Licht im Dschungel der Förderbeiträge
Wirtschaftsforum Illnau-Effretikon
Der Staat fördert Energiesparen. Doch wo wie welche Fördermittel zu holen sind, ist unübersichtlich.
Strom ist knapp und teuer. Das erkennt nicht nur jede Schweizerin und jeder Schweizer zuerst an der Nebenkostenabrechnung und kurz später schmerzhaft im Portemonnaie. Auch Unternehmer und Gewerbetreibende sehen diese Entwicklung der letzten Jahre in den Geschäftszahlen.
Entsprechend gross war das Interesse am Wirtschaftsforum Illnau-Effretikon, das sich dem Thema «Energiesparen in Unternehmen und Geschäftsimmobilien» widmete.
Stadtpräsident Marco Nuzzi (FDP) konnte rund 80 Teilnehmende im Effretiker Stadthaussaal begrüssen. Sie waren gekommen, um Alex Herzog, dem Fachverantwortlichen Energie der Stadt Illnau-Effretikon, zuzuhören.
Strommangellage unwahrscheinlich
Dieser hatte zunächst gute Nachrichten. Dass uns im kommenden Winter eine Strommangellage drohe, sei eher unwahrscheinlich, meinte Herzog und zeigte dies anhand einer Grafik der Stromproduktion in unserem Nachbarland Frankreich.
Diese liegt aktuell deutlich über dem Wert vom letzten Jahr, als viele der in die Jahre gekommenen Atommeiler wegen Wartungs- und Reparaturarbeiten stillgestanden hatten.
Trotzdem lohnt sich Stromsparen. Und: Es ist keine Raketenwissenschaft. Alex Herzog zeigte ganz handfeste, praktische Möglichkeiten auf. So lassen sich mit einfachen Optimierungen bereits spürbare Resultate erzielen:
Beispielsweise indem man die Betriebszeiten von Anlagen der Nutzung anpasst oder indem man auf effizientere Anlagen umsteigt.
Wie das konkret geht, erklärte Jürg Gerber, Geschäftsführer der Grossgärtnerei Lamprecht Pflanzen AG in Illnau. Die CO2-Steuer habe ihn zu seinem Glück gezwungen, so Gerber.
Insbesondere die Heizenergie in den Gewächshäusern ist bei Gärtnereien ein grosser Kostenfaktor. Dort setzte Gerber an und installierte unter anderem eine zentrale Klimasteuerung: «Wir haben die Investitionen und die Einsparungen verglichen und rasch gesehen, dass sich das lohnt.»
Dank der Klimasteuerung sank der Heizölverbrauch um rund 30 Prozent. Beim Einbau der neuen Anlage profitierte die Gärtnerei überdies von Fördermitteln.
Diese Fördermittel seien ein Dschungel, sagte Alex Herzog. Er wolle deshalb etwas Licht ins Dickicht bringen. Herzog nannte verschiedene Beratungsstellen (GEAK, EnAW, das Forum Energie Zürich oder act), die Unternehmerinnen und Unternehmern im konkreten Fall zur Seite stehen, und stellte einige Fördertöpfe von Bund und Kanton vor.
Auch die Stadt Illnau-Effretikon unterstützt mit einem eigenen Förderprogramm von 2022 bis 2026 Investitionen in die Energieeffizienz bei Gebäuden, Wärmeverbunde mit erneuerbaren Energien und nachhaltige Mobilität. Dies in Ergänzung zu Programmen von Bund und Kanton Zürich.
Und das war die vielleicht wichtigste Botschaft eines spannenden Forums: Die Fördermittel sind vorhanden. Es lohnt sich, sich darum zu bemühen.