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Immobilienpreise steigen weiter kräftig an

Das eigene Häuschen im Grünen ist der Traum vieler. Doch es wird immer schwieriger, ihn wahr werden zu lassen.

Der Traum vom Haus im Grünen: Die Zuwanderung und eine rückläufige Bautätigkeit machen das Einfamilienhaus mehr und mehr zum Statussymbol.

Foto: Pixabay

Immobilienpreise steigen weiter kräftig an

Bank Avera Eigenheimindex

Plus 4,2 Prozent innerhalb von zwölf Monaten: Die Preise für Wohneigentum im Kanton Zürich sind erneut markant gestiegen. Auch Mieten wird immer teurer.

Beginnen wir mit einem kleinen Rechenbeispiel und stellen uns vor, wir hätten im Jahr 1998 im Raum Zürich, rechtes Zürichseeufer oder Zürcher Oberland – also dort, wo die Bank Avera tätig ist – für eine Million Franken ein Haus gekauft. Gemäss dem aktuellen Eigenheimindex der Genossenschaftsbank wäre dieses Haus mittlerweile rund 2,9 Millionen Franken wert.

Mit anderen Worten: Wir hätten jedes Jahr allein durch den Besitz dieses Hauses rund 73’000 Franken verdient, also etwas weniger als den Schweizer Medianlohn.

Der Durchschnittspreis für ein typisches Einfamilienhaus im Kanton Zürich liegt mittlerweile bei 1,6 Millionen Franken. Als «typisch» bezeichnen die Experten der Bank Avera und des Immobiliendienstleisters IAZI ein fünfjähriges, frei stehendes 6-Zimmer-Haus auf einem Grundstück von 500 Quadratmetern, das eine Wohnfläche von 140 Quadratmetern hat.

Ein Einfamilienhaus im Grünen.
Als Musterhaus gilt ein fünfjähriges, frei stehendes 6-Zimmer-Haus auf einem Grundstück von 500 Quadratmetern, das eine Wohnfläche von 140 Quadratmetern hat. Objekte für rund 1,5 Millionen Franken gibt es in der Region noch in Rüti, Bauma oder Wald.

Die Lage ist entscheidend

Vergleichsweise erschwinglich sind die Hauspreise im östlichen Tösstal mit Werten von unter 1,3 Millionen Franken. Auch in einigen etwas peripheren Gemeinden des Oberlands wie Rüti, Bauma oder Wald findet man ein solches Musterhaus noch für unter 1,5 Millionen Franken. Zum Vergleich: In der Stadt müsste man dafür rund 3 Millionen hinblättern.

Innert Jahresfrist sind die Eigenheimpreise im Kanton Zürich erneut um 4,2 Prozent gestiegen. Die Preise für Einfamilienhäuser legten um 5,2 Prozent zu, jene für Eigentumswohnungen um 3,1 Prozent. Hier zeigt sich, dass das verfügbare Angebot an Eigentumswohnungen höher ist als an Einfamilienhäusern, die ein immer knapperes Gut werden.

Das hängt auch mit der Bautätigkeit in diesem Segment zusammen. Allerdings, schreibt die Bank Avera in einer Mitteilung, bestehe auch im Bereich Eigentumswohnungen ein Nachfrageüberhang.

Und daran dürfte sich so schnell nichts ändern: Die starke Zuwanderung, verbunden mit intakten konjunkturellen Aussichten und zuletzt wieder leicht gesunkenen Zinsen, treibt die Nachfrage und damit die Preisentwicklung weiter an. «Fazit: Der Eigenheimmarkt steht insgesamt weiterhin auf solidem Fundament», so die Einschätzung der Bank Avera.


> > Das sagt André Wegmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Bank Avera, zur Entwicklung auf dem Immobilienmarkt.


Die Mieten steigen noch stärker …

Noch stärker als die Eigenheimpreise sind im Kanton Zürich die Angebotsmieten gestiegen. Angebotsmieten sind jene Mieten, die in Wohnungsinseraten angegeben werden. Innert Jahresfrist sind diese Mieten im Kanton um 7,0 Prozent gestiegen.

Doch auch in bestehenden Mietverhältnissen drohen Aufschläge: Denn der hypothekarische Referenzzinssatz wurde auf aktuell 1,75 Prozent angehoben, und weitere Erhöhungen könnten folgen. Und von ihm hängen die Bestandsmieten ab.

… haben aber eine grosse Bandbreite je nach Region

Im kantonalen Durchschnitt werden für eine Wohnung mit 110 Quadratmetern Wohnfläche rund 3000 Franken inklusive Nebenkosten verlangt. Die Bandbreite ist gross: In der Stadt Zürich sind für die monatliche Bruttomiete für die gleiche Musterwohnung 4000 Franken zu budgetieren, in Seegemeinden wie Küsnacht muss mit Angebotsmieten über dieser Preismarke gerechnet werden.

Deutlich erschwinglicher sind die Mieten hingegen in Wetzikon oder Rüti, wo sie mit 2500 Franken inklusive Nebenkosten im Bereich des Schweizer Durchschnitts angesiedelt sind.

Aussichten auf eine baldige Entspannung gibt es nicht. Zwar wurden 2022 (aktuellere Zahlen gibt es nicht) netto im Kanton rund 7700 Wohneinheiten gebaut. Über die vergangenen Jahre betrachtet ist die Bautätigkeit für Wohnungen insgesamt jedoch tendenziell gesunken, was neben dem Bevölkerungswachstum ein weiterer Faktor für das knappe Wohnungsangebot ist.

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