Genossenschaft erhöht Mieten in Uster um bis zu 30 Prozent
Angst gegen Angst
Der Titel dieses Artikels liest sich wie ein handfester Skandal. Doch die Geschichte dahinter ist um einiges komplexer.
Es geht um die Baugenossenschaft Frohheim (BGF) mit Sitz in Zürich. Die Genossenschaft besitzt im Kanton insgesamt 16 Siedlungen mit 1094 Wohnungen. Dazu gehören auch Liegenschaften im Zürcher Oberland: In Aathal-Seegräben, Pfäffikon und Uster hat die BGF insgesamt 72 Wohnungen und 20 Einfamilienhäuser. Sie werden zur Kostenmiete vermietet.
Die BGF wirtschaftet wie viele Genossenschaften nicht gewinnorientiert, sondern wendet bei der Mietzinsgestaltung die Kostenmiete an. Wie diese berechnet wird, legt das Mietzinsreglement der Stadt Zürich fest. Die BGF hat dort ihren Sitz.
Die Kostenmiete setzt sich aus den Faktoren Finanzierungs- und Betriebskosten zusammen. Grundlage für die Finanzierungskosten sind die Anlagewerte, die die Genossenschaft für Land, Gebäude sowie wertvermehrende Investitionen aufgewendet hat. Eine Veränderung des Referenzzinssatzes kann hier zu Veränderungen führen.
Zu den Betriebskosten zählen die laufenden Unterhaltskosten wie Renovationen, Abschreibungen oder Verwaltungskosten. Für die Berechnung dieser Kosten wird der Gebäudeversicherungswert mit der Unterhaltsquote (aktuell 3,25 %) multipliziert. Der Gebäudeversicherungswert wird von der Gebäudeversicherungsanstalt (GVA) des Kantons festgelegt.
Der Gebäudeversicherungswert stieg am 1. Januar um rund 10 Prozent und wird 2024 erneut um rund 5 Prozent steigen. Die Unterhaltsquote war laut BGF in den letzten Jahren zu tief und reicht nicht aus, um die laufenden und zukünftigen Unterhaltskosten zu decken. Sie hat deshalb bei der Fachstelle Gemeinnütziges Wohnen der Stadt Zürich eine Erhöhung beantragt. Diesem Antrag wurde stattgegeben.
Da die Siedlungen der BGF gesondert betrachtet werden, kommt es zu unterschiedlichen Mietzinsanpassungen.
(sco)
«Die BGF schafft und erhält preis- und lebenswerten, umweltgerechten und auf zukünftige Bedürfnisse ausgerichteten Wohnraum ohne spekulative Hintergründe.» So steht es im Leitbild. Die Genossenschaft wirtschaftet nicht gewinnorientiert.

