In Sternenberg entsteht ein neuer Dorfmärt mit viel Hightech
Projekt «Sternemärt»
Der Verein Sternemärt eröffnet Anfang Juni seinen Selbstbedienungsladen. Er soll aber dem Dorf mehr bieten als nur eine Einkaufsmöglichkeit.
Das grosse Schild vis-à-vis der Kirche in Sternenberg ist nicht zur übersehen: Es kündigt die Eröffnung des Sternemärt an, eines Selbstbedienungsladens mit Kühl- und Gefrierschrank. Am 2. Juni ist es so weit.
Hinter dem Projekt steht ein Verein – und ein Wunsch der Sternenberger Bevölkerung. Vor gut eineinhalb Jahren hat die Stiftung pro Sternenberg, die mit dem Sondervermögen der ehemals eigenständigen Gemeinde betraut ist, eine Austauschveranstaltung durchgeführt. Das Ziel der Stiftung ist, das gemeinschaftliche Leben im Dorf zu fördern.
«Dort kam dann die Idee auf, dass man in Sternenberg einen Selbstbedienungsladen eröffnen könnte, wo regionale Produkte verkauft werden», erzählt Martina Guyer. Sie ist Vorstandsmitglied im Verein Sternemärt und ist gleichzeitig Bäuerin auf dem Schürlihof.
Zusammen mit zwei Mitstreitern sowie einer Vertretung der Stiftung machte sie sich an die Arbeit, ein konkretes Projekt auszuarbeiten. Daraus entstanden ist nach über einem Jahr Arbeit der Sternemärt – und ein eigener Verein.
Der Laden befindet sich in einem ehemaligen Waschhaus, das der Reformierten Kirchgemeinde Bauma gehört. Früher wurde er als Jugi-Raum genutzt.
Der Verein kann ihn nun von der Kirchgemeinde mieten. «Das ist ein absoluter Glücksfall», sagt Martina Guyer. Der Markt sei an bester Lage, unweit der Kirche, wo es auch einen grossen Parkplatz gebe.
Nicht nur für Vereinsmitglieder
Das Herzstück des neuen Ladens ist ein grosser Verkaufsautomat mit Kühlschrank und Gefrierer. Noch ist er leer. Doch schon bald können die Kundinnen und Kunden über einen Touchscreen Produkte wählen und mit Karte oder bar bezahlen. «Es ist so einfach sicherer», sagt Kassier Adrian Gfeller, der ebenfalls einen Hof auf dem Sternenberg betreibt.
Was das Gerät genau gekostet hat, will er nicht offenlegen. Doch es handelt sich um mehrere zehntausend Franken. Möglich waren die Anschaffung und die Umsetzung des ganzen Projekts für den Verein ohnehin nur durch die Unterstützung der Stiftung pro Sternenberg.
Doch das Ziel ist: Der Sternemärt muss selbsttragend werden. Zehn Prozent des Verkaufserlöses gehen deshalb an den Verein, der damit die Miete und den Unterhalt des Ladens bezahlt. Den Rest erhalten die Produzenten der jeweiligen Produkte.
Märt und Treffpunkt
Die meisten Lieferanten sind nicht im Verein aktiv, Ziel ist es aber, dass diese Mitglieder werden. Die Suche nach lokalen Produzentinnen und Produzenten war aber etwas schwieriger als gedacht. «Ich glaube, ein solches Projekt muss sich einfach zuerst etablieren», meint Guyer.
Doch bei der Eröffnung Anfang Juni kann der neue Selbstbedienungsladen bereits ein grosses Sortiment anbieten, von Fleisch über Milchprodukte bis zu Brot. «Auch Gemüse kann man kaufen», freut sie sich.
Guyer und Gfeller hoffen, dass künftig im Sternemärt nicht nur Lebensmittel angeboten werden, sondern beispielsweise auch Deko-Artikel. Zudem soll der Laden nicht einfach nur ein Verkaufslokal sein. «Die Idee des Projekts war auch immer, dass Sternenberg einen Treffpunkt erhält», erklärt Gfeller.
Deshalb stehen im Verkaufslokal auch schon zwei Tischchen, an denen die Kundinnen und Kunden sich zu einem Kaffee treffen können. Die Kaffeemaschine muss der Verein noch organisieren.
Es ist nur eine der vielen Arbeiten, die vor der Eröffnung am 2. Juni noch anstehen. So muss auch der Verkaufsautomat noch mit allen Produkten der verschiedenen Lieferanten gefüllt und dann richtig programmiert werden. «Ich bin schon etwas nervös, ob dann alles klappt», gibt Martina Guyer zu. «Aber die Vorfreude ist gross.»
Am 2. Juni von 10 bis 15 Uhr findet ein Fest zur Eröffnung des Sternemärt an der Felseneggstrasse 4 statt. Es gibt Verpflegung vom Grill sowie Kaffee und Kuchen. Der Laden steht ausserdem für Einkäufe offen.
Der Verein Sternemärt sucht zudem weitere Vorstandsmitglieder. Wer Interesse hat, kann sich per E-Mail sternemaert@gmail.com melden.