Wer in der vergangenen Woche in der Ustermer Bäckereifiliale Hausammann ein Dinkelbrot kaufen wollte, wurde enttäuscht. «Wir haben momentan kein Dinkelbrot», bedauerte die Verkäuferin. Aufgrund der schlechten, diesjährigen Ernte sei ein Lieferengpass entstanden. «Anscheinend ist die Ernte um fast fünfzig Prozent eingebrochen.»
Damit schlägt die Mitteilung der Schweizer Interessengemeinschaft IG Dinkel vom Sommer erstmals auf die Konsumenten durch. «Das niederschlagsreiche Wetter, teilweise kombiniert mit starken Hagelschlägen, führte schweizweit zu hohen Ernteverlusten von Urdinkel von durchschnittlich vierzig Prozent», liess die IG verlauten.
Dabei ist «Urdinkel» keine Getreidesorte, sondern eine Markenbezeichnung für Produkte mit den Sorten Oberkulmer Rotkorn und Ostro. Dinkelbrote bestehen heute aus diversen weiteren sogenannten reinen Dinkelsorten und Kreuzsorten mit Weizen oder anderen Getreidearten.
Bedarf momentan gesichert
Zwei andere Oberländer Bäckereien haben aktuell weiterhin Dinkel-Brote im Angebot. Der Steiner-Beck hat sich seinen Dinkel-Bedarf momentan gesichert, so die Marketing-Verantwortliche Francesca Decurtins. «Wir werden bis auf weiteres von unserem Lieferanten versorgt.» Die schwache Ernte könne jedoch den gesamten Bedarf im kommenden Jahr sicher nicht decken, so Decurtins weiter.

