Die Swisscom zieht einmal mehr die Aufmerksamkeit der Wettbewerbshüter auf sich: Die Eidgenössische Wettbewerbskommission sieht Anhaltspunkte dafür, dass das Unternehmen seine dominante Marktstellung bei den schnellen Breitbandanbindungen missbraucht. Die Behörde hat deshalb eine Untersuchung gegen die Swisscom eröffnet, wie am Dienstag bekannt wurde.
Doch nicht etwa die Konkurrenten des Schweizer Marktführers haben die Wettbewerbskommission auf neue mögliche Verstösse aufmerksam gemacht. Die Behörde sei von sich aus aktiv geworden, sagt Direktor Patrik Ducrey. Denn der aktuelle Fall habe Ähnlichkeiten mit einer Untersuchung gegen die Swisscom aus dem Jahr 2013. Die Erkenntnisse von damals sollen helfen, das neuerliche Marktverhalten der Swisscom besser zu beurteilen.
Mutmasslich zu hohen Tarif verrechnet
Damals hatten die Wettbewerbshüter eine Ausschreibung der Schweizerischen Post genauer unter die Lupe genommen, welche die Swisscom für sich entschieden hatte. Die Post hatte nach einemTelecombetreiber Ausschau gehalten, der verschiedene Standorte untereinander via Festnetz-Internet vernetzt. Wie sich herausstellte, bot die Swisscom einen um 30 Prozent tieferen Preis an als der Konkurrent Sunrise.
Der Verdacht der Wettbewerbshüter: Sunrise konnte nicht mithalten, weil die Swisscom dem Mitbewerber einen zu hohen Tarif für die Mitbenutzung ihres eigenen Netzes verrechnete. Sunrise verfügt über kein eigenes Festnetz und muss sich deshalb beim Marktführer einmieten.

