Die letzte Dorfbeiz in Hinteregg braucht einen neuen Pächter
Drohendes Gastro-Aus
Das Restaurant Grütli wird seit Mai nur noch sporadisch betrieben. Nun sucht die Erbengemeinschaft eine neue Wirtin oder einen neuen Wirt. Ein schwieriges Unterfangen.
Von den ursprünglich vier Restaurants in Hinteregg ist nur noch das Restaurant Grütli übrig geblieben. Im Mai 2023 verliess nun der letzte Pächter des Lokals den Ort. Somit war es vorübergehend auch mit dem «Grütli» vorbei.
Gilles Moser wirtete in Hinteregg seit 2018. Er gab die Beiz jedoch fünf Jahre später zugunsten des Ausflugslokals Vorderer Pfannenstiel auf. Moser sah im «Grütli» wegen Unstimmigkeiten mit den Eigentümern der Liegenschaft keine Zukunft mehr, wie wir im Februar berichteten. Mit Moser gingen auch der Küchenchef Pietro Cavallo und dessen Frau, die im Service des «Grütli» arbeitete.
Seit 60 Jahren treffe ich hier auf einen Haufen Menschen.
Ernst Schenk
Stammgast im «Grütli»
Ganz vorbei ist es aber doch nicht mit der letzten Dorfbeiz: Der Stammgast Ernst Schenk hat sich mit einer Petition für das Lokal eingesetzt und mehr als 100 Unterschriften gesammelt. Für den 90-Jährigen war das «Grütli» ein wichtiger Treffpunkt.
«Seit 60 Jahren treffe ich hier auf einen Haufen Menschen.» Es gab Kegelabende, Jasspartien und Parteiversammlungen im Lokal. Für ihn ein kulturell und gesellschaftlich wichtiger Ort.
Die Rettung kommt mit den richtigen Leuten
Schenks Petition hat die Erbengemeinschaft erweicht: Marlies Welle und ihr Bruder möchten das Restaurant weiterbetreiben und suchen nun eine neue Pächterin oder einen neuen Pächter.
«Unsere Verwaltung kümmert sich darum und hat schon Inserate geschaltet», sagt Marlies Welle. Wegen des Fachkräftemangels sei es jedoch ein schwieriges Unterfangen.
Wenn sie und ihr Bruder es sich wünschen könnten, würden sie sich ein Paar suchen, welches die währschafte Küche weiterbetreiben würde. «Ein Paar, das Freude an einer einfachen, gemütlichen Beiz hat», sagt Welle.
Momentan ist das «Grütli» noch von neun bis elf Uhr morgens geöffnet – man kann sich dort also zum Kaffee treffen. Gilles Moser – der ehemalige Pächter – ermöglicht dies doch noch.
