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Wirtschaft

Swiss macht Druck auf Swissport-Löhne

Nachdem sie mit Steuergeld gerettet wurde, spart die Fluggesellschaft an allen Ecken und Enden: Zuerst müssen die Beschäftigten des Bodenabfertigers dran glauben.

Die tiefe Krise der Luftfahrt vernichtet in der Schweiz  nicht bloss Tausende Jobs, sondern sie beschert auch vielen, die ihren Job behalten dürfen, prekärere Arbeitsbedingungen. So verlangt der Bodenabfertiger Swissport von rund 2500 Angestellten am Flughafen Zürich eine freiwillige Lohneinbusse von deutlich über zehn Prozent, wie diese Zeitung erfahren hat. Einsteiger bei Swissport verdienen jetzt schon weniger als 4000 Franken brutto.

Der Grund für den harten Sparkurs der Geschäftsleitung: Sie will ihre wichtigste Kundin, die Lufthansa-Gruppe und damit die in Zürich dominierende Swiss, nicht verlieren. Denn diese macht Druck auf die Preise: Sie hat in ihrem Businessplan für die Corona-Krise festgehalten, gegen zwanzig Prozent der Kosten einzusparen – auch, um die Staatshilfekredite so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Zuerst saust der Sparhammer dort nieder, wo die Passagiere es nicht zu spüren bekommen: bei den Zulieferern. Der Vertrag mit Swissport soll neu verhandelt werden.

Swiss droht mit Abgang zu Billigkonkurrenz

Die Swiss habe aber auch Offerten bei den Firmen Dnata und AAS eingeholt, sagt eine Quelle zu dieser Zeitung. Das sind zwei Bodenabfertiger mit je nur ein paar Hundert Angestellten. Da sie ihnen schlechtere Konditionen bieten als Swissport, dürften ihre Angebote für die Swiss günstiger sein als der aktuelle Vertrag. Drehte der Flugbetrieb im normalen Bereich, könnte keine von den beiden Firmen die Aufgaben von Swissport innert Kürze übernehmen. Jetzt aber, wo Swissport nur rund ein Drittel des normalen Auftragsvolumens hat, könnte dies funktionieren. Die Drohung der Swiss, zur Billigkonkurrenz zu wechseln, wirkt also glaubhaft. Dnata und AAS wollen sich auf Anfrage nicht äussern.

«Die Swiss und die Lufthansa verwüsten jetzt mit dem Argument der Krise die Landschaft. Danach werden sie noch profitabler sein als zuvor.»

Stefan Brülisauer, Luftfahrtsekretär der Gewerkschaft VPOD

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