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Wirtschaft

Das bewegte 2023 die Wirtschaft im Oberland

Neugründungen und Wachstum, aber auch Abschiede und Pleiten – ein Rückblick auf die Schlagzeilen im vergangenen Jahr.

Die Textilindustrie prägt das Zürcher Oberland bis heute. Architektonisch, aber auch immer noch wirtschaftlich. (Archiv)

Foto: Simon Grässle

Das bewegte 2023 die Wirtschaft im Oberland

Jahresrückblick

Wenn Unternehmer von Fachkräftemangel sprechen, dann ist das in der Regel ein gutes Zeichen. Die Wirtschaft zeigte sich 2023 sehr robust. Ein Rückblick auf das Geschehen im Zürcher Oberland.

Januar

4. Januar: Optimistisch ins neue Jahr

Dass Champagnerkorken nicht nur zum Jahreswechsel knallen können, sondern auch vier Tage später, belegt eine kurze Umfrage unter 30 Oberländer Unternehmen. Die am 4. Januar 2023 auf zueriost.ch publizierte Auswertung zeigt, dass die Unternehmen sehr optimistisch auf das neue Jahr blickten. 77 Prozent der Teilnehmenden schätzen die Entwicklung fürs kommende Jahr als «gut» oder «sehr gut» ein.

Sorgen bereitet vor allem der Fachkräftemangel. Fast 50 Prozent der Unternehmen geben den Mangel an geeigneten Mitarbeitenden als grösste Schwierigkeit an. Die Pandemie, die 2020 und 2021 unser Leben noch stark eingeschränkt hatte, ist dagegen fast kein Thema mehr: Weitere Lockdowns (4,3 Prozent) oder die Unterbrechung der Lieferketten (13,0 Prozent) rangieren weit unten im Sorgenbarometer.

11. Januar: Das steht künftig auf den roten Panolin-Fässern

Seit November 2022 firmiert die frühere Panolin AG aus Madetswil unter dem neuen Namen Lämmle Chemicals AG. Der Geschäftsbereich Panolin wurde mitsamt dem Markennamen an den Mineralöl-Multi Shell verkauft. Die neue Öl-Marke wird im Januar erstmals der Öffentlichkeit präsentiert: Roxor.

Der (Firmen-)Legende nach soll Gründer Bernhard Lämmle die Idee zum Namen Panolin einst in der Badewanne gehabt haben. Roxor entstand ebenfalls am Wasser, aber in einem ungleich grösseren Becken: In den Ferien am Roten Meer bei einer Zigarre ersann CEO Silvan Lämmle die neue Marke. Was bleibt, sind die roten Fässer.

Ein rotes Fass mit einem weissen Verschluss, das ein stilisiertes R zeigt.
Die neue Öl-Marke der Lämmle Chemicals AG heisst Roxor.

Weitere Schlagzeilen im Januar

11. Januar: Start-up montiert Windrad auf Käserei: Das Start-up New Green Tec im Innovationspark Dübendorf nimmt erstmals ein 3-Kilowatt-Windrad in Betrieb. Die neuartige Windturbine, die sich um ihre vertikale Achse dreht, wurde auf dem Gebäude der Käsefabrik Züger in St. Gallen montiert.

18. Januar: Übergabe an die dritte Generation: Seit 65 Jahren existiert die Eugen Seitz AG. Das Wetziker Familienunternehmen produziert Hochdruckventile für den Weltmarkt. Vater Urs Seitz übergibt die Firma im Januar an Sohn Fabian Seitz. Damit ist die dritte Generation am Ruder.

Februar

8. Februar: Pfäffiker Schellenberg Gruppe übernimmt Hess Druck AG

Übernahme in der Druckindustrie. Die Schellenberg Gruppe und die Hess Druck AG in Märstetten gehen gemeinsame Wege. Inhaber Oskar Schellenberg und CEO Regula Schellenberg sehen in der Übernahme des Familienbetriebs die Chance, ihr Dienstleistungsangebot zu vergrössern.

