durchführung war ein voller Erfolg, wir konnten die ganze Fläche vermieten und haben sogar mit einem kleinen Plus abgeschlossen», sagt Stefan Krebs.
Dass die Messe 2021 nicht durchgeführt wurde, habe sich im Rückblick als richtige Entscheidung erwiesen. «Es wäre eine Maskenveranstaltung geworden.»
Wenn die Masse sagt, dass das Konzept veraltet ist, dann ist das auch okay so.
Stefan Krebs
Präsident des Vereins Pfäffiker Mäss
Mittlerweile hätten die Gewerbetreibenden neue Möglichkeiten zur Werbung gefunden. «Und bei vielen läuft der Laden so gut, dass sie mit dem Tagesgeschäft und dem Fachkräftemangel bereits am Anschlag sind», fasst Krebs zusammen. «Und wenn die Masse sagt, dass das Konzept veraltet ist, dann ist das auch okay so.»
Beispiele aus den umliegenden Gemeinden zeigen, wie es anders gehen könnte. «Gewerbeschauen wie in Bauma oder Weisslingen sind extrem gut besucht, und da macht wirklich jeder einzelne Unternehmer mit.» In Hittnau wird im August im Rahmen des Dorffäschts eine Velo-Rally durch das lokale Gewerbe veranstaltet, bei der die Gewerbetreibenden einzeln besucht werden. «Vielleicht ist so etwas die Gewerbemesse der Zukunft», sagt Krebs.
Im Gegensatz zur Pfäffiker Mäss seien solche Schauen mit einfacheren Mitteln organisiert und ohne professionelle, kostspielige Standbauer. «Wir mieten eine grosse Halle und stellen zusätzlich noch ein Zelt auf – das sind weitere Fixkosten, egal, wie viele Aussteller wir haben.»
Nicht um jeden Preis durchziehen
Nun gelte es, den Horizont zu erweitern und neue Formate zu prüfen. «Vielleicht ist der November auch die falsche Jahreszeit, oder der Drei-Jahres-Rhythmus passt nicht.» Dieser sei auf den Lehrlingswettbewerb abgestimmt worden, der alle drei Jahre durchgeführt wird und dieses Jahr in Pfäffikon geplant war. Nun wird er unabhängig von der Pfäffiker Mäss vom 6. bis 9. November stattfinden.
Der Entscheid, die Notbremse zu ziehen, sei im Vereinsvorstand einstimmig gefallen. «Bereits haben wir enttäuschte Rückmeldungen erhalten, wir hätten doch einfach Mut haben müssen und das Ding durchziehen sollen. Aber wir hatten jetzt den Mut, das Ganze abzusagen.»