Für Regierungsrätin Carmen Walker Späh ist es eine naheliegende Idee: Wenn der Kanton Zürich ein Jahrhundertprojekt auf die Beine stellt, um die Bevölkerung vor dem «fiesen Virus» zu schützen, wie sie sagt – dann sollen auch jene davon profitieren, die in der Corona-Krise ihre Arbeit verloren haben. «Der Kanton Zürich ist als grosser Wirtschaftsstandort überproportional von dieser Krise betroffen», sagt die freisinnige Volkswirtschaftsdirektorin.
Voraussichtlich im April gehen mehrere Impfzentren in Betrieb, in denen sich Zürcherinnen und Zürcher aller Altersklassen gegen Covid-19 impfen lassen können – mehrere Tausend pro Tag. Diese Infrastruktur und der erwartete Ansturm bringen viele Arbeiten hervor: Patientendaten erfassen und übermitteln, IT-Systeme betreuen, Termine vergeben, Sicherheitsdienst leisten und so weiter. Jobs, die Walker Späh über die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) an die dort registrierten Stellensuchenden vermitteln will.
Pluspunkt im Lebenslauf
Ihr Projekt nennt die Volkswirtschaftsdirektorin «Esperanza» – also Hoffnung für Stellensuchende auf Arbeit und Hoffnung auf ein Ende der Pandemie. Entstanden sei die Idee schon Ende letzten Jahres, erzählt sie dieser Zeitung. Natalie Rickli (SVP), die als Gesundheitsdirektorin für die Impfaktion verantwortlich ist, habe es sofort unterstützt.
Aktuell erarbeitet die Gesundheitsdirektion die benötigten Stellenprofile für die Impfzentren. Bevor diese regulär ausgeschrieben werden, wird der Kanton sie zuerst über die RAV den Stellensuchenden direkt anbieten. Dafür sei keine neue gesetzliche Grundlage nötig, betont Walker Späh. Und: «Natürlich ist es freiwillig, eine solche Arbeit anzunehmen oder nicht.» 08/15-Jobs dürften es jedenfalls nicht sein – schliesslich gab es ein Corona-Impfzentrum als Arbeitsfeld noch nie.

