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Wirtschaft

Wunder-Moleküle für die Industrie

An der Empa in Dübendorf gelang Matthias Koebel eine bedeutende Entdeckung. Mittels spezieller Moleküle lassen sich die Eigenschaften von Materialien verbessern. Damit eröffnen sich wirtschaftliche Chancen.

Es tönt wie eine bizarre Brut aus dem Geheimlabor: Die «Tentakel-Moleküle» des Dübendorfer Start-ups Siloxene sorgen aber mehr für Staunen als für Nervenflattern. Aufgrund ihrer kugelartigen Bauform mit den «Tentakeln» und der Kombination von chemischen Gruppen können sie die Eigenschaften von Materialien verbessern. So sollen sich Leime länger verarbeiten lassen oder Lacke kratzfester werden. Siloxene-Gründer und CEO Matthias Koebel nennt seine Produktfamilie einen «multifunktionalen, molekularen Legobaukasten».

Gerade einmal ein Nanometer messen die siliziumbasierten, molekularen Hybridbaustoffe. Ihre Wirkung entfalten sie dadurch, dass sie in den Vernetzungsmechanismus anderer Stoffe eingreifen. Die Frage ist nur: zu welchem Zweck und für welche Branchen. Denn das potenzielle Wundermittelchen nützt nur dann, wenn man auch sinnvolle Anwendungsgebiete kennt. «Momentan sind wir noch immer am Erkunden, welche Bedürfnisse in welchen Branchen überhaupt vorhanden sind», sagt Koebel.

Nutzen für Autos und Gebäude

Ihm zufolge könnte zum Beispiel die Autoindustrie davon profitieren, dass mithilfe der Dübendorfer Erfindung der Lack schneller trocknet und früher belastbar ist. Nebst den Herstellern von Klebstoffen, Dichtstoffen, Lacken und Farben hält er auch grosse Firmen aus der Baubranche für mögliche Kunden. Der Vorteil der Tentakel-Moleküle: Sie lassen sich hinzufügen, ohne dass an den Ausgangsprodukten etwas geändert werden müsste, so Koebel.

Vor drei Jahren hatte er die Moleküle ersten rudimentären Anwendungstests unterzogen. Damals war er leitender Forscher an der Empa. Ein «Lucky Punch» gelang ihm und seinem Team mit Klarlack: Die Moleküle verbesserten nicht nur eine, sondern gleich eine ganze Reihe von wichtigen Eigenschaften des Lacks wie die Kratzfestigkeit, Aushärtungsgeschwindigkeit und Lösemittelbeständigkeit. Die Ergebnisse waren so vielversprechend, dass sich Koebel entschied, seine Entdeckung wirtschaftlich zu vermarkten.

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