Wenn ein Arbeitnehmer der Ü50-Generation seine berufliