Abo

Wirtschaft

Hochmoderne Recycling-Anlage in Volketswil eröffnet

Samstag war es so weit: Schneider Umweltservice präsentierte der Bevölkerung die neue Sortieranlage in Volketswil. Auf Nachhaltigkeit wurde bei deren Bau besonders Wert gelegt.

Arimin Huhn (M.), Leiter Recycling von Schneider Umweltservice, mit einer Gruppe Besucher bei der Betriebsführung., Ins Auge fällt unter einem Hallendach schnell ein Gerät, das an eine Schneekanone erinnert. Es ist eine Löschkanone. , Ein Teil der 130 leuchtgrünen Lastwagen fährt jetzt schon mit Elektro-Antrieb. , Die Halle A der neuen Recycling-Anlage in Volketswil., Eine Gruppe Besucher beim Anfang der Besichtigung., Die drei Hallendächer sind mit 11 800 Solarmodulen bedeckt. Durch die Solaranlagen werden neu 320 Tonnen CO2 pro Jahr gespart., Die längste Schlange bildet sich am Mittag vor dem Wurststand. Ein Kantonspolizist in Dienstuniform reihte sich geduldig ein.

Foto: Max Kern

Hochmoderne Recycling-Anlage in Volketswil eröffnet

Zum besseren Verständnis: Das Wort «Recycling» bildet sich aus der lateinischen Vorsilbe «re» (zurück) und dem griechischen «kyklos», was Kreis oder Zyklus bedeutet.

Rezyklieren bedeutet: Neben- und Abfallprodukte aus der Industrie und Hausmüll werden gesammelt, aufbereitet und als Rohstoff zur Herstellung neuer Produkte wiederverwendet. Heisst: Der Müll kommt in den Kreislauf zurück. Die Schweiz hat 2019 eine Recycling-Quote von 53% erreicht. Und gehört damit europaweit zur Spitze.

Nach 15 Monaten Bauzeit nahm das Familien-Unternehmen Schneider Umweltservice am Samstag in Volketswil Hard sein neues Recycling-Center in Betrieb. Ab 10 Uhr stieg das Eröffnungsfest mit Festzelt und vielen Verpflegungsständen. Trotz anfänglichem Nieselregen strömten viele Begeisterte zur Anlage im Chies.

Wachsende Nachfrage nach Rohstoffen

Rund 20 Millionen hat das neue Recycling-Center gekostet. Fördergelder von der öffentlichen Hand gab’s keine. Rico Sommerhalder, Geschäftsführer von Schneider Umweltservice, sagt mit einem Schmunzeln auf den Lippen: «Es ist alles selbst finanziert. Deshalb sind wir vielleicht auch ein wenig innovativer.»

Armin Huhn, Leiter Recycling, führt am späteren Morgen eine interessierte Besucher-Gruppe durch die Anlage. Im neuesten 52-seitigen Magazin von Schneider erklärt Huhn, worum es bei der neuen Recycling-Anlage geht: «Die Nachfrage nach Rohstoffen wächst weltweit und mit der neuen Anlage gewinnen wir diese zurück und leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft.»

Löschkanone unterm Dach

Ins Auge fällt unter einem Hallendach schnell ein Gerät, das an eine Schneekanone erinnert. Es ist eine Löschkanone. Sie wird unterstützt von zwei Wärmebildkameras, die rund um die Uhr alles scannen.

Das grösste Risiko für Brände besteht bei Batterien und Akkus. Erkennt eine Kamera einen Brandherd, löscht die Kanone mit 2800 Litern Wasser pro Minute. Auch nachts. Die Feuerwehr wird erst danach benachrichtigt.

Kontaminiertes Holz wird aussortiert

In der Halle A wird auf dem Sortierplatz von drei Baggern die Vorsortierung vorgenommen. Aus den Bau-Abfällen wird ein hoher Anteil brennbares Material maschinell herausgefiltert.

Beim Altholz wird weiter unterteilt in unbehandeltes, behandeltes oder kontaminiertes Material. Das unbehandelte Holz wird in der Spanplattenindustrie wiederverwendet.

Behandeltes Holz (zum Beispiel mit dickem Lackanstrich) wird als Energieträger für industrielle oder kommunale Verbrennungsanlagen genutzt. Kontaminierte Althölzer wie Bahnschwellen, Telefon- und Stromasten werden ausschliesslich in Kerichtverbrennungs-Anlagen (KVA) verbrannt.

Lastwagen mit Elektro-Antrieb

Beim Bau der neuen Anlage wurden 8000 Tonnen Recycling-Material verwendet. Der gesamte Beton und aller Asphalt, der verbaut wurde, stammt aus der Recycling-Produktion.

Die drei Hallendächer sind mit 11 800 Solarmodulen bedeckt. Durch die Solaranlagen werden neu 320 Tonnen CO2 pro Jahr gespart.

Unter dem Boden liegt ein Regentank, der 100 000 Liter fasst. «Wir bekommen im Schnitt 3000 bis 4000 Liter pro Tag gratis vom Himmel», sagt der Geschäftsführer.

Ein Teil der 130 leuchtgrünen Lastwagen fährt jetzt schon mit Elektro-Antrieb. Das Ziel des Unternehmens ist es, bis 2028 ganze 90 Prozent der Transportaufgaben rein elektrisch durchführen zu können. 10 neue Elektrofahrzeuge werden allein in diesem Jahr beschafft.

(Max Kern)

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.