«Wir hatten noch nie ein so gutes Jahr wie 2023»
Das sagen die Oberländer Hoteliers
Immer mehr Touristen entdecken das Zürcher Oberland als Destination. Das sagen ein Hotelier und eine Hoteliere zum Rekordjahr 2023.
Nicht nur bei Schweiz Tourismus knallten Mitte Februar die Champagnerkorken. Auch die Logiernächtezahlen in der Region kannten 2023 nur eine Richtung. Die Hoteliers im Zürcher Oberland blicken auf ein Rekordjahr zurück.
Daniela Waser, Geschäftsleiterin der Standortförderung Zürioberland, spricht von Nachholeffekten nach der Covid-Pandemie als Grund für den Boom, aber nicht nur. Auch die Aktivitäten der Standortförderung hätten zum Rekordjahr in der Oberländer Hotellerie beigetragen, ist sie überzeugt: «Die Positionierung unserer Marke zahlt sich aus. Unsere Sichtbarkeit steigt.» Insbesondere im Bereich Meetings, Events, Incentives und Congress (MICE) habe man die Präsenz auf verschiedenen Kanälen intensiviert.
Business-Reisende machen einen guten Teil der Gäste von Martin E. Heyne aus. Heyne leitet das Hotel Illuster in Uster und das «Banana City» in Winterthur: «Gerade in Bezug auf die Aufenthaltsdauer profitieren wir von den Geschäftsreisenden. In einem Stadthotel beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer 1,7 Tage. Bei uns bleiben die Gäste wesentlich länger.» Viele Business-Reisende würden gleich von Montag bis Freitag einchecken. Heyne nennt auch Beispiele von Geschäftsreisenden, die sich für mehrere Wochen in seinen Hotels einquartieren.

Das ist gut für die Statistik der Aufenthaltsdauer, die im Zürcher Oberland im letzten Jahr bei 2,57 Nächten pro Gast lag. Aber es gibt eine Kehrseite, erklärt Heyne: «Die Average Daily Rate (ADR) sinkt, also der Preis, den Gäste für die einzelne Übernachtung bezahlen.» Denn wer länger in einem Hotel bleibt, erhält via Buchungsplattform oft Preisabschläge.
«Uster profitiert von der Nähe zu Zürich»
Während Heyne sowohl in Uster als auch in Winterthur von den Geschäftsreisenden profitiert, sieht es bei den Touristen anders aus. «Uster profitiert von der Nähe zu Zürich. Touristen, denen die Hotels in Zürich zu teuer sind, erweitern auf den Buchungsplattformen ihren Suchradius und landen schnell in Uster. In Winterthur funktioniert das schon nicht mehr.»
Während sowohl das «Illuster» als auch das «Banana City» von Martin E. Heyne jeweils mitten im Stadtzentrum stehen, wirbt die «Gibswilerstube» in Fischenthal damit, «mitten im Paradies» zu sein. «Im familiären Ambiente des 15-Zimmer-Hauses fühlen sich Geschäftsleute wie Touristen wohl», sagt Inhaberin Priska Schmucki.
Unter der Woche empfange man viele Business-Kunden, die auf geschäftlicher Mission in Wetzikon oder Hinwil sind, am Wochenende zieht es die Biker und Wanderer ins obere Tösstal. «Darunter sind beispielsweise Stadtzürcher, die für ein Wochenende zu uns kommen, aber wir hatten letztes Jahr auch Gäste aus dem arabischen Raum.» Nach Corona habe es «Bämm!» gemacht, erzählt Priska Schmucki: «Dabei sind wir eigentlich erst im Aufbau begriffen.»
2019/2020 hatte Priska Schmucki das 100-jährige Haus aufwendig renovieren und ausbauen lassen. Aus 5 wurden 15 Gästezimmer. Dazu kommen die Gaststube, ein Wintergarten, der als Saal genutzt werden kann, und eine grosse Terrasse. «Wir sind sowohl mit der Hotellerie als auch mit der Gastronomie sehr zufrieden. Wir hatten noch nie ein so gutes Jahr wie 2023.»
