Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Wirtschaft

Schwarze Null für Hinwiler Recyclinganlage

Aus Güsel wird Gold: 12'000 Tonnen Metall hat die ZAV Recycling im vergangenen Jahr aus Kehrichtschlacke herausgefiltert.

ZAV-Geschäftsführer René Müller (links) und Verwaltungsratspräsident Horst Meier. (Archiv)

Foto: Seraina Boner

Schwarze Null für Hinwiler Recyclinganlage

ZAV Recycling AG

Die ZAV Recycling AG hat 2023 bei einem Umsatz von 25 Millionen Franken eine schwarze Null erwirtschaftet. «Genau das, was wir wollten», sagt Chef René Müller.

Seit 2016 gewinnt die ZAV Recycling in Hinwil wertvolle Metalle aus Kehrichtschlacke. Nach teilweise happigen Gewinnen in den Vorjahren kann Geschäftsführer René Müller für das Geschäftsjahr 2023 ein ausgeglichenes Ergebnis kommunizieren.

Obwohl mit 85’633 Tonnen weniger Schlacke verarbeitet wurde als im Jahr 2022 (95’300 Tonnen), stieg der Umsatz von 22,73 auf 24,91 Millionen Franken. Unter dem Strich bleibt ein Jahresgewinn von bescheidenen 40’000 Franken. Im Vorjahr waren es noch 1,23 Millionen. «Eine schwarze Null ist unser Ziel», sagt Geschäftsführer René Müller.

Das verlangt nach einer Erklärung: Die ZAV Recycling AG gehört verschiedenen Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA), die ihre Schlacke zur Verwertung nach Hinwil bringen. Darunter sind die Zürcher KVA Hinwil (Kezo), Hagenholz (Stadt Zürich) und Horgen.

12’000 Tonnen Metall zurückgewonnen

Die KVA liefern die Schlacke zu einem pro Kalenderjahr im Voraus festgelegten Preis. Aus der Schlacke gewinnt die ZAV Recycling Wertstoffe, vor allem Metalle: Im Jahr 2023 wurden insgesamt 12’000 Tonnen Metall gewonnen und wiederverwertet. Das entspricht rund 15 Prozent der angelieferten Schlacke.

Zwei Drittel dieser Recyclingmaterialien sind Eisen, der Rest wird unter «Nicht-Eisenmetalle» zusammengefasst, also Aluminium, Kupfer und ein kleiner Teil Edelmetalle. Diese wiedergewonnenen Metalle werden auf dem freien Markt verkauft. René Müller: «Die Erträge sind stark schwankend, abhängig von den Preisen am Weltmarkt.»

Auf der Aufwandseite stehen der Betriebsaufwand (inklusive Abschreibungen) sowie die Kosten für die Deponie der Restschlacke. Insbesondere die Kosten für die Deponierung seien in den letzten Jahren stark gestiegen, sagt Müller. Auch deshalb strebt die ZAV Recycling eine eigene Deponie im Tägernauer Holz auf Gossauer und Grüninger Gemeindegebiet an.

Die schwarze Null ist aufgrund der Eigentumsverhältnisse erstrebenswert: Über die angeschlossenen, gebührenfinanzierten Kehrichtverbrennungsanlagen gehört die ZAV Recycling der öffentlichen Hand. «Wenn wir unsere Gewinne an unsere Aktionäre zurückspielen, entlasten wir unter dem Strich deren Kundinnen und Kunden», sagt René Müller. Der Anlieferpreis für die Schlacke der angeschlossenen KVA werde mit diesem Ziel festgelegt. Aktuell beträgt er 150 Franken pro Tonne, gleich viel wie im Vorjahr.

Kritik nach früheren Gewinnen

Nach Millionengewinnen in den letzten Jahren war die ZAV Recycling in die Kritik geraten, Gewinne auf Kosten der Lieferanten und damit letztlich der Konsumentinnen und Konsumenten zu machen. Mit der schwarzen Null dürfte diese Kritik vom Tisch sein. René Müller: «Mit den Gewinnen aus den Vorjahren konnten wir unsere Eigenkapitalbasis stärken. Das gibt uns und unseren Aktionären die Sicherheit, auch kurzfristige Verwerfungen bei den Metallpreisen und allfällige Verluste verkraften zu können.»

Viel wichtiger sei ohnehin der ökologische Nutzen: «Indem wir aus der Kehrichtschlacke Metalle gewinnen, sparen wir gegenüber der Primärproduktion sehr viel CO2 ein.» Auf diese Weise seien im vergangenen Jahr rund 75’000 Tonnen des Treibhausgases eingespart worden, schreibt die ZAV Recycling in einer Mitteilung.

Für René Müller sind es die letzten Jahreszahlen der ZAV Recycling, die er seit 2014 leitet. Er geht Ende März in Pension. Für ihn wird Daniel Böni in Ergänzung zu dessen Geschäftsführung bei der Kezo übernehmen, bis er Ende 2025 ebenfalls in Rente geht.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns