Das ist in diesem Winter neu in den Oberländer Skigebieten
Skilifte in der Region
Ponylift, Partnerschaft und Pistenbully – die Skilifte in der Region rüsteten auf diese Saison hin auf. Eine Übersicht zum Saisonstart.
Der vergangene Winter war einer zum Vergessen. Der fehlende Schnee sorgte dafür, dass die Skigebiete in der Region meistens geschlossen waren. Auf dem Sitzberg schauten gerade mal vier Betriebstage heraus. Im Ghöch waren es immerhin deren 13.
Umso mehr freuten sich die Betreiber der Oberländer Skilifte über den Neuschnee am vergangenen Wochenende. Vielerorts wäre ein Saisonstart erst ab dem zweiten Dezemberwochenende vorgesehen gewesen. Nun lockten die Pisten schon am prächtigen ersten Adventssonntag.
Bereits Anfang November hatten die Lifte mit den Vorbereitungen für die neue Saison begonnen. «Wir müssen bereit sein, wenn der erste Schnee kommt. Sonst macht man sich keine Freunde», sagte Evelyne Hengartner vom Skilift Oberholz-Farner bei Wald.
Viele freiwillige Helferinnen und Helfer sind jeweils nötig, damit Klein und Gross über die Oberländer Pisten rutschen können. Der Aufbau und der Betrieb sind ein grosser Hosenlupf für die kleinen Skigebiete – sowohl personell als auch finanziell. Dennoch arbeiten sie ständig an ihrem Angebot, um die Betriebsauflagen des Kantons zu erfüllen und den Skifans ein attraktives Skierlebnis zu bieten.
Pistenbully als Errungenschaft
Auf ein neues Vermarktungskonzept setzt auf diese Saison hin neben dem Skilift Oberholz-Farner auch der Skilift Schafbüel in Wildberg. Beide Lifte gehen eine Partnerschaft mit den Pizolbahnen ein. Wer sich eine Saisonkarte eines der beiden Oberländer Skigebiete kauft, kann damit auch oberhalb von Bad Ragaz vergünstigt auf die Piste. Eine ähnliche Kooperation unterhalten die Sportbahnen Atzmännig bereits mit den Bergbahnen in St. Moritz.
Patrick Schmid, Präsident von Skifahren Wildberg, freut sich zudem über die Anschaffung eines eigenen Pistenbullys. Für das kleine Skigebiet sei es eine bedeutende Errungenschaft. Dank der Unterstützung der Gemeinnützigen Gesellschaft des Bezirks Pfäffikon müsse der Skilift trotzdem die Skibillette nicht verteuern. «Ohne die grosszügige Unterstützung unserer Sponsoren und von zahlreichen freiwilligen Helfern wäre der Betrieb nicht möglich», meint Schmid.
Übungslift und Partnerschaft
Gleich einen neuen Übungslift angeschafft hat sich der Skilift Steig in Bäretswil. Er ersetzt den alten, in die Jahre gekommenen Ponylift. Ein Ereignis, das im Kanton Zürich nicht mehr allzu oft vorkommt. Die zuständige Stelle beim Kanton habe sogar in St. Gallen nachfragen müssen, welche Unterlagen für eine Zulassung benötigt würden, berichtet Sven Hüppi, Vorstandsmitglied der Skilift-Genossenschaft Steig. Finanziert wird der neue Lift unter anderem mit einer Spendenaktion.

