Bank BSU steigert Hypothekarvolumen und Gewinn
Mehr Gewinn
Die Bank BSU in Uster hat ein gutes Geschäftsjahr 2023 hinter sich. Sie finanzierte mehr Wohnraum und weist einen höheren Jahresgewinn aus.
Plus 33 Prozent beim Geschäftserfolg (1,765 Mio. Franken), plus 9,8 Prozent beim Reingewinn (1,367 Mio. Franken), plus 3,7 Prozent bei den Kundenausleihungen (zumeist Hypothekarkredite), plus 5,6 Prozent bei den verwalteten Vermögen, plus 8,2 Prozent Kommissionsertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft. Die Zeichen stehen auch bei der Bank BSU auf Wachstum.
Kein Wunder, schreibt die kleine Genossenschaftsbank BSU mit Hauptsitz in Uster in ihrer Medienmitteilung von einem «äusserst erfolgreichen Geschäftsjahr 2023». Freuen darf sich auch die Stadt Uster, denn die Differenz zwischen Geschäftserfolg und Reingewinn sind in etwa die Steuern, die in die Stadtkasse fliessen.
Bescheidener Erfolg aus dem Zinsgeschäft
Eine Kennzahl jedoch erstaunt: Der Nettoerfolg aus dem Zinsdifferenzgeschäft wuchs um bescheidene 1,2 Prozent auf 10,324 Millionen Franken. In diesem Bereich legten beispielsweise die ZKB um 30 Prozent oder die Bank Avera um 26,7 Prozent zu.
Damian Lanter, Vorsitzender der Geschäftsleitung, erklärt: «Hier spielen verschiedene Faktoren hinein. Der Anteil an Finanzierungen mit festem Zinssatz ist bei uns höher als im Vergleich mit der Konkurrenz, sodass wir beim Zinsanstieg weniger stark profitiert haben. Gleichzeitig sind natürlich die Zinskosten für Spareinlagen bei uns in ähnlichem Umfang wie bei den Mitbewerbern gestiegen, da wir eine attraktive Verzinsung bieten wollen.»
Mit anderen Worten: Überdurchschnittlich viele Hypothekarschuldner der Bank BSU profitieren dank mehrjähriger Fixhypotheken von günstigen Zinssätzen. Das spricht zwar für die Beratungsqualität der Genossenschaftsbank, entpuppt sich bei der Refinanzierung mit höheren Zinsen aber als Klotz am Bein.
Dazu kommen Rückstellungen von rund 620’000 Franken für Ausfallrisiken bei den Ausleihungen. Die Bank BSU hat hier vor einem Jahr eine vorsichtigere Strategie eingeschlagen.
Lanter: «Blankokredite machen bei der Bank BSU nicht einmal ein Promille aller Ausleihungen aus, während dieser Anteil bei Kantonalbanken zwischen 3 und 8 Prozent liegt. Wir sind also risikoarm unterwegs. Trotzdem haben wir uns zu dieser Vorsichtsmassnahme entschieden.» Der Effekt ist einmalig, aber er schmälert den Nettoerfolg aus dem Zinsgeschäft zusätzlich.
Wachstum bei Hypotheken und Anlagen
Mittlerweile stehen die Hypothekarausleihungen der Bank BSU bei 1,06 Milliarden Franken (+3,7 %). Die Genossenschaftsbank bietet ihre Hypotheken auch online auf der eigenen Plattform hypoclick.ch an. Das Online-Angebot hat zum Wachstum ebenfalls beigetragen.
Die Steigerung bei den verwalteten Depotvermögen (+5,6 %) sei auf ein ausgebautes Produktangebot sowohl in der Vorsorge als auch bei der freien Anlage zurückzuführen, sagt Damian Lanter: «Diese attraktiven Lösungen kommen bei der Kundschaft gut an, sodass wir hier trotz der teils verunsichernden volatilen Marktlage 2023 stark wachsen konnten.»
Dass die Kundinnen und Kunden der Bank BSU mehr Geld angelegt haben, zeigt sich auch anhand der Kundengelder in der Bilanz. Diese gingen um 4 Prozent zurück. Lanter: «Natürlich versuchen wir, die Konten attraktiv zu verzinsen. Aber mit den steigenden Preisen ziehen es viele Kunden vor, ihr Geld in Wertschriften anzulegen.»

Pläne in Dübendorf und Volketswil
Einen hohen Stellenwert hat für die Bank BSU der persönliche Kundenkontakt. Diesem soll im laufenden Jahr mit Investitionen in die Bankfilialen in Dübendorf und Volketswil Rechnung getragen werden. Die Geschäftsstelle in Dübendorf wird komplett umgebaut, in Volketswil sind Anpassungen im Bereich für die Kundengespräche geplant.
