Wo andere nur eine Besenkammer sehen, sieht Lukas Naef die Möglichkeit einer Sauna. Immer wieder ist der Fehraltorfer Saunabauer damit konfrontiert, dass potenzielle Kunden zwar den Wunsch nach einem privaten Schwitzbad haben – aber keine Idee für einen geeigneten Ort. Dann ist seine Fantasie gefragt: Wie ein Detektiv begibt er sich in den Räumlichkeiten seiner Kunden auf die Suche.
So passiert es schon mal, dass Naef eine massgeschneiderte Sauna für ein Büro oder ein Schlafzimmer entwirft und baut.
Bei der Arbeit auf engstem Raum gerät der 57-Jährige auch ohne Heizofen oft ins Schwitzen. Vor allem dann, wenn Kunden zusätzliche Anforderungen stellen. «Ein Hotel im Engadin wollte etwa, dass die Saunagänger durch ein Fenster die Berggipfel sehen können», sagt Naef. Um die entblössten Hotelgäste vor Blicken von aussen zu schützen, musste die Öffnung zugleich möglichst klein sein. «Das erfordert viele Messungen und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen.»
Diese Begabungen erbte Naef wohl von seinem Vater, der die Naef Natursauna GmbH 1973 gegründet hat. Er war Textilkaufmann und kam durch geschäftliche Kontakte nach Finnland mit der Saunakultur in Berührung. Seither ist in der Familie das wöchentliche Schwitzbad ein Muss. Sohn Lukas Naef, ursprünglich gelernter Landschaftsgärtner, übernahm den Betrieb dann im Jahr 2000.