22. Februar: Meier Tobler glänzt dank der Energiewende

Der Boom bei der Sanierung von Heizungen schlägt sich positiv auf Umsatz und Gewinn des Schwerzenbacher Bauzulieferers Meier Tobler nieder. Zwar erscheint CEO Roger Basler lädiert an die Bilanzmedienkonferenz («Ich hatte Pech beim Skifahren und habe mir die Schulter gebrochen.»), dafür kann er mit hervorragenden Zahlen aufwarten: Der Umsatz konnte 2022 um 8,9 Prozent auf 556,3 Millionen Franken gesteigert werden, und der Gewinn hat sich von 15,6 Millionen auf 30,7 Millionen Franken fast verdoppelt. Allein das Geschäft mit Wärmepumpen ist 2022 um 23 Prozent gewachsen.

Weitere Schlagzeilen im Februar

8. Februar: Alteingesessener Ustermer Malerbetrieb muss aufgeben: Nach 80 Jahren schliesst die Dittlimaler AG in Uster für immer. Dabei ist das Geschäft gut gelaufen. Fehler im Management und später ein Unfall und ein damit verbundener Arbeitsausfall des Firmeninhabers führten die Firma in den Konkurs.

22. Februar: Landi Zola schliesst Huusbäckerei: Die Landi Zola AG mit Sitz in Illnau gibt die Schliessung ihrer Huusbäckerei in Mönchaltorf per Ende März bekannt. Der Konkurrenzdruck durch industrielle und andere gewerbliche Bäckereien sowie die steigenden Kosten für Rohstoffe und Energie seien die Gründe, so das Unternehmen. Es wolle sich in Zukunft auf die Bereiche Agrar, Detailhandel und Energie konzentrieren. Von der Schliessung betroffen sind 24 Mitarbeitende.

März

11. März: Reichle und De-Massari wächst auch in unsicheren Zeiten

Hochwertige Infrastrukturen für Daten- und Kommunikationsnetze bleiben auch in unsicheren Zeiten begehrt. Die R&M-Gruppe gibt ein starkes Jahresergebnis 2022 bekannt. Das Wetziker Familienunternehmen hat im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 297,9 Millionen Franken erzielt. Dies entspricht einem Plus von 8,6 Prozent. Dabei wandelt sich R&M vom Komponentenhersteller zum Anbieter von integrierten Infrastrukturlösungen für Rechenzentren, Daten- und Kommunikationsnetze. Ende 2022 beschäftigt die Gruppe 1700 Mitarbeitende in mehr als 40 Ländern.

Ein Produkt von Reichle und De-Massari mit Sitz in Wetzikon.
Infrastrukturlösungen für Rechenzentren, Daten- und Kommunikationsnetze. Reichle und De-Massari in Wetzikon entwickelt sich stetig weiter.

19. März: Knall in der Bankenbranche – mit Auswirkungen auch im Zürcher Oberland

Die Credit Suisse ist am Ende. Die Vertrauenskrise und der Abfluss von Milliarden an Kundengeldern zwingen den Bundesrat zum Handeln: Am Sonntag, 19. März, verabschiedet die Landesregierung ein Massnahmenpaket, das es der UBS ermöglicht, ihre Konkurrentin zu übernehmen. Die «Zwangsheirat» hat auch Auswirkungen auf die Regionalbanken im Zürcher Oberland. Die Bank Avera registriert in der Folge «einen grösseren Zufluss an Kundengeldern und Kontoeröffnungen», wie die Bank mit Hauptsitz in Wetzikon auf Anfrage mitteilt. «Wir stellen in diesen Tagen einen höheren Kundengeldzufluss fest», sagt auch Lars Studer, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Zürcher Oberland.

31. März: Ein Banker mit Leib und Seele

22 Jahre führte Rolf Zaugg die Bank Avera. Ende März geht der CEO der grössten Regionalbank des Kantons Zürich in Rente. Sein Nachfolger stammt aus den eigenen Reihen und steht seit einigen Monaten fest: André Wegmann, der bislang das Retail Banking geleitet hat.