Der «Grizzly-Express» ist nun Teil des Kinderlands, das die Betreiber inklusive des neuen Bärenmaskottchens vor bald drei Jahren lanciert hatten. Dank den Haltenoppen ist der neue Lift gemäss Hüppi auch kinderfreundlicher als der alte. Für den Aufbau der Lifte am Dorfrand von Bäretswil standen Anfang November 25 freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz.
Ausserdem geht auch der Skilift Steig in diesem Jahr eine neue Partnerschaft mit einem grösseren Skigebiet ein. Die Bäretswiler arbeiten neu mit dem Skigebiet Andermatt-Sedrun-Disentis zusammen. Saisonkarteninhaber erhalten dadurch beim grossen Partner eine Tageskarte zum halben Preis.
Unterstützung durch «Bügelgöttis»
Beim höher gelegenen Nachbarn im Ghöch gibt es in diesem Jahr nur wenige Neuerungen. «Wir mussten beim grossen Lift die Anfahrt zum Anbügeln verlängern», sagt Ernst Steiger, Präsident des Skilifts. Zudem müsse eine Sicherheitsreissleine installiert werden, wenn der Ausstieg aus dem Lift bereits vor der Bergstation sei. Beide Anpassungen sind Sicherheitsauflagen des Interkantonalen Konkordats für Seilbahnen und Skilifte (IKSS). Diese machen den Skiliftbetreibern regelmässig zu schaffen. «Es kostet einfach Geld», sagt Steiger.
Geld, das bei vielen Skiliften im Oberland knapp ist. So waren auch beim Skilift Fischenthal Anpassungen nötig, um weiterhin eine Betriebsbewilligung zu erhalten. Um das finanzielle Loch zu stopfen, mussten sich die Betreiber des Lifts im Tösstal deshalb etwas überlegen.

«Wir haben eine Bügelgötti-Aktion ins Leben gerufen», sagt Inhaber und Betriebsleiter Martin Schoch. Für 100 Franken pro Jahr kann dabei die Patenschaft für einen der 80 Bügel übernommen und so der gemeinnützige Verein unterstützt werden. Auch beim Skilift Sternenberg setzen die Betreiber auf ein solches Konzept, um einen kostendeckenden Betrieb zu ermöglichen.
Schneewalze für Planungssicherheit
Während der Skilift in Fischenthal am letzten Wochenende noch keine fahrbare Piste präparieren und den Betrieb trotz dem Neuschnee nicht aufnehmen konnte, hiess es wie bei den meisten Skiliften auch auf dem Sitzberg im Grenzgebiet zum Kanton Thurgau schon «Piste, gut!».
Seit dem letzten Winter sorgt hier eine neue Schneewalze für mehr Planungssicherheit. «So können wir die Piste präparieren, wenn es für die grosse Maschine zu wenig Schnee hat», sagte Vereinspräsident Michael Lauener im vergangenen April.
Zudem sei die Skiliftsteuerung im letzten Jahr erneuert worden. «Ein grosser Brocken für einen so kleinen Lift», so Lauener. Vorerst seien deshalb keine grösseren Investitionen mehr geplant.
Positives Feedback
Auch bei den Sportbahnen Atzmännig stand eine grössere Veränderung bereits im vergangenen Jahr an. Nun geht die neu geschaffene Winter-Arena, die vor allem Schneesportanfänger ansprechen soll, in die zweite Saison.
In diesem Winter sind gemäss Geschäftsführer Roger Meier nur leichte Anpassungen geplant. «Beim Übungsgelände planen wir zusätzlich eine Schlittelspur», erklärt er. Ausserdem sei der Mittelausstieg beim Brustenegg-Lift nun fix. Dies stelle für Anfänger «ein optimales und stufengerechtes Angebot» dar.

Beim Skilift Steg, dem längsten Lift im Kanton, startete man am Wochenende ebenfalls in die Saison. Allerdings blieb der grosse Lift noch geschlossen. Neuerungen auf die aktuelle Saison hin sind keine bekannt. Dafür haben die Liftbetreiber erst vor zwei Jahren die Skihütte renoviert.
Die Oberländer Lifte sind also auch auf diese Saison hin wieder bereit. Doch lohnen sich die regelmässigen Investitionen und der grosse Zeitaufwand überhaupt? «Diese Frage stellen alle immer», sagt Ernst Steiger. «Es lohnt sich, solange das Feedback positiv ist.»
Die Skifans wiederum lieferten die Antwort am vergangenen Wochenende gleich selbst. Sie stürmten die geöffneten Lifte regelrecht und sorgten damit für einen Traumstart in den neuen Winter.
