Wie Cevi-Freunde zu Unternehmern wurden
lichtundmusik.ch GmbH
Seit zehn Jahren sorgt die lichtundmusik.ch GmbH aus Effretikon für den richtigen Ton und die passende Beleuchtung an zahlreichen Events. Angefangen hat alles ganz klein.
«Wir wollen schweizweit bekanntester Anbieter von Veranstaltungstechnik sein.» So umreisst Oskar Tschamper, Geschäftsführer und Mitbesitzer der lichtundmusik.ch GmbH in Effretikon, die Vision der jungen Firma und ergänzt ohne falsche Bescheidenheit: «Wir sind auf gutem Weg.»
Mehr als 900 Anlässe bestreitet das Team jedes Jahr. Von der Hochzeitsparty über Firmenevents, Konzerte und Open-Air-Kino bis zu grossen Projekten. So wird das Effretiker Unternehmen beispielsweise am Regionalturnfest in Mönchaltorf im kommenden Juni für die technische Umsetzung verantwortlich sein. Oder am Freilichtspiel Illnau im August 2024.


Das Open-Air-Kino in Savognin gehört genauso zum Portfolio wie Kultur am Pool in der lauschigen Badi in Bisikon. Ungleich grösser war ein Projekt im vergangenen Sommer: die Beleuchtung des Rhyfall-Towers in Neuhausen.
«Das war ein sehr komplexes, aber auch sehr schönes Projekt», sagt Oskar Tschamper: 320 rote und weisse Lampen liessen das 78 Meter hohe Hochhaus in Sichtweite des Rheinfalls am 1. August 2023 von innen in den Schweizer Landesfarben erstrahlen. Ein weitherum sichtbares Lichtspektakel und ein «Leuchtturmprojekt im Wortsinn», wie der Chef der lichtundmusik.ch GmbH betont.
Begonnen hatte die Firmengeschichte weitaus bescheidener: 17-jährig war Oskar Tschamper, als er mit seinem Partner Marc Etterlin begann, Partys für andere Jugendliche zu organisieren. Kennengelernt hatten sich die beiden im lokalen Cevi. Die Partys fanden in Jugendräumen und Mehrzweckhallen statt. Und zu einer richtigen Party gehörten schon damals eine vernünftige Soundanlage und das passende Licht.
Man mietete dieses Equipment jeweils an, war aber nicht wirklich zufrieden mit der Qualität. Also fiel der Entschluss, selbst etwas Geld in die Hand zu nehmen und eine bessere Anlage zu kaufen.
Doch damit hätten sie sich bereits das nächste Problem geschaffen, erinnert sich Oskar Tschamper: «Wir brauchten die für uns teure Anlage vielleicht alle zwei Monate.» Also entschloss sich das Duo, eine Website zu erstellen und das Equipment zu vermieten. Das Geschäft nahm Fahrt auf.
Von der Einzelfirma zur GmbH
Es war das Jahr 2013 und Zeit für den nächsten Schritt: Aus der Einzelfirma wurde eine GmbH, an der neben Tschamper und Etterlin zwei weitere frühere Cevi-Kameraden beteiligt sind. Der Grund für die GmbH: «Wir hatten schon sehr viel Geld ins Equipment gesteckt und wuchsen stark. Wir mussten das Risiko für uns als Einzelpersonen reduzieren.»
Heute beschäftigt die Firma fünf Festangestellte und ein Team von rund zehn Freelancern. Von den Gründern sind noch alle dabei, Tschamper als Geschäftsführer in einem Vollzeitpensum, die anderen drei mit Teilzeitpensen im Hintergrund: Sie arbeiten hauptberuflich als Wirtschaftsinformatiker, Maschineningenieur und Bauingenieur. «Dadurch verfügen sie über ein Know-how, das für die Firma enorm wichtig und vor allem schnell abrufbar ist», sagt Oskar Tschamper. «Wenn es darum geht, die Machbarkeit eines Projekts abzuklären, sind wir nicht auf externe Experten angewiesen. Das macht uns sehr flexibel.»
Nicht einmal die Corona-Jahre 2020 und 2021 und das damit verbundene Aussetzen sämtlicher Publikumsevents konnten das Wachstum des Effretiker Unternehmens nachhaltig stören. «Natürlich wussten wir zuerst nicht, wie weiter», erinnert sich Tschamper. «Aber nach einigen Tagen und dem Antrag auf Kurzarbeit war schnell klar: Das stehen wir durch.»
Mit der Live-Übertragung von Gottesdiensten und dem Verkauf von Lichterketten – einem Standbein der Firma – habe man die Fixkosten decken können. «Wir haben das ohne Entlassungen geschafft und sind heute sehr froh darüber.»
Der Fachkräftemangel bremst die Branche
Denn das grösste Problem, seit der Laden wieder laufe, sei der Fachkräftemangel. «In unserer Branche ist es gang und gäbe, dass Events nicht stattfinden, weil einfach kein Eventveranstalter Zeit hat.» Um diesen Mangel zu beheben, bildet das Unternehmen Lernende aus. Die Ausbildung zum Veranstaltungsfachmann respektive zur Veranstaltungsfachfrau EFZ ist anspruchsvoll: körperliche Arbeit, verbunden mit Zeitdruck, oft abends oder in der Nacht.
Aktuell beschäftigt die lichtundmusik.ch GmbH einen Lernenden, ab 2024 soll ein zweiter Lehrling dazukommen. Man strebe ein gesundes Wachstum an, sagt Oskar Tschamper und ist überzeugt, dass dieses Ziel auch erreicht wird: «Was die Pandemie und vor allem das Ende der Massnahmen gezeigt haben: Hybride Veranstaltungen oder Online-Meetings haben ihre Berechtigung. Aber die Menschen möchten sich persönlich treffen und austauschen. Das ist so und wird so bleiben.»