Rolf Zaugg, CEO, im bzw. vor dem Hauptsitz der Bank Avera in Wetzikon.
Der Schritt aus dem Berufsleben ins Dasein als Rentner: Am 31. März geht Rolf Zaugg nach 22 Jahren als CEO der Bank Avera in Pension. 

Weitere Schlagzeilen im März

17. März: Bei De Boni Elektro in Hinwil gehen die Lichter aus: Nach 44 Jahren schliesst das Ladengeschäft der De Boni Elektro AG in Hinwil. Gleichzeitig baut das Unternehmen den Bereich der Elektroinstallationen aus.

29. März: In Dübendorf wird weiter in den Himmel gebaut: Das Dübendorfer Boom-Quartier Hochbord wächst in den Himmel. Die Pensionskasse des Bunds plant neben dem im Bau befindlichen Hochhaus Sorrento ein weiteres 60 Meter hohes Haus mit 150 Wohnungen. Baubeginn soll im Februar 2024 sein.

30. März: Knall bei Dormakaba: Am 7. März hatte Dormakaba ein Halbjahresergebnis vorgelegt, das von der Börse schlecht aufgenommen wurde und die Aktie auf Talfahrt schickte. Drei Wochen später kommt es zum grossen Knall in der Teppichetage des Schliesstechnikkonzerns: Die Konzernleitung wird verkleinert und umgebaut: Gleich vier der neun Mitglieder müssen gehen – nicht ohne den Dank und die besten Wünsche für die «private und berufliche Zukunft» durch CEO Jim-Heng Lee.

April

25. April: Zahl der Firmengründungen in der Region wächst rasant

442 Firmen wurden im ersten Quartal im Zürcher Oberland gegründet. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 11,3 Prozent. Die Zahl wurde vom Institut für Jungunternehmen (IFJ) mit Quellenmaterial des Schweizerischen Handelsamtsblatts (SHAB) auf nationaler Ebene erhoben. Dessen Co-CEO Simon May erklärt die Neugründungen auch mit dem Zeitgeist: «Viele Menschen haben in der heutigen Zeit das Bedürfnis nach mehr Freiheiten im Beruf und ermöglichen sich den Traum einer eigenen Firma.»

Weitere Schlagzeilen im April

4. April: Markus Honegger wird neuer Chef der Regio 144 AG: Der Rettungsdienst Regio 144 AG baut seine Geschäftsleitung um. Markus Honegger, langjähriger Bereichsleiter Rettungsdienst, löst den bisherigen Geschäftsführer Martin Kuhn ab. Dieser verbleibt in der Geschäftsleitung und übernimmt dort die Finanzen und das Controlling.

Die Bachofner Kanalreinigungen AG in Fehraltorf wurde am 17.  April 2023 mit dem This-Priis ausgezeichnet.
Träger des This-Priis: Andreas Schulthess erklärt sein Engagement – neben ihm auf der Bühne Ehe­frau Jeannine Schulthess und Martin Schilt, Leiter der IV-Stelle des Kantons Zürich.

25. April: Fehraltorfer Firma mit This-Priis ausgezeichnet: Grosse Ehre für eine kleine Fehraltorfer Firma. Die Bachofner Kanalreinigungen AG ist mit dem This-Priis der Sozialversicherungsanstalt (SVA) Zürich ausgezeichnet worden. Inhaber und Geschäftsführer Andreas Schulthess setzt sich seit Jahren für die Integration von Mitarbeitenden mit Handicaps ein. «Alle Menschen haben die Chance verdient, ihren Lebensunterhalt selbständig und in Würde zu bestreiten», lautet sein Credo.

