So viel Geld erhält Ihre Gemeinde aus dem ZKB-Kässeli
Rekordhohe Dividende
Noch nie in ihrer Geschichte hat die ZKB eine höhere Dividende ausgeschüttet. 170 Millionen Franken fliessen an die 160 Gemeinden im Kanton.
Es waren stolze Zahlen, die die Zürcher Kantonalbank (ZKB) vor wenigen Tagen bekannt geben konnte: Auf 1,24 Milliarden Franken beläuft sich der Konzerngewinn im Jahr 2023. Wichtigster Treiber dabei war das «aussergewöhnlich starke Zinsgeschäft», wie die Bank am 9. Februar jubelte.
Oder etwas weniger schönfärberisch ausgedrückt: Nach dem Ende der Negativzinsen verdient die ZKB – wie auch ihre Konkurrentinnen – mit Ausleihungen wieder viel Geld. Und da sie diese Zinserhöhung nur zum Teil an die Sparerinnen und Sparer weitergibt, bleibt unter dem Strich ein fetter Gewinn.
Immerhin profitieren die Zürcherinnen und Zürcher indirekt vom Erfolg der ZKB: Dank dem Milliardengewinn hat der Bankrat eine Gewinnausschüttung von 528 Millionen Franken an den Kanton Zürich und die Gemeinden beschlossen. Das sind 37 Millionen Franken mehr als im Vorjahr.
358 Millionen für den Kanton, 170 Millionen für die Gemeinden
Von dieser Rekorddividende gehen 358 Millionen Franken an den Kanton. Die Gemeinden erhalten 170 Millionen Franken, 10 Millionen mehr als im Vorjahr. Aufgeschlüsselt wird die Ausschüttung nach der Bevölkerungszahl.

Die Stadt Zürich ist folglich die grösste Profiteurin: 46 Millionen Franken fliessen von der Bahnhofstrasse 9, dem Hauptsitz der ZKB, einen knappen Kilometer nach Nordwesten ins Finanzdepartement an der Werdstrasse.
Das Zürcher Oberland mit seinen drei Bezirken Uster, Pfäffikon und Hinwil erhält rund 32 Millionen Franken an ZKB-Dividenden. Weitere 1,3 Millionen gehen an die Gemeinden Schlatt, Turbenthal und Zell im zum Bezirk Winterthur gehörenden Tösstal.
2,8 Millionen Franken fliessen beispielsweise nach Wetzikon. Sehr zur Freude von Sandra Elliscasis (FDP), die im Stadtrat das Ressort Finanzen und Immobilien leitet: «Es ist einerseits erfreulich, dass es der ZKB so gut geht. Und andererseits, dass die Gemeinden davon profitieren dürfen.» Wetzikon hatte mit einer Ausschüttung von 2,3 Millionen Franken budgetiert. Die 500’000 Franken obendrauf landen ebenfalls im Steuerhaushalt «und verbessern unser Jahresergebnis», sagt Finanzvorsteherin Elliscasis.
3,8 Millionen für Uster, 109’000 Franken für Wildberg
Spitzenreiter in den Oberländer Bezirken ist Uster, mit gut 37’000 Einwohnerinnen und Einwohnern die drittgrösste Stadt im Kanton. Finanzvorsteher Cla Famos (FDP) darf sich über 3,8 Millionen Franken aus dem Dividendentopf freuen. Am anderen Ende der Skala liegt Wildberg, wo gut 1000 Menschen wohnen. Die kleine Gemeinde im Bezirk Pfäffikon erhält etwas mehr als 109’000 Franken.
«Auf die Seite legen und sauber abklären»
«Ein schöner Zustupf», sagt Gemeindepräsident Dölf Conrad (SVP). Denn budgetiert hat Wildberg die ZKB-Dividende nicht. «Wir wussten ja nicht, ob und wie viel wir erhalten würden.» Entsprechend existieren auch noch keine konkreten Pläne, wofür das Geld verwendet wird. «Wir legen es erst mal auf die Seite», sagt Conrad. Man habe zwar ein paar Ideen im Hinterkopf, wolle aber zuerst «sauber abklären, was unserer Bevölkerung etwas bringt».
Insgesamt fliessen 6 Prozent mehr an die Gemeinden als vor einem Jahr. Auch hier gibt es logischerweise Unterschiede: Wo das Bevölkerungswachstum im vergangenen Jahr gross war, schwoll auch der Geldstrom überproportional an. So kassiert ausgerechnet das kleine Hittnau 8,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Am 31. Dezember 2022 wohnten 3753 Menschen in Hittnau, Ende 2023 waren es 3897. In Franken und Rappen liest sich das so: Nach Fr. 380’660.65 erhält Hittnau dieses Jahr Fr. 413’685.50.
Das stärkste Wachstum im Kanton erlebt die Gemeinde Uitikon im Speckgürtel der Stadt Zürich, die 12,8 Prozent mehr ZKB-Dividende erhält als vor einem Jahr. Am Ende der Skala liegt auch hier Wildberg, das von 1028 auf 1025 Einwohner schrumpfte und daher 4,4 Prozent mehr Dividende erhält.