Die Wende ist unerwartet gekommen. Nach jahrelanger Abnahme stieg der durchschnittliche CO₂-Ausstoss der Neuwagen in den letzten drei Jahren von 134 auf 138 Gramm pro Kilometer und Fahrzeug. Nun aber verdichten sich die Anzeichen, dass der Pfeil wieder nach unten zeigt – und damit in die klimapolitisch erwünschte Richtung. Von Januar bis Ende Oktober sind die CO₂-Emissionen der Neuwagen gesunken, auf rund 129 Gramm und damit den bisher tiefsten Wert, wie das Bundesamt für Energie (BFE) bestätigt.
Der Grund dafür ist der Boom, den Fahrzeuge mit alternativem Antrieb erleben. Im laufenden Jahr war jedes achte verkaufte Modell ein aufladbares, also ein rein elektrisches Fahrzeug oder ein Plug-in-Hybrid; letztes Jahr war es erst jedes zwanzigste. Stark zugelegt haben auch Hybrid-Fahrzeuge ohne Stecker.
185'000 neue Personenwagen
Insgesamt beträgt der Marktanteil der Autos mit alternativem Antrieb im laufenden Jahr 25 Prozent, dies allerdings in einem stark rückläufigen Markt. Von Januar bis Oktober sind knapp 185’000 neue Personenwagen auf die Strasse gekommen, ein Minus von rund 27 Prozent gegenüber der gleichen Vorjahresperiode. Die Corona-Krise hinterlässt also starke Bremsspuren. Branchenkenner sprechen vom schwärzesten Autojahr seit Mitte der 70er-Jahre.