Mai

12. Mai: Atzmännig will Millionenbetrag in neue Anlagen investieren

In Zeiten des Klimawandels sagen viele Experten den kleineren Wintersportgebieten in mittleren Lagen einen schleichenden Tod voraus. Die Atzmännig Sportbahnen AG lässt sich davon nicht unterkriegen, sondern geht in die Offensive. 15 bis 18 Millionen Franken will die Bergbahn im Goldingertal in den nächsten Jahren in ihre Anlagen investieren. Mit diesem Geld sollen eine neue kombinierte Gondel- und Sesselbahn, ein neues Verwaltungsgebäude und eine neue Sommerrodelbahn entstehen. «Wir sind keine Wintersportstation», sagt Geschäftsführer Roger Meier. Schon heute generiert die Atzmännig Sportbahnen AG je 55 bis 80 Prozent des Jahresumsatzes im Sommerhalbjahr.

Bergstation einer Sesselbahn im Winter.
So wird die neue Bergstation der kombinierten Sessel- und Gondelbahn am Atzmännig aussehen.

31. Mai: Ein guter Start und ein würdiger Abschied bei der Bank Avera

Erstmals führt André Wegmann als neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung durch die Generalversammlung der Bank Avera. Die Genossenschaftsbank hat 2022 einen Gewinn von 5,71 Millionen Franken (+6,9 Prozent) erwirtschaftet. Gleichzeitig wird der ehemalige CEO Rolf Zaugg, der als einfacher Genossenschafter zugegen ist, gebührend verabschiedet.

Zwei Männer schütteln die Hände, einer der beiden trägt eine Holzkiste mit einer Flasche Wein in der Hand.
Edler Tropfen aus dem Piemont: Der abgetretene CEO Rolf Zaugg (links) wird von seinem Nachfolger André Wegmann verabschiedet.

Weitere Schlagzeilen im Mai

18. Mai: Was Uster Technologies zum attraktiven Arbeitgeber macht

Beim Award «Great Place to Work» werden jedes Jahr die besten Arbeitgeber der Schweiz ausgezeichnet. Uster Technologies, das Systeme zur Qualitätssicherung und -kontrolle in der Textilindustrie herstellt, belegt dabei den neunten Platz in der Kategorie der Grossbetriebe.

21. Mai: 13 Prozent mehr Passagiere in der «Frieda»

Die Forchbahn (FB) blickt auf ein erfreuliches Jahr zurück. Die FB hat im Jahr 2022 insgesamt 5,4 Millionen Fahrgäste befördert. Das ist ein Plus von 13,3 Prozent. Noch sind diese Zahlen aber weit vom Rekordwert vor Corona entfernt.

Juni

13. Juni: Raiffeisenbank Zürcher Oberland schafft physische GV ab

Die GV der Raiffeisenbank Zürcher Oberland findet künftig schriftlich statt. Die rund 18'000 Genossenschafterinnen und Genossenschafter haben die Statutenänderung mit grossem Mehr abgenickt. Im Vorfeld hatte ein gehässiger Beitrag im Finanzblog «Inside Paradeplatz» für Aufregung gesorgt. Dem Verwaltungsrat um Präsident Christian Elliscasis wurde vorgeworfen, er habe «keinen Bock auf Genossenschafter». Der Grund ist trivialer: Es gibt schlicht keinen Saal in der Region für einen Anlass, an den traditionell mehr als 2000 Genossenschafter kamen.

29. Juni: Bubiker Kultbeiz muss nach 30 Jahren den Abschied feiern

Eine letzte grosse Party, und dann ist die «Rampe» in Bubikon Geschichte. Mit der Beiz verschwindet ein wichtiger Treffpunkt aus der Gemeinde. 400 Gäste kann der langjährige Wirt Marco Schenk zur Abschiedssause begrüssen. Grund für das Ende der «Rampe» ist ein Zwist zwischen Pächter und Vermieterin.

Blick von oben auf eine Gartenbeiz.
Rund 400 Gäste besuchten die «Rampe» zum Abschied.

Weitere Schlagzeilen im Juni

9. Juni: 30'000 Päckli fürs Zürcher Oberland

Das neue Paketzentrum der Post in Wallisellen nimmt seinen Betrieb auf. Auf 5200 Quadratmetern laufen täglich bis zu 30’000 Pakete durch die Sortieranlage – vor allem mit der Destination Zürcher Oberland.

