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Oberländer Geschäfte setzen Nachhaltigkeit über schnellen Profit

Mit dem Black Friday im November erreicht die jährliche Rabattschlacht bereits vor dem Weihnachtsgeschäft einen ersten Höhepunkt. Drei Oberländer Unternehmen erklären, warum sie sich daran nicht beteiligen.

Billig, billiger, Black Friday: In vielen Geschäften sinken die Preise am 25. November markant. , Für Dominique Metz, Geschäftsführer der Veloplus AG, ein No Go. , Gleich sieht es Sebastian Reinhard vom Wetziker Kinderkleider-Label Namuk. , Auch bei Tino Scacchi im Mönchaltorfer Outdoorland sind an diesem Tag keine speziellen Rabatte zu erwarten.

PD

Oberländer Geschäfte setzen Nachhaltigkeit über schnellen Profit

«Black Friday ist in Sachen Kommunikation ausgelutscht und uninspiriert.» Diese Meinung vertritt Dominique Metz, Geschäftsführer der Veloplus AG in Wetzikon. In seinen elf Läden gibt es darum keine speziellen Rabatte rund um den Black Friday am 25. November.

Der Hauptgrund: Nachhaltigkeit. «Angebote mit 50 Prozent Rabatt und mehr verlocken dazu, Fehlkäufe zu tätigen oder Dinge zu kaufen, die man schlicht nicht braucht. Nachhaltiges Wirtschaften beinhaltet auch, dass es dem Unternehmen finanziell langfristig gut geht.» Mit Rabattschlachten gefährde man diese finanzielle Nachhaltigkeit.

Die Natur bewahren

Ähnlich tönt es von Sebastian Reinhard, Chief Marketing Officer bei der Outdoor-Kinderkleidermarke Namuk mit Sitz in Wetzikon. «Die Idee des Black Friday – in einem eh schon gesättigten Markt den Konsum noch mehr anzukurbeln – läuft unserem Geschäftsmodell zuwider.» Ihre Produkte seien langlebig, vielseitig einsetz- und kombinierbar. «So braucht man weniger davon für längere Zeit und kauft nachhaltig und bewusst ein, statt ständig neue Schnäppchen zu jagen.»

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Franz Bittmann hat Namuk vor sechs Jahren gegründet, weil er für seine Kinder keine langlebige und funktionale Outdoor-Bekleidung fand. «Und wenn man Kleidung produziert, mit der man die Natur erleben und geniessen kann, liegt es nahe, darauf zu achten, dass ebendiese Natur nicht durch deren Herstellung zerstört wird.»

Ausverkauf bereits zu Saisonbeginn

Auch für Tino Scacchi, Geschäftsführer der Outdoorland AG in Mönchaltorf, ist die Sache klar: «Ich lasse mir als freier Geschäftsmann nicht gerne von der globalen Welt vorschreiben, wann ich was wie anzubieten habe.» Mit dem Black Friday würden bei den Kunden Anreize geschaffen, etwas zu kaufen, das über den normalen Gebrauch hinausgeht.

Genau wie bei Namuk oder Veloplus wird der Black Friday auch im Outdoorland seit je her ignoriert. «Natürlich gibt es in unserer Branche Zeiten, in denen wir Rabatte anbieten», sagt Scacchi. «Dann aber mit Mass und sinnvoll mit einem klaren Grund dahinter.» Ein solcher Grund sei etwa, das Lager zu bereinigen, wenn neue Ware reinkommt.

Doch auch der Ausverkauf habe sich verändert. Früher habe er am Ende einer Saison stattgefunden. «Heute ist beispielsweise in der Stadt Zürich das Wort Sale schon vor Weihnachten zu lesen. 50 Prozent Rabatt und die Wintersaison hat noch nicht einmal begonnen… Das hat nichts mehr mit der Ursprungsidee eines Ausverkaufes zu tun.»

«Protest ist für so einen Anlass nicht das richtige Tool.»
Tino Scacchi, Geschäftsführer Outdoorland AG

Auch bei Veloplus stellt man sich nicht prinzipiell gegen Rabatte. Jeweils im Dezember gibt es traditionell einen Tag, an dem die Preise um zehn Prozent reduziert werden. «Mit zehn Prozent Rabatt kauft man etwas, das man schon lange wollte oder als Weihnachtsgeschenk so günstiger erhält», sagt Dominique Metz. «Aber es wird nichts gekauft, das nicht wirklich benötigt wird.»

Zwar habe man sich bei Veloplus überlegt, den Betrieb am Black Friday komplett einzustellen, wie es bestimmte Unternehmen aus Protest tun, sich jedoch dagegen entschieden. «So nimmt man ja genau wieder den Black Friday zu einem Anlass in der Kommunikation, was per se fragwürdig ist.»

Produkte und Dienstleistungen mit Wert

Eine etwas andere Herangehensweise an einen potenziellen Boykott hat Tino Scacchi: «Protest ist für so einen Anlass nicht das richtige Tool oder die richtige Antwort.» Generell sei Protest mit Druck, Kraft und Macht verbunden, was meist nicht zielführend und lösungsorientiert sei.

Zu guter Letzt ist er der Meinung, dass Produkte einen Wert haben und die Mitarbeiter, die diese Produkte beraten, ebenfalls. «Warum soll ein Produkt oder eine Dienstleistung aufgrund eines Black Friday plötzlich nur noch den halben Wert haben? Und warum genau an einem Tag und all die anderen Tage nicht mehr – da steckt eine Absicht dahinter, die ich nicht teilen möchte.»

Das Phänomen Black Friday

Der Black Friday stammt aus den USA und ist mit dem Datum von Thanksgiving verknüpft. Dieser Feiertag wird jeweils am vierten Donnerstag im November gefeiert, am Tag darauf ist der Black Friday. Da viele US-Amerikaner nach dem freien Donnerstag gleich die Brücke für ein verlängertes Wochenende machen, hat sich der Freitag als Shopping-Möglichkeit und somit den Start in das Weihnachtsgeschäft etabliert, an dem viele Detailhändler grosse Rabatte anbieten.

Woher der Begriff Black Friday kommt, ist nicht abschliessend geklärt. Eine Theorie ist, dass die Händler an diesem Tag von den roten in die schwarzen Zahlen kommen. An keinem anderen Datum wird in den USA so viel Geld ausgegeben, wie am Black Friday.

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