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Wirtschaft

Bank Avera knackt die Marke von 5 Milliarden

Die grösste Regionalbank im Kanton hat ein Rekordjahr hinter sich. Die Bank Avera weist bei sämtlichen Kennzahlen ein kräftiges Plus aus.

Der Eingangsbereich des 2023 eröffneten Avera-Hauptsitzes an der Spitalstrasse in Wetzikon. (Archiv)

Foto: Ljilja Mucibabic

Bank Avera knackt die Marke von 5 Milliarden

Rekordergebnis

Noch nie hat die Bank Avera besser geschäftet als im Jahr 2023. Der Gewinn stieg um knapp 80 Prozent auf mehr als 10 Millionen Franken.

Die Genossenschaftsbank Avera mit Hauptsitz in Wetzikon weist für das Geschäftsjahr 2023 einen Jahresgewinn von exakt 10,22 Millionen Franken aus. Das entspricht einer Steigerung von 78,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ausschlaggebend seien das «freundliche Zinsumfeld» sowie die «positive Entwicklung im Dienstleistungsbereich», schreibt die Bank Avera in einer Mitteilung.

Das Gedeihen der Bank zeigt sich an der Entwicklung der Bilanzsumme, die auf 5,02 Milliarden Franken anstieg. Das ist eine Zunahme von 7,3 Prozent. 80 Prozent dieser Summe sind Hypothekarkredite.

Wie sämtliche Banken in der Schweiz profitiert auch die grösste Regionalbank des Kantons Zürich vom Ende der Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und von der Möglichkeit, mit Kundengeldern wieder Geld zu verdienen. Im September 2022 hatte die SNB diese fast acht Jahre dauernde ökonomische Anomalie beendet.

Bruttoerfolg aus dem Zinsgeschäft stark gestiegen

Seither hat sie die Leitzinsen mehrfach angehoben – mit dem Resultat, dass die Banken in diesem Geschäft ihre Margen erhöhen konnten. Für die Bank Avera sah das 2023 so aus: Der Bruttoerfolg aus dem Zinsdifferenzgeschäft erhöhte sich auf knapp 54 Millionen Franken, ein Plus von 26,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Neben den gestiegenen Zinsen trug auch das Wachstum der Kundeneinlagen auf der einen Seite und des Kreditgeschäfts auf der anderen Seite der Bilanz zu diesem Resultat bei.

Die Kundengelder wuchsen im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Franken. Die Kundenausleihungen erreichten die Marke von 4,2 Milliarden, ein Plus von 4,4 Prozent. Der weitaus grösste Teil davon, nämlich 4,1 Milliarden Franken, sind Hypothekarkredite.

Eine starke Zunahme weist die Bank Avera auch bei den verwalteten Depotvermögen aus. Diese stiegen um 9,5 Prozent auf 1,14 Milliarden. Das liess auch die Erträge aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ansteigen – um 2,3 Prozent auf 9,82 Millionen Franken.

Teuerungsausgleich für die Avera-Mitarbeitenden

Gewachsen sind 2023 nicht nur die Erträge, sondern auch die Aufwendungen. Der Geschäftsaufwand stieg um 6,4 Prozent auf 42,72 Millionen Franken. Überproportionalen Anteil daran hat der Personalaufwand, der um 12,3 Prozent auf 27,76 Millionen Franken zunahm. So wurde der Personalbestand um 11,5 Vollzeitstellen auf 156,9 Stellen ausgebaut. Zudem gab es für die Avera-Mitarbeitenden einen «moderaten Teuerungsausgleich».

«Unser gut diversifiziertes Geschäftsmodell bewährt sich», lässt sich André Wegmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung, in der Medieninformation zitieren. Das Ergebnis zeige, dass die Bank den Marktanforderungen «mehr als gerecht wird».

«Wir haben die Zinsen auf unseren Sparkonten kontinuierlich erhöht»

Der CEO der Bank Avera, André Wegmann.
André Wegmann kann ein Rekordergebnis der Bank Avera vorlegen. (Archiv)

Herr Wegmann, auf den ersten Blick hat die Bank Avera ein tolles Ergebnis eingefahren. Gibt es einen Bereich, von dem Sie als Insider sagen würden: Da hätten wir noch besser sein können?

André Wegmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung Bank Avera: Wir sind wirklich sehr zufrieden mit unserem Geschäftsjahr 2023. Dank attraktiven neuen Produkten und der Öffnung des Online-Kanals konnten wir weitere Kundinnen und Kunden gewinnen. Wir streben auch in diesem Jahr weitere Verbesserungen an und konzentrieren uns gleichzeitig darauf, eine sichere und attraktive Bank für unsere Kundinnen und Kunden zu sein.

Wie alle Banken hat auch die Bank Avera im Zinsdifferenzgeschäft sehr gut gewirtschaftet. Verstehen Sie die Stimmen, die finden, von den gestiegenen Zinsen lande zu wenig bei den Sparern?

Diese Wahrnehmung ist nachvollziehbar. Im letzten Jahr haben wir die Zinsen auf unseren Spar- und Vorsorgekonten kontinuierlich erhöht. Mit unserem neuen Sparkonto Plus belohnen wir die Kundentreue ebenfalls durch eine bessere Verzinsung. Auch ausserhalb des Kontosortiments gibt es heute wieder attraktive Möglichkeiten: Die Zinsen für Kassenobligationen liegen heute bei rund 1 Prozent, und bei Festgeldanlagen über 100'000 Franken bieten wir derzeit Zinsen bis 1,4 Prozent. Die Anpassung der Zinsen erfolgt immer mit etwas Verzögerung, da die Hypothekarausleihungen langfristig sind.

Mehr als 80 Prozent der Bilanzsumme sind Kundenausleihungen, in Ihrem Fall Hypothekarkredite. Mit welcher Zinsentwicklung rechnen Sie hier?

Eine Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum Zinsumfeld ist mit Unsicherheiten verbunden. Wenn es weiterhin gelingt, die Inflation zu kontrollieren, rechnen wir mit weiteren Leitzinssenkungen, die sich auch in niedrigeren Preisen für Hypotheken widerspiegeln.    

Da die Genossenschafter der Bank Avera keine Anteilscheine besitzen, müssen Sie keine Zinsen respektive Dividenden bezahlen. Wofür wird der aussergewöhnlich hohe Gewinn verwendet?

Der erwirtschaftete Gewinn bleibt im Unternehmen. Wie jedes Jahr wird deshalb der Hauptanteil des Jahresgewinns zur Stärkung unserer Eigenkapitalbasis verwendet. Ausserdem werden wir auch in diesem Jahr wieder Zuweisungen an die Gemeinnützigen Gesellschaften der Bezirke Hinwil, Pfäffikon und Meilen ausschütten.


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