27. Juni: Schibli-Gruppe übernimmt Kellenberger + Huber AG

Die Schibli-Gruppe hat ein neues Tochterunternehmen: das Elektrounternehmen Kellenberger + Huber AG mit Sitz in Uster und Oetwil am See.

Juli

3. Juli: Stellenabbau bei Dormakaba

Der Schliesstechnikkonzern Dormakaba mit Sitz in Rümlang und Wetzikon kündigt ein Sparprogramm an. 800 der weltweit 16’000 Stellen sollen wegfallen. Im Oktober wird klar, dass es auch den Standort Wetzikon treffen wird: 160 der rund 930 Vollzeitstellen in der Schweiz gehen verloren. Teile der Produktion sollen nach Bulgarien verlagert werden.

5. Juli: Mönchaltorfer macht mit Divertimento-Komiker gemeinsame Sache

Nicht nur Manu Burkart vom Komikerduo Divertimento, auch Entertainer Zeki Bulgurcu und das Unternehmerpaar Yaël Meier und Jo Dietrich glauben an Jobshot. Der Kopf hinter dem Start-up ist Jonny Billeter aus Mönchaltorf. Er hat eine App entwickelt, auf der sich rekrutierende Firmen mit kurzen Videos vorstellen. Interessierte Stellensuchende antworten ebenfalls mit einem Video, einer Sprachnachricht oder einer schriftlichen Message.

Vier Männer und eine Frau (Mitte) stehen vor einem Gebäude und schauen in die Kamera.
Der Mönchaltorfer Jonny Billeter (links) gründet mit Unternehmer Jo Dietrich, Unternehmerin Yaël Meier, Influencer Zeki Bulgurcu und Comedian Manu Burkart (von links) die videobasierte Job-App Jobshot.

Weitere Schlagzeilen im Juli

7. Juli: Hochfliegende Pläne und ein revolutionäres Konzept aus Dübendorf

Das kanadische Unternehmen Blackcomb Helicopters erwirbt einen VR-Simulator der Firma Loft Dynamics in Dübendorf und wird ihn für Trainingsflüge mit dem Airbus-Helikopter H125 einsetzen. Das ist deshalb bemerkenswert, weil Loft Dynamics damit ein wichtiger Schritt nach Nordamerika gelingt.

Ein Mann sitzt in einem Flugsimulator. Im Vordergrund zwei Monitore, die zeigen, was der Mann in seiner VR-Brille sieht.
ZO/AvU-Redaktor Sandro Compagno in einem VR-Simulator im Anflug auf den Flughafen Bern-Belp.

25. Juli: Millionenschweres Förderprogramm für das Oberland

Strukturschwachen Zürcher Regionen soll künftig stärker unter die Arme gegriffen werden. Der Bund unterstützt das Zürcher Oberland und das Weinland im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP). Rund 6,2 Millionen Franken sollen von 2024 bis 2027 in den Tourismus und die Vermarktung regionaler Produkte fliessen.

August

2. August: «Praktisch ein Totalschaden» – 25’000 Orchideen verhagelt

Es ist nur ein kurzer, aber heftiger und vor allem unerwarteter Hagelschlag über der Gärtnerei von Manfred Meyer in Wangen. Zu unerwartet, um die Dächer der Gewächshäuser zu schliessen, wo Zehntausende Orchideen heranwachsen. Rund 25'000 Orchideen werden vom Hagel in Mitleidenschaft gezogen und können nicht mehr in den Einzelhandel gebracht werden. Die Meyer Orchideen AG verkauft sie mit grossen Rabatten an die treue Kundschaft.

Die Orchideen Meyer AG produziert jedes Jahr 300'000 Orchideen. Dank Wärmepumpe, Holzschnitzelheizung und Photovoltaik klimaneutral.
In den Gewächshäusern von Hanspeter Meyer in Wangen wachsen jedes Jahr 300'000 Orchideen.

