Um 2,6 Prozent ist die Schweizer Wirtschaft im ersten Quartal eingebrochen. Hauptgrund für diese Entwicklung ist der weitge hende Lockdown der Schweizer Wirtschaft. Jetzt interessiert vor allem, wie es nach der Öffnung weitergeht: Folgt einem Vergleich nach dem Absturz ein ebenso ra scher Aufschwung oder geht es mit einer anhaltend gedrückten Lage weiter, bis es dereinst wieder aufwärts geht.
Um die Entwicklung zeitnah zu beobachten, haben Ökono men innovative Messmethoden entwickelt. Diese verweisen auf eine deutliche Verbesserung der Lage seit der Öffnung. So zeigt etwa die Auswertung von aktuellen Daten zur Verwendung von Debitkarten Transaktionen in einem Umfang von rund 2 Milliarden Franken an – so viel wie noch in keiner anderen Woche des Jahres. Die Zahlen belegen allerdings nicht eine Normalisierung des Konsums. Viele haben angesichts erstmals wieder geöffneter Geschäfte Käufe nachgeholt, oder sie bezahlen mehr mit Karten als mit Bargeld.
Weitere Messmethoden basie ren auf aktuellen Mobilitätsdaten oder auf Finanzmarktdaten und der Medienberichterstattung. Auch diese Indikatoren verweisen auf eine Verbesserung der Lage, stehen aber ebenso wenig für eine Normalisierung. Das gilt auch für herkömmliche Indikatoren wie den Purchase Manager Index (PMI) für die Schweiz im Mai.
Erholung frühestens 2021
Er wird aus Umfragen unter Einkäufern grosser Unternehmen erhoben. Im Vergleich zum April ist er zwar leicht angestiegen, steht aber noch immer für eine deutliche weitere Eintrübung der Wirtschaftslage – das gilt besonders für den Dienstleistungssektor. Insgesamt ist weiter mit einem Personalabbau zu rechnen; immerhin soll dieser in einem geringeren Tempo erfolgen als noch im April.

