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Bei dieser Baumer Firma steigen jetzt andere ins Übergwändli

Nach 23 Jahren hat Birol Sevic genug. Er übergibt seine Firma in neue Hände. Trotzdem soll vieles beim Alten bleiben.

Corinne und Raphael Küng (links) übernehmen die SEV Mechanik von Birol Sevic (rechts).

Foto: Bettina Schnider

Bei dieser Baumer Firma steigen jetzt andere ins Übergwändli

SEV Mechanik in neuen Händen

Raphael und Corinne Küng haben die SEV Mechanik GmbH in Bauma von Birol Sevic übernommen. Angefangen hat alles bei einem Kaffee.

Birol Sevic kann sich noch gut erinnern, als er vor 23 Jahren seine Firma SEV Mechanik GmbH gründete. Diese stellt für Kunden aus der Maschinenbaubranche speziell angefertigte Teile aus Metall her. «Zum 30. Geburtstag wollte ich mir den Traum von der Selbständigkeit erfüllen.»

Er legte sich eine Maschine zu und fing klein an. «Zuerst hatte ich noch einen anderen Job», erzählt er. Rund ein Jahr später konnte er sich dann ganz auf sein eigenes Geschäft konzentrieren.

Die Firma wuchs immer weiter. Zuletzt beschäftigte Sevic sechs Angestellte.

Man sieht, wie eine CNC-Maschine ein Stück zuschneidet.
Die Firma muss bei ihren Anfertigungen auf Qualität und Service setzen. Der Markt ist umkämpft.

Nach 23 Jahren im Betrieb hat er nun genug. Er hat sein Geschäft an Raphael und Corinne Küng übergeben. «Ich habe in den letzten Jahren mehr als genug gearbeitet», sagt der 52-Jährige. «Ich bin froh, ist die Last der Verantwortung nun weg.»

Zurück an die Maschine

Mit der Geschäftsübernahme können sich Küngs ihren Traum von der Selbständigkeit erfüllen. Raphael Küng ist gelernter Polymechaniker. Mit Birol Sevic hatte er oft geschäftlich zu tun. «Und um Weihnachten 2021 sassen wir in seinem Büro hier in Bauma und haben uns über die Zukunft unterhalten», erinnert sich der 40-Jährige.

Das ist ein gemeinsames Projekt.

Corinne Küng, neue Mitinhaberin SEV Mechanik

Zukunft, das war konkret die Frage von Sevic: «Willst du die Firma übernehmen?» Küng war zunächst skeptisch. «Ich habe viel nachgedacht und war eigentlich bereit für eine Neuorientierung.» An seiner letzten Arbeitsstelle war er vor allem im Büro. Er wollte aber wieder zurück an die Maschine. Auch die Selbständigkeit reizte ihn auf einmal.

Für ihn war jedoch klar: «Das geht nur, wenn auch meine Frau voll hinter dieser Entscheidung steht.» Und das tat Corinne Küng. «Das ist ein gemeinsames Projekt», betont die 38-Jährige.

Die Küngs wohnen nur wenige Minuten von der Produktionshalle am Ortseingang von Bauma entfernt. Da sie Eltern von zwei kleinen Kindern sind, macht diese unmittelbare Nähe vieles einfacher.

Während Corinne Küng sich um administrative Aufgaben kümmern wird, übernimmt ihr Mann die Geschäftsleitung. In einem kleinen Unternehmen kann und will er sich aber nicht auf Büroarbeit beschränken. «Ich wollte ja schliesslich wieder an die Maschine.»

Wieder wie ein Lehrling

Raphael Küng hat bereits letzten Sommer bei der SEV Mechanik angefangen. Birol Sevic hat ihn in seine neuen Aufgaben eingeführt. «In den ersten Wochen war ich wirklich wie ein besserer Lehrling und für den einen oder anderen Ausschuss verantwortlich», erzählt er mit einem Schmunzeln. Er hat also fehlerhafte Stücke produziert, die nicht zu gebrauchen waren. Schnell hat er sich aber in seine Aufgabe eingearbeitet.

Man sieht einen Mann, der eine Maschine bedient.
Raphael Küng musste die Arbeit an der Maschine wieder üben.

Und seit dem 1. April gilt es ernst für Raphael und Corinne Küng. An diesem Tag wurde die Übergabe offiziell. Die beiden sind für ihre neuen Aufgaben gerüstet.

Grosse Konkurrenz

Sie wollen die SEV Mechanik in die Zukunft führen, dabei aber auf Bewährtes setzen. «Unternehmen wie unseres gibt es wie Sand am Meer», sagt Raphael Küng.

Ins Übergwändli steige ich nicht mehr.

Birol Sevic, ehemaliger Inhaber SEV Mechanik

Da sei es wichtig, dass man mit guter Qualität oder Pünktlichkeit auftrumpfe. Genau so, wie es bisher gepflegt worden sei, betont er. «Wir müssen das bieten, was grössere Unternehmen nicht können.» Beispielsweise eine sehr persönliche Beratung.

Wenn Raphael Küng Fragen hat, kann er sich auch weiterhin an seinen Vorgänger und Mentor Birol Sevic wenden. «Ich bin immer noch erreichbar, aber ins Übergwändli steige ich nicht mehr.»

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