Hätten alle Schweine in der Schweiz so viel Platz zum Leben wie die Tiere von Nicola Eicke, bräuchte man dafür eine Fläche von 275 Quadratkilometern. «Jedes meiner Schweine soll so viel Erde umwühlen, wie es will, und dabei immer noch frisches Gras zum Fressen haben», sagt der Züchter.
Er hat vor drei Jahren die Fleischart GmbH mit Sitz in Volketswil gegründet. Neben seinem eigenen Hof sind noch fünf Partnerbetriebe beteiligt, die sich nach seinen Standards richten. I nsgesamt umfasst der Bestand 92 Duroc- und 35 Wollschweine, die allesamt Eicke gehören (siehe Box). Mit ihnen wolle er den Konsumenten eine Alternative zum Fleisch aus Massentierhaltungen bieten. Zu seinem Angebot gehört sowohl Frisch- als auch luftgetrocknetes Pökelfleisch.
Seltene Schweine
Bei den Duroc- und den Wollschweinen handelt es sich um ältere Rassen mit dichten Borsten und dunkler Haut. Das Durocschwein ist in der konventionellen Schweinemast nur noch vereinzelt, das Wollschwein überhaupt nicht mehr anzutreffen. Wegen ihres robusten Körperbaus und ihrer Kälteresistenz sind sie relativ pflegeleicht und eignen sich – im Gegensatz zu den rosa Edelschweinen – bestens für die Freilandhaltung. sih
200 Quadratmeter pro Tier – das ist nur eine von vielen Zuchtbedingungen, die Eicke an seine Partnerhöfe stellt. Weiter verlangt er den Verzicht auf präventive Antibiotika und Wachstumshormone. Das Futter besteht ihm zufolge zu 20 bis 40 Prozent aus Rohfasern und frischem Gras. Jetzt im Herbst gebe es auch mal Fallobst oder Ausschusskartoffeln.
Mais kommt dem 37-Jährigen hingegen nicht ins Futter, denn dieser führe unter anderem zu Wassereinlagerungen im Fleisch. Das merke man spätestens dann, wenn das Stück in der Pfanne beim Brutzeln zusammenschrumpft.

