Es ist ein Schweizer Vorzeigeprojekt, das die Herzen von Helikopter-Fans höher schlagen lässt. Ein neu gestalteter ultraleichter Hubschrauber mit einer wandelbaren Kabine. Entwickelt und getestet am Flugfeld in Glarus – vor der Wand des mächtigen Glärnisch. Das gibt schöne Bilder und lässt die Konkurrenz bei den etablierten Herstellern wie Airbus oder Bell aus den USA alt aussehen.
Die Idee dazu kam vom Pfäffiker Helikopter-Pilot Martin Stucki, der nach der Jahrtausendwende fand, es sei Zeit für eine Rundumerneuerung im Design der Fluggeräte. Das Geld kam vom russischen Oligarchen Alexander Mamut. Die geplanten einmotorigen Helikopter sind bei reichen Privatleuten ebenso beliebt wie für Rettungsflüge. Auf entsprechend grossen Widerhall stiessen die Pläne bei den potentiellen Kunden, die eifrig Absichtserklärungen für einen Kauf der neuen Flieger SH09 unterzeichneten – benannt in Anlehnung an den offiziellen Start des Vorhabens im Jahr 2009.
Helikopter «made in Switzerland»
Die Kopter Group AG mit Hauptsitz in Mollis GL ist spezialisiert auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung einer neuen Hubschraubergeneration. Sie beschäftigt derzeit rund 300 Mitarbeiter. Das Unternehmen ging 2007 aus der Pfäffiker Muttergesellschaft Marenco hervor und hiess bis Januar 2018 Marenco Swisshelicopter. Seither firmiert es unter dem Namen Kopter. In Wetzikon betreibt die Gruppe eine Niederlassung («Facility»), wo die Ingenieursarbeit stattfindet. zo
Das Konkurrenzprodukt des Marktführers Airbus heisst H125. Von dem Bestseller, mit dem unter anderem die Piloten der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega trainieren, verkaufte der europäische Luftfahrtkonzern zuletzt pro Jahr gut 160 Stück. Der Markt ist riesig: Laut den Prognosen von Airbus dürften in den kommenden 20 Jahren rund 22 000 neue Helikopter verkauft werden, der Löwenanteil davon entfalle auf leichte Maschinen.

