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Eine Stadt, zwei Magazine – geht das?

Im Sommer 2024 will Wetzikon sein Stadtmagazin lancieren. Bereits am Freitag liegt die «Wetziker Post» in 14'000 Briefkästen.

Die Wetziker Post erscheint seit Oktober 2023 sechsmal jährlich in einer Auflage von 15'000 Exemplaren.

Foto: PD

Eine Stadt, zwei Magazine – geht das?

«Wetziker Post» und Wetziker Stadtmagazin

2024 will die Stadt Wetzikon ihr Stadtmagazin lancieren. Bereits am kommenden Freitag startet daselbst die «Wetziker Post».

Die positive Nachricht zuerst: Die Stadt Wetzikon erhält eine neue Printplattform. Am 6. Oktober startet die «Wetziker Post». Die Gratiszeitung soll künftig sechsmal im Jahr in einer Auflage von 15’000 Exemplaren erscheinen. Herausgeberin ist die Tudor Dialog GmbH in Gossau, die bereits die «Gossauer Post», die «Grüninger Post» und die «Ährenpost» in Hombrechtikon produziert und Betreiberin des Online-Portals Zürioberland24 ist.

Während die «Wetziker Post» vollumfänglich eigenfinanziert wird, soll 2024 auch ein zumindest teilweise städtisch finanziertes Magazin mit Website folgen. Gemäss Stadtratsbeschluss soll das monatlich erscheinende städtische Magazin mit durchschnittlich 32 Seiten «recherchierte Berichte aus Gesellschaft, Politik und dem Alltagsleben exklusiv aus der Stadt Wetzikon» enthalten.

Frontseite der Zeitung Wetziker Post.
Die Wetziker Post erscheint seit Oktober 2023 sechsmal jährlich in einer Auflage von 15'000 Exemplaren.

Ausserdem sollen Vereine, Institutionen und Parteien auf ihre Veranstaltungen, Aktivitäten und Parolen hinweisen können. Es soll ein «Stadtmagazin von und für Wetzikon sein». Die Ausschreibung endete im April, den Zuschlag erhielt die Ratsam Kommunikation GmbH mit Sitz in Wetzikon.

Stadtmagazin kommt spätestens im Januar vors Parlament

Die Sache hat vorerst einen Haken. Es geht um das unscheinbare Wort «vorbehältlich». Der Zuschlag wurde «vorbehältlich der Kreditgenehmigung durch das Parlament» erteilt. Rund 1,5 Millionen Franken will Wetzikon in den nächsten vier Jahren in sein Magazin investieren. Aktuell wird das Geschäft in der Fachkommission (FK) II beraten, im Dezember 2023 oder Januar 2024 kommt es vors Parlament.

Dort haben die 36 Volksvertreter grundsätzlich drei Möglichkeiten: Sie winken den Kredit durch, sie lehnen ihn ab, oder es kommt zu einem Gegenvorschlag der FK II. Präsidiert wird diese von Christoph Wachter (SP), der fast 40 Jahre lang als Texter und Konzepter selbständig war und viel von der Materie versteht.

Erstmals erscheinen soll das neue Stadtmagazin im Sommer 2024. Zu einem Zeitpunkt also, wenn die «Wetziker Post» voraussichtlich zum vierten oder fünften Mal produziert, gedruckt und verteilt ist und sich auf dem Anzeigenmarkt etabliert.

«Wir möchten niemanden angreifen oder bekämpfen»

Herausgeberin Barbara Tudor möchte von einer Konkurrenzsituation nichts wissen: «Wir möchten niemanden angreifen und bekämpfen. Wir stehen ein für Medienvielfalt. Dass wir die ‹Wetziker Post› lancieren, ist ein strategischer Entscheid.»

Mit ihren Publikationen in Wetzikon, Gossau, Grüningen und Hombrechtikon lege sie einen «Teppich», der nicht nur redaktionell, sondern auch im Werbemarkt attraktiv sei. Dass sie überhaupt auf die Idee gekommen sei, nach Wetzikon zu expandieren, habe mit der Ausschreibung für das Stadtmagazin zu tun, gibt Barbara Tudor zu.

Porträt einer Frau mit roten Locken.
Verlegerin Barbara Tudor produziert mittlerweile vier lokale Gratiszeitungen.

«Ich habe die Ausschreibung gesehen und geprüft. Ich hätte auch wirklich gerne offeriert, aber die Vorgaben der Stadt mit Magazin und Website waren für uns mit dem angegebenen Budgetrahmen nicht zu erfüllen.» Die Ausschreibung der Stadt und die positive Entwicklung der drei anderen Lokalzeitungen hätten aber den Ausschlag  gegeben, auch in Wetzikon eine Zeitung zu lancieren.

Wetzikons Stadtpräsident Pascal Bassu (SP) zeigt sich in einem Statement «natürlich stolz, dass die Nachfrage und das Bedürfnis nach einer Wetziker Publikation da sind». Das habe auch die Bedürfnisanalyse gezeigt, welche die Stadt zu Beginn des Stadtmagazin-Projekts mit den verschiedenen Anspruchsgruppen durchgeführt habe.

Die «Wetziker Post» will eine «nützliche Plattform sein und den Dialog innerhalb der Stadt Wetzikon fördern». So steht es im Flyer, der in den letzten Wochen an potenzielle Inseratekunden verteilt wurde. Die Beiträge werden – analog zu den Schwesterblättern in Gossau, Grüningen und Hombrechtikon – auch online auf zuerioberland24.ch publiziert. Pro Ausgabe soll eine grosse Eigenleistung recherchiert und produziert werden. Abgerundet wird das Blatt mit News von lokalen Vereinen, Gewerbetreibenden, einer Agenda und Unterhaltung.

Das Motto der Tudor-Publikationen lautet stets gleich: «Unsere Philosophie: positive Nachrichten zuerst.» Die heutige Gesellschaft sei geprägt von «Bad News», sagt Barbara Tudor: «Ich möchte, dass die Leute Freude haben, wenn sie unsere Zeitungen lesen.»

Am Freitag wird die neue Gratiszeitung in 14’000 Wetziker und Seegräbner Briefkästen flattern, der Rest wird in Wetzikon an verschiedenen Orten gestreut. Die erste Ausgabe hat die Druckerei der DT Druckteam AG in Wetzikon am Montag verlassen. Pascal Bassu: «Ich bin gespannt auf die erste Ausgabe der ‹Wetziker Post› und freue mich schon jetzt, hoffentlich 2024 auch die erste Ausgabe des Stadtmagazins in den Händen halten zu können.»

 

 

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