18. August: Gewerkschaft prangert an: Wie sauber ist die Voland-Backstube?

Die Gewerkschaftszeitung der Unia torpediert die Konditoreikette Voland mit harten Vorwürfen. Die Bäckerei von René Schweizer, dem Vizepräsidenten des Zürcher Bäcker- und Confiseurmeister-Verbands, soll in der Backstube in Steg ein sehr entspanntes Verhältnis zur Hygiene haben. Unterstrichen werden die Vorwürfe mit unappetitlichen Bildern. Auch berichtet die Zeitung von einer enormen Arbeitsbelastung der Angestellten. Einige Tage später nimmt Inhaber René Schweizer Stellung: Er beschuldigt eine ehemalige Mitarbeiterin teilweise schwer. Ausserdem vermutet er ein politisches Motiv seitens der Gewerkschaft Unia. Schweizer kandidiert auf der SVP-Liste für einen Sitz im Nationalrat.

Weitere Schlagzeilen im August

15. August: Raiffeisenbank Zürcher Oberland wächst weiter

Alle drei Genossenschaftsbanken in der Region haben ein erfolgreiches erstes Halbjahr hinter sich. Als erste veröffentlicht die Raiffeisenbank ihre Zahlen. Insbesondere das Zinsdifferenzgeschäft läuft gut, nachdem die Nationalbank die Ära der Negativzinsen beendet hat. Auch die Bank Avera und die Bank BSU, die kurz später ihre Zahlen präsentieren, profitieren von der Zeitenwende.

15. August: Stewi ist gerettet – und zügelt nach Saland

Die Reichardt-Gruppe mit Sitz in Ruggell (Liechtenstein) übernimmt Stewi. Der Hersteller der Kult-Wäschespinnen stand vor dem Aus. Inhaber Felix Reichardt zügelt die Produktion von Winterthur nach Saland.

15. August: Unverpackt in Uster muss einpacken

Nach vier Jahren ist Unverpackt Zürioberland am Ende. Die Geschäftsführung gibt die Schliessung des Ladens per 7. November bekannt.

25. August: Maluu’s Bakery ist pleite – nach nur sechs Monaten

Und gleich noch eine Firma, der die Puste ausgegangen ist – wenn auch bedeutend früher. Nach nur sechs Monaten schliesst Maluu’s Bakery ihre im März von der ehemaligen Bäckerei Bolliger übernommenen Filialen in Hinwil und Unterwetzikon.

31. August: Ist das der Turnaround für Dormakaba?

Dormakaba vermeldet wieder einmal positive Nachrichten. Der Schliesstechnikkonzern hat im Geschäftsjahr 2022/2023 einen Nettoumsatz von 2,848 Milliarden Franken erzielt. Das entspricht einem Plus von 3,3 Prozent.

September

13. September: Pilotversuch der Post in Wetzikon und Gossau

Die Welt wird immer digitaler. Doch nicht alle halten Schritt. In einem Pilotversuch in Wetzikon und Gossau bietet die Post Unterstützung. Konkret helfen Post-Mitarbeitende bei Schwierigkeiten mit dem Mobiltelefon oder Notebook, mit digitalen Formularen oder neuen Zahlungsmethoden oder auch bei der Eröffnung des elektronischen Patientendossiers.

Eine junge Postangestellte hält ein Smartphone in der Hand und erklärt einem Kunden etwas.
«Es macht viel Spass, den Leuten zu helfen»: Annapia Rizzo ist Stellvertretende Teamleiterin in der Post Wetzikon und engagiert sich im Pilotversuch «Digital Enabling».

26. September: Laupner Familienbetrieb muss nach fast 50 Jahren schliessen

Es ist das traurige Ende einer Traditionsfirma. Das Metallbauunternehmen Reichmuth & Rüegg AG in Laupen schliesst. Der Anfang vom Ende des Familienbetriebs war im Jahr 2017, als Firmengründer Bernhard Rüegg nach kurzer Krankheit verstarb. Es folgen Abgänge von erfahrenen Mitarbeitern und deren Know-how. Corona und Schwächen im Management waren schliesslich zu viel für die KMU.

Blick in eine leere Produktionshalle der Reichmuth & Rüegg AG in Wald.
Die Werkhallen sind geräumt. Die Metallbaufirma Reichmuth & Rüegg in Wald muss schliessen.

Weitere Schlagzeilen im September

1. September: Neustart und eine Art Heimkehr

Das traditionsreiche Möbelhaus Wirz Wohnen ist von Neftenbach nach Volketswil gezogen.

19. September: Ein Firmenfest für alle

Die Bauunternehmung Künzli AG in Gossau feiert ihr 100-jähriges Bestehen.

25. September: «Unverpackt Zürioberland» lebt weiter

Das Unverpackt-Konzept hat in Uster eine Zukunft. Das Delikatessengeschäft Gourmeteca führt das Konzept weiter.

Oktober

4. Oktober: Eine Stadt, zwei Magazine – geht das?

Am 6. Oktober startet die «Wetziker Post». Die Gratiszeitung soll künftig sechsmal im Jahr in einer Auflage von 15’000 Exemplaren erscheinen. Herausgeberin ist die Tudor Dialog GmbH in Gossau, die bereits die «Gossauer Post», die «Grüninger Post» und die «Ährenpost» in Hombrechtikon produziert und Betreiberin des Online-Portals Zürioberland24 ist. Die Lancierung ist insofern spannend, da die Stadt Wetzikon 2024 ihr eigenes Stadtmagazin herausbringen will.

17. Oktober: Schwerzenbacher Firma enttäuscht Kunden und Anleger

Der Heizungs- und Klimaspezialist Meier Tobler mit Hauptsitz in Schwerzenbach spricht eine Gewinnwarnung aus – mitten im Boom der Wärmepumpen kommt es zu Lieferverzögerungen oder -ausfällen. Grund ist das neue Dienstleistungszentrum an der A1 in Oberbuchsiten AG. Es leidet unter Kinderkrankheiten. Die Börse reagiert ungnädig: Die Aktie sackt um fast 20 Prozent ab.

Aussenansicht des neuen Dienstleistungszentrums von Meier Tobler in Oberbuchsiten AG.
Nicht alles ist Gold, was glänzt: Das neue Logistikzentrum von Meier Tobler in Oberbuchsiten AG kämpft mit Kinderkrankheiten.

Weitere Schlagzeilen im Oktober

5. Oktober: Selbstbedienungsladen der Migros kommt nach Bauma

In der Migros in Bauma stehen Umbauarbeiten bevor. In dieser Zeit gibt es einen Selbstbedienungsladen.

5. Oktober: Erneut gute Noten für VZO

Die Zürcher Oberländer mögen ihre Verkehrsbetriebe. Die jährliche Fahrgastbefragung fällt sehr positiv aus.

25. Oktober: Milandia in Greifensee erhält eine Padel-Halle

Im Frühjahr 2023 wurde die Freizeitanlage Milandia von der SEP Areal AG übernommen. Jetzt ist klar, wie es in Greifensee weitergeht.

November

7. November: Preise für Wohneigentum im Zürcher Oberland steigen erneut

Trotz höheren Zinsen und abkühlender Konjunktur: Die Preise für Wohneigentum sind im Kanton und in der Region weiter gestiegen. Das zeigt der Eigenheimindex der Bank Avera.

22. November: Die Produktionshalle, die in zwei Stunden nachwächst

Die Trox Group gibt ein Bekenntnis zum Standort Zürcher Oberland ab. Der international tätige Hersteller von Lüftungs- und Klimaanlagen baut in Rüti einen neuen Unternehmenssitz und investiert rund 30 Millionen Franken. Am 21. November feiert das Unternehmen das Richtfest des imposanten Gebäudes, das aus 2500 Kubikmetern heimischem Holz entstanden ist.

Zwei Männer im Gespräch in einem grossen Raum im Rohbau.
Thomas Mosbacher (rechts), Geschäftsführer der Trox Group, im Gespräch mit Benjamin Habbig, Leiter Produktion in Rüti.

Weitere Schlagzeilen im November

7. November: Lämmle Chemicals aus Madetswil übernimmt Luzerner Firma

Lämmle Chemicals expandiert. Das Schmierstoff- und Chemieunternehmen übernimmt die Amstutz Produkte AG aus Eschenbach LU.

