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Raiffeisenbank steigert Zinsertrag und Gewinn markant

Die Raiffeisenbank Zürcher Oberland ist in ihrem Kerngeschäft stark gewachsen. Auffällig ist auch das Plus im Zinsgeschäft.

Die Raiffeisenbank Zürcher Oberland meldet ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2023. (Archiv)

Foto: ZO

Raiffeisenbank steigert Zinsertrag und Gewinn markant

Erfolgreich im Kerngeschäft

Die Raiffeisenbank Zürcher Oberland blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2023 zurück. Sie ist in allen Bereichen gewachsen.

«Sicher und strategisch auf Kurs.» Mit diesen Worten fasst die Raiffeisenbank Zürcher Oberland ihr Geschäftsjahr 2023 zusammen. In der Tat blickt die Genossenschaftsbank auf sehr erfolgreiche zwölf Monate zurück.

Die Bank mit den fünf Standorten Uster, Pfäffikon, Gossau, Wetzikon und seit letztem Jahr auch Hinwil hat 2023 einen Gewinn von 3,82 Millionen Franken erwirtschaftet. Das entspricht einem Plus von 32,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu diesem Ergebnis beigetragen hat insbesondere das Zinsgeschäft, also die Differenz zwischen den Zinsen, die beispielsweise Hypothekarschuldner bezahlen, und jenen Zinsen, die Sparerinnen und Sparer auf ihren Konti erhalten.

Man sieht Besucher in der neuen Raiffeisen-Filiale.
Seit April 2023 ist die Raiffeisenbank Zürcher Oberland auch in Hinwil vertreten. (Archiv)

Im Zinsgeschäft erhöhte sich der Nettoerfolg um satte 46,3 Prozent oder 7,42 Millionen auf 23,46 Millionen Franken. Seit die Nationalbank im Herbst 2022 die Leitzinsen über die Marke von 0 Prozent angehoben und eine langjährige ökonomische Ausnahmesituation beendet hat, verdienen die Geschäftsbanken wieder viel Geld in diesem Bereich.

4 von 5 ausgeliehenen Franken sind Hypotheken

Stark gewachsen ist die Raiffeisenbank Zürcher Oberland im Kerngeschäft mit den Hypothekarausleihungen: Hier legte sie um 7,1 Prozent auf 1,59 Milliarden zu. Die Hypothekarkredite machen denn auch rund 80 Prozent der gesamten Bilanz der Genossenschaftsbank aus. Die Bilanzsumme ist um 1,98 Prozent auf ganz knapp unter 2 Milliarden Franken angestiegen.

Für die Genossenschafterinnen und Genossenschafter ist die Raiffeisenbank in der Region nicht nur eine «Spar- und Leihkasse», auch der Depotbestand stieg um 11,1 Prozent auf 390 Millionen Franken an (Vorjahr: 351 Millionen). «Wir haben das Anlagegeschäft in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut und die Angebotspalette komplettiert», erklärt Lars Studer, Vorsitzender der Bankleitung.

Und da es auch bei den Banken nichts gratis gibt, stiegen als Folge dieser Zunahme bei den verwalteten Vermögen auch die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft auf 3,7 Millionen Franken (+7,0 Prozent).

Stark gestiegene Personalkosten

Erhöht haben sich nicht nur die Erträge, sondern auch die Kosten: Die im April 2023 eröffnete fünfte Geschäftsstelle in Hinwil führte zu einer markanten Zunahme beim Personalaufwand. Aktuell beschäftigt die Raiffeisenbank Zürcher Oberland 71 Mitarbeitende (58,4 Vollzeitstellen), 10 mehr als vor Jahresfrist. «Daneben wurden auch andere Teams personell verstärkt und damit weiter in die Kundennähe und Qualität investiert», ergänzt Lars Studer.

Stolz verweist die Raiffeisenbank in ihrer Medienmitteilung auf die erneute Verbesserung der Cost-Income-Ratio. Die Kennzahl misst das Verhältnis zwischen Kosten und Aufwand und ist um so besser, je tiefer sie ist: Ende 2023 lag sie bei 51,0 Prozent, was eine Verbesserung von 2,9 Prozentpunkten gegenüber 2022 darstellt. Die Verbesserung bedeutet, dass die Bank ihre Mehrkosten durch den Ausbau des Mitarbeitendenbestands durch gestiegene Erträge mehr als kompensieren konnte.

Der Jahresgewinn von 3,81 Millionen Franken wird zum Teil dazu verwendet, die Anteilscheine der rund 18’500 Genossenschafterinnen und Genossenschafter zu verzinsen. Der Rest fliesst zur Stärkung der Eigenkapitalbasis in die Reserven.

«Wir haben mehr als 2000 Neukunden gewonnen»

Porträtbild von Lars Studer, dem Vorsitzenden der Bankleitung Raiffeisenbank Zürcher Oberland.
Verspricht eine höhere Verzinsung der Anteilscheine: Lars Studer, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Zürcher Oberland. (Archiv)

Herr Studer, die Raiffeisenbank Zürcher Oberland ist in allen Bereichen gewachsen, namentlich bei den Kundeneinlagen und im Kerngeschäft mit Hypothekarkrediten. Ist das einfach ein Wachstum der Zahlen, oder haben Sie im Jahr 2023 auch Neukunden dazugewonnen?

Lars Studer, Vorsitzender der Bankleitung Raiffeisenbank Zürcher Oberland: Wir konnten sowohl das Bestandsgeschäft deutlich ausbauen als auch Neukunden gewinnen. Ende 2023 hatten wir 31'697 Kundinnen und Kunden, 2178 mehr als vor Jahresfrist.

Welchen Anteil dieser Zunahme messen Sie dem Ende der Credit Suisse bei?

Wir haben festgestellt, dass Kundinnen und Kunden in dieser unsicheren Zeit die Nähe und persönliche Beratung unserer Raiffeisenbank noch mehr schätzen. Raiffeisen wird als sichere und vertrauenswürdige Bank wahrgenommen. Entsprechend haben wir insbesondere im ersten Halbjahr 2023 einen erhöhten Zuwachs von Kundinnen und Kunden und von Kundeneinlagen verzeichnet. Bestehende Kunden, die auch eine Kundenbeziehung zur Credit Suisse unterhielten oder noch immer unterhalten, haben Geld zu uns transferiert. Über das gesamte Jahr 2023 hinweg waren die Zuflüsse aber moderat.

Die sogenannten übrigen Forderungen sind erneut angestiegen. Sind das immer noch hauptsächlich Covid-19-Kredite?

Es handelt sich einerseits um Covid-Kredite aus dem Bestand, der Zuwachs stammt jedoch von Kreditgewährungen gegen Sicherheit oder auch Blankokredite.

Und sehen Sie diese Covid-Kredite jemals wieder?

Grossmehrheitlich werden die Amortisationsregelungen gut eingehalten, ja.

Vom Jahresgewinn von 3,8 Millionen Franken wird noch die Verzinsung der Anteilscheine abgezogen. Vor einem Jahr waren es 3 Prozent. Dürfen Ihre Genossenschafterinnen und Genossenschafter dieses Jahr mit einer höheren Verzinsung rechnen?

Wir werden unsere Genossenschafterinnen und Genossenschafter wiederum am sehr guten Geschäftsergebnis teilhaben lassen. Wir werden in den nächsten Wochen der Generalversammlung eine attraktive Verzinsung vorschlagen, die etwas über dem Vorjahr liegt.


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