Acht Wochen lang waren die Geschäfte geschlossen. Nur Supermärkte, Apotheken oder Drogerien durften offenbleiben. Wer während des Lockdown ab März also Kleider, Möbel oder Bücher kaufen wollte, musste sein Glück im Internet versuchen. Dies taten die Schweizerinnen und Schweizer dann ausgiebig. Auch Lebensmittel wurden zuhauf im Netz bestellt.
Das brachte so manchen Onlinehändler an seine Grenzen: Lebensmittellieferungen von Coop.ch oder der Migros-Tochter Leshop.ch waren teilweise erst zwei Wochen nach Bestellung möglich. Auch weil das Geschäft im Lebensmittel-Onlinehandel bis dahin ein Nischendasein geführt hatte und die Händler auf den Ansturm nicht vorbereitet waren. Doch die grossen Fische der Onlinebranche wie Brack.ch oder Digitec Galaxus kamen unter der enormen Nachfrage ebenso ins Schwitzen.
100 Prozent mehr Wachstum
Die Händler handelten: Viele stellten Personal ein oder bauten ihre Lagerhallen aus. Denn ihrer Erwartung nach wird das Wachstum nachhaltig sein. Patrick Kessler, Geschäftsführer vom Handelsverband.swiss, sagte bereits im Juni zu dieser Zeitung, er gehe davon aus, dass das Wachstum weiter zunehmen werde.
Das bestätigten die Zahlen des Handelsverbands, des Marktforschungsinstituts FFK und der Post. Obwohl sich die Nachfrage nach dem Ende des Lockdown etwas abschwächte, lagen die Onlineverkäufe im Juli immer noch 24 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