9. November: Goldene Zeiten für Greifenseer Winzerpaar

Bea Meier und Edy Pfammatter gehören zu den wenigen Weinbauern in der Region. Der Riesling-Sylvaner und den Rosé des Paars wurde am «Grand Prix du Vin Suisse» mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

24. November: Neue Heizzentrale sorgt für mehr Wärme in Rikon

Die Holzenergie Rikon AG hat eine neue Heizzentrale. Die Fernwärme wird mit regionalem Holz produziert.

Dezember

5. Dezember: Wechsel in der Dormakaba-Führungsetage

Es herrscht ein Kommen und Gehen in der Chefetage bei Dormakaba. Anfang Dezember gibt der Schliesstechnik-Konzern mit Sitz in Rümlang und Wetzikon bereits den dritten CEO innert zweieinhalb Jahren bekannt. Till Reuter heisst der Mann, der ab 1. Januar 2024 den Schlüssel zum Erfolg in den Händen halten soll. Er folgt auf Jim-Heng Lee, der seien Posten am 1. Januar 2022 angetreten hatte. Dessen Vorgängerin Sabrina Soussan war vom 1. April bis 31. Dezember 2021 im Amt gewesen.

Porträt eines Mannes im dunklen Sakko mit grüner Krawatte.
Seit Oktober 2023 sitzt Till Reuter im Verwaltungsrat von Dormakaba. Ab 1. Januar 2024 übernimmt der Deutsche als CEO die operative Verantwortung.

8. Dezember: Oberländer Skilifte setzen auf überregionale Partnerschaften

Die Skiliftbetreiber in der Region kämpfen mit schneearmen Wintern und damit um ihre Zukunft. Ein Ansatz sind Partnerschaften mit grösseren Wintersport-Arenen: So sind auf diesen Winter gleich drei Skilifte solche Partnerschaften eingegangen: der Skilift Oberholz-Farner in Wald und der Skilift Schafbüel in Wildberg mit den Pizolbahnen oberhalb von Bad Ragaz, der Skilift Steig mit dem Skigebiet Andermatt-Sedrun-Disentis. Bereits seit einigen Jahren besteht auch zwischen den Atzmännig Sportbahnen und Engadin St. Moritz eine Zusammenarbeit. Die Idee dahinter: Ihre ersten Schneesport-Erlebnisse haben die Kinder oft an diesen kleinen Skiliften. Und nur wer dort seine ersten Meter auf Schnee zurücklegt, wird irgendwann seine Schwünge auf der Corviglia ziehen.

Ein skifahrendes Kind mit rotem Helm.
Die kleinen Skigebiete in der Region als «Einstiegsdroge»: Ein Kind vergnügt sich am Skilift Ghöch in Bäretswil. (Archiv)

Weitere Schlagzeilen im Dezember

7. Dezember: Eugen Seitz AG plant neuen Hauptsitz in Pfäffikon

Die auf Ventiltechnologie spezialisierte Eugen Seitz AG hat angekündigt, von Wetzikon nach Pfäffikon zu ziehen. Dort will sie ihren neuen Hauptsitz bauen.

15. Dezember: Genossenschaft erhöht Mieten in Uster um bis zu 30 Prozent

Unfrohe Kunde für die Mieterinnen und Mieter der Baugenossenschaft Frohheim (BGF) in Uster: In den Siedlungen Schwizerberg und Seeblick steigen die Mieten um bis zu 30 Prozent.

15. Dezember: Gestaltungsplan für Innovationspark Dübendorf liegt auf

Nach dem nordwestlichen Teil des Flugplatzes Dübendorf steht nun auch der Gestaltungsplan für den südwestlichen Teil. Es wird mit der ganz grossen Kelle angerichtet: Im Innovationspark soll Raum für 15’000 Arbeitsplätze enstehen, dazu Restaurants für mehr als 5000 Menschen sowie drei Parks für die Bevölkerung.

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