Auf den Fondue-Plausch und den geselligen Raclette-Abend mussten Herr und Frau Schweizer in letzter Zeit allzu oft verzichten. Ihren Appetit auf Käse liessen sie sich von der Pandemie aber nicht verderben. Ganz im Gegenteil. D er Käsekonsum stieg im 2020 um satte 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr an.
Zu diesem Ergebnis kommt der Schweizer Bauernverband in einer aktuellen Publikation. Dabei handelt es sich um vorab veröffentlichte Zahlen der « Milchstatistik der Schweiz 2020 » , die im Spätsommer 2021 erscheinen soll. Mit einem Verbrauch von insgesamt 202'848 Tonnen verspeiste jede Person in der Schweiz 23,1 Kilogramm Käse. Das sind 1,2 Kilogramm mehr als 2019.
Jubel hält sich in Grenzen
Eigentlich müsste dieser statistisch nachgewiesene Heisshunger auf das Milcherzeugnis in den Käsereien des Landes für Jubel sorgen. Doch Käsermeister Roland Rüegg, Inhaber der Wildberg Käse AG in Wildberg, stimmen die jüngsten Zahlen nur «zurückhaltend euphorisch».
Grund dafür ist die Menge an importiertem Käse, die im Vergleich zum Vorjahr um fast 12 Prozent gestiegen ist. Im Gegenzug sei es für Schweizer Käsereien schwierig, preislich mit dem Ausland mitzuhalten, auch wenn der hohe Euro momentan dem Export etwas nachhelfe. Dort legten die Schweizer Käser immerhin um 1,5 Prozent zu. Rüegg, der etwa neun Zehntel seines bekannten «Cheebabs» nach Deutschland exportiert, leistete dazu auch einen kleinen Beitrag.

