Sie sind Meister im Leichtgewicht, die beiden Männer mit den kräftigen Oberarmen und den gepflegten Vollbärten. Allerdings nicht im Boxen. Aus einem ultraleichten Hightech-Kunststoff fertigen Niccholas Vettiger und Benedikt Köhler massgeschneiderte Motorradteile. SLC Swiss Lightweight Composites heisst ihr Wetziker Start-up, mit dem sie vor anderthalb Jahren gestartet sind. Bis dahin hatten die langjährigen Freunde nur hobbymässig an Töffs herumgeschraubt – gemeinsam bei Wind und Wetter unter einer Blache. Inzwischen verfügen sie über eine eigene Werkstatt und können ab Sommer den ersten Mechaniker anstellen.
Für den Umbau von Motorrädern setzen Vettiger und Köhler auf Eigenanfertigungen, die je nach Kundenwunsch individuell gestaltet sind. Diese Verkleidungs- und Funktionsteile bestehen aus Carbon – einem Verbundwerkstoff, der sich aus Kohlenstofffasern und einem Harz zusammensetzt. Er ist leicht, steif und stabil. Deshalb kommt er oft im Motorsport sowie in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz. Einziger Nachteil: Die Herstellung ist aufwendig. «Bislang waren Stahl- und Aluminiumformen erforderlich, um dem Gewebe die richtige Form zu geben», sagt Vettiger.
«Dafür haben wir zu lange rumgetüftelt.»
Benedikt Köhler, SLC Swiss Lightweight Composites
Die Jungunternehmer setzen dagegen auf Hohlformen aus dem 3D-Drucker. Anders als bei ihren Gegenstücken aus Stahl und Aluminium lässt sich das Carbon so zu beliebigen Geometrien formen. Voraussetzung für diesen Formenreichtum ist ein selbstentwickelter Komposit-Werkstoff für die Fertigung im Drucker. «Woraus er genau besteht, verraten wir nicht», so Köhler. «Dafür haben wir zu lange rumgetüftelt.»
Dass die fertigen Bauteile leicht sind, sei ein schöner Nebeneffekt. Im Vordergrund stünden aber Ästhetik, Funktionalität und Exklusivität ihrer Carbon-Produkte.

