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Wirtschaft

Oberländer Firmen starten zuversichtlich ins neue Jahr

Die Schweizer Wirtschaft dürfte sich 2024 seitwärts bewegen. Mit diesen Erwartungen starten die Unternehmen in der Region ins neue Jahr.

Erwartungen fürs Jahr 2024.

Foto: Dominik Gut

Oberländer Firmen starten zuversichtlich ins neue Jahr

Umfrage in der Region

Die konjunkturellen Aussichten fürs kommende Jahr sind eingetrübt. Doch unsere Umfrage in der Region zeigt ein Bild in durchaus hellen Farbtönen.

Die Experten sind sich einig: Der Schweizer Wirtschaft droht 2024 trotz zahlreichen Unsicherheiten, trotz geopolitischen Spannungen und schwächelnder Konjunktur in den wichtigsten Exportmärkten keine Rezession.

Von einem Wachstum mit «angezogener Handbremse» spricht der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse. Dessen Experten rechnen mit einem Wachstum von 1,1 Prozent. Genau gleich sieht es das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), die Konjunkturforscher der ETH gehen von 1,3 Prozent aus.

Es sind globale Trends, denen sich auch das Zürcher Oberland nicht verschliessen kann. Eine Umfrage unter den wichtigsten Unternehmen der Region zeigt ein Bild, das sich im Vergleich zum letzten Jahr in etwas weniger hellen Farbtönen präsentiert.

Die Umfrage

Der Fragebogen bestand aus sechs Fragen aus den Themen Personalentwicklung, Einschätzung der Wirtschaftslage sowie Sorgen und Hoffnungen bezüglich 2024. Die Umfrage wurde zur schriftlichen Beantwortung an 30 Unternehmen aus der Region geschickt, 15 Unternehmen haben geantwortet. Manche sind in ihrer Branche Weltmarktführer, andere sind die grössten Arbeitgeber in der Region, wieder andere stehen für viele ähnliche Unternehmen in der Region und sind deshalb ein guter Indikator für die Zukunftsaussichten. (eka)

So rechnet eine Mehrheit der befragten Unternehmen, dass sich die Schweizer Wirtschaft 2024 seitwärts bewegt. 57 Prozent wählten auf einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 5 (sehr gut) den Mittelwert. Immerhin mehr als ein Viertel prognostiziert die Entwicklung als «gut».

Spannend ist das Delta zwischen den allgemeinen Erwartungen und der Einschätzung zum eigenen Unternehmen. Hier rechnet eine Mehrheit (57 Prozent) mit einer guten Entwicklung, lediglich jedes fünfte Unternehmen wählt den Mittelwert 3.

Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten

Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten ist also deutlich ausgeprägter als das Vertrauen in die Gesamtwirtschaft. Pessimistisch sind 7 Prozent, sehr zuversichtlich 14,5 Prozent der Unternehmen. «Die beiden langfristigen Trends – die Verbesserung der Energieeffizienz des weltweiten Gebäudebestands sowie die erhöhten Anforderungen an die Raumluftqualität in Gebäuden – bleiben auch 2024 ein Wachstumstreiber für uns», sagt stellvertretend Belimo-Kommunikationschef Andreas Meile.

Ganz ähnlich die Stellungnahme von Martin Schäppi, dem Leiter Unternehmenskommunikation der Meier Tobler AG: «Der Technologiewandel hin zu erneuerbaren Energien ist in der Haustechnik in vollem Gange und ist auch ein grosser Arbeitsvorrat.»

Spannend ist auch ein Blick auf die Arbeitsplätze. Im vergangenen Jahr bauten die 15 an der Umfrage teilnehmenden Firmen Arbeitsplätze auf – insbesondere im Dienstleistungssektor. Aktuell halten sich die Unternehmen, die 2024 Arbeitsplätze schaffen wollen, und jene, die mit einem Abbau rechnen, etwa die Waage.

Bei den Fragen nach den Zukunftsaussichten für die eigene Firma waren wie vor einem Jahr Mehrfachnennungen möglich. In der Umfrage für 2023 war der Fachkräftemangel die weitaus grösste Sorge der befragten Unternehmen. Innert Jahresfrist hat sich diese Sorge noch akzentuiert: Für 2023 entfielen 47,8 Prozent der Antworten auf den Fachkräftemangel als grösste Sorge. Zwölf Monate später stieg der Anteil auf 63,2 Prozent.

«Für 2024 bereiten uns unter anderem der Fachkräftemangel und die Gesundheitskosten die grössten Sorgen», sagt Urs Kilchenmann, Mediensprecher der Helsana-Versicherungen mit Hauptsitz in Dübendorf. Weit abgeschlagen folgt die Rezession, die nur jedes fünfte Unternehmen fürchtet.

Zu den Auswahlmöglichkeiten bei dieser Frage zählten auch die Inflation, die Unterbrechung der Lieferketten und (zum letzten Mal) mögliche Lockdowns wegen Covid-19. Das alles ist heute kein Thema mehr. Dafür nimmt die Sorge wegen geopolitischer Unsicherheiten durch die Kriege in der Ukraine und in Nahost zu.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stehen im Zentrum des unternehmerischen Denkens. Das ist nicht nur bei den grössten Sorgen so, sondern auch bei den Faktoren, die zuversichtlich stimmen. 56,5 Prozent sehen die eigenen Produkte und das Know-how der Mitarbeitenden als den entscheidenden Faktor, der sie zuversichtlich ins kommende Jahr blicken lässt.

Ein gutes Drittel vertraut auch der Schweizer Wirtschaft, die sich erneut sehr robust zeigt. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Unternehmen in der Region verstärkt mit dem Mangel an Fachkräften kämpfen und etwas weniger optimistisch in die Zukunft blicken als noch vor einem Jahr.

Gesamtschweizerisch bezeichnet beispielsweise die NZZ die Jahre 2023 und 2024 als «zwei Übergangsjahre, in denen die Wirtschaft nur unterdurchschnittlich wächst». Pro Kopf stagniere die Wirtschaftsleistung. Die Unternehmen, die an der Züriost-Umfrage teilgenommen haben, zeichnen übers Ganze betrachtet ein optimistischeres Bild. Und das sind gute News zum Jahresbeginn.

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