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Wie zufrieden dürfen Mitarbeitende sein?

Glühwein, Gespräche und spannende Erkenntnisse. Worüber am Unternehmerapéro in Wetzikon diskutiert wurde.

Gute Stimmung in Ehren, aber das Wichtigste sei die Bereitschaft, Know-how ins Unternehmen einzubringen, so der Experte beim Anlass.

Foto: Pixabay

Wie zufrieden dürfen Mitarbeitende sein?

Unternehmerapéro Wetzikon

Leisten zufriedene Mitarbeiter weniger? Wie misst man Motivation? Wie erkenne ich Resignierte? Fragen wie diese standen im Zentrum des Unternehmerapéros der Stadt Wetzikon.

Fragen nach der Motivation, der Kompetenz, dem Engagement der Mitarbeitenden sind matchentscheidend für Unternehmerinnen und Unternehmer. Antworten darauf kamen am Donnerstagabend im Pfarreizentrum Heilig Geist in Wetzikon von Sven Bühler, dem Gründer und Inhaber des Marktforschungsunternehmens Icommit GmbH in Küsnacht.

Viele von uns haben in der einen oder anderen Form schon mit Icommit zu tun gehabt, meist ohne es zu wissen. Das Unternehmen steht hinter dem Swiss Arbeitgeber Award, mit dem seit 2000 jährlich die besten Arbeitgeber der Schweiz ausgezeichnet werden. Grundlage für den Award ist jeweils eine Befragung der Mitarbeitenden.

Ein Mann hinter einem Rednerpult.
Sven Bühler, Gründer und Inhaber des Marktforschungsunternehmens Icommit, sprach über das Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen des Unternehmens und denjenigen von dessen Mitarbeitenden.

Sven Bühler warf in seinem Referat einen Blick auf das Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen eines Unternehmens und denjenigen von dessen Mitarbeitenden: «Fakt ist, dass die Ansprüche auf beiden Seiten steigen.»

Zufriedenheit versus «Commitment»

Ein erstes Aha-Erlebnis schaffte Bühler, indem er die Zufriedenheit der Mitarbeitenden mit ihrer Leistung in Korrelation setzte. Der Marktforscher kam zum Schluss, dass zufriedene Mitarbeitende weniger leisten, als sie könnten.

Viel wichtiger als Zufriedenheit ist für Bühler das, was man auf Neudeutsch «Commitment» nennt: die Bereitschaft der Mitarbeitenden, ihr Know-how und ihre Energie ins Unternehmen einzubringen.

Diese Mitarbeiter brächten ein Unternehmen wirklich weiter, so Bühler: «Sie sind motivierter, sich im Sinne ihres Unternehmens einzusetzen. Sie sind bereit, eine höhere Arbeitsleistung zu erbringen, sie zeigen mehr Willen zur Veränderung, und sie verlassen ihren Arbeitgeber weniger schnell als andere Mitarbeitende.»

Menschen sitzen in einem Saal und hören ein Referat.
Der Unternehmerapéro der Stadt Wetzikon traf auf grosses Interesse.

Die wichtigsten Motivatoren für solche Mitarbeitende seien eine klare Unternehmensstrategie, ein sinnstiftender Arbeitsinhalt, der Umgang mit Veränderungen sowie die Führung.

Auch unzufriedene Mitarbeitende könnten «committed» sein, so Bühler, indem sie die Zusammenarbeit, Strukturen und Prozesse sowie Arbeitsmittel optimierten. Als Quintessenz bleibt die Erkenntnis, dass in jedem Unternehmen Zufriedene, Unzufriedene, Resignierte und auch ein paar Bequeme oder Burn-out-Gefährdete arbeiten.

Die simple Botschaft von Forscher Bühler, die dem einen Unternehmer oder der anderen Unternehmerin noch etwas Kopfzerbrechen bereiten könnte: «Es kommt auf das Verhältnis an.»

«Wetzikon 2040»

Unter den 150 Anwesenden war auch der gesamte Stadtrat von Wetzikon. Stadtpräsident Pascal Bassu (SP) nutzte die Gelegenheit, um die Vision «Wetzikon 2040» kurz zu umreissen. In sechs Handlungsfeldern will der Stadtrat die Zukunft der sechstgrössten Stadt des Kantons gestalten.

Ein Mann auf einer Bühne hinter dem Rednerpult. Auf einer grossen Leinwand ist eine Stadt abgebildet.
Wetzikons Stadtpräsident Pascal Bassu stellte die Vision «Wetzikon 2040» vor.

Zur Illustration nannte Bassu einige Projekte, die sowohl die Bevölkerung als auch die Wirtschaft in Wetzikon betreffen: die Ortsplanrevision, das Fernwärmeprojekt, das Gebiet Tannenrain oder den Web-Auftritt der Stadt, der ab 1. April komplett überarbeitet und zeitgemäss daherkommen soll.

Lachanfall der Flausenkids

Zwischen all dieser doch recht trockenen Materie sorgten die Flausenkids der Musikschule Zürcher Oberland für Unterhaltung: Die Kinder sangen Klassiker wie «The Lion Sleeps Tonight», Hits wie «Someone You Loved» von Lewis Capaldi und sogar eigene Kompositionen.

Kinder singen auf einer Bühne.
Der Kinderchor Flausenkids der Musikschule Zürcher Oberland sorgte für Unterhaltung.

Auch ein Lach- und Kicheranfall zweier junger Solisten tat dem bezaubernden Auftritt keinen Abbruch.

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