Der letzte Berufsfischer auf dem Greifensee gibt auf
Ende einer Ära
Seit den 1850er Jahren gibt es Berufsfischer auf dem Greifensee. Nun geht eine mehr als 170-jährige Tradition zu Ende.
«Wollen Sie es sich nicht noch einmal überlegen, Herr Zollinger?» Der ältere Herr hat im Laden in Riedikon soeben etwas Hecht und Räucherforellen gekauft. Gleich daneben in der Auslage liegen grosse Felchenfilets. «Die sind mir zu gross. Die schmecken dann etwas nach Tümpel», meint der Kunde.
Andreas Zollinger wickelt die Fische in Papier, kassiert und beantwortet dann die Frage des Herrn. «Ich habe mir das gut überlegt. Es ist kein Schnellschuss.» Seit 2001 ist er der einzige – und folglich der letzte – Berufsfischer auf dem Greifensee. Seit 2005 arbeitet er selbständig. Ende Monat ist Schluss.
Dass er so lange durchgehalten habe, liege auch an vielen langjährigen, treuen Stammkunden und an Restaurants in der Region, die von ihm Fische bezogen hätten, sagt Andreas Zollinger: «Ihnen möchte ich von Herzen danken.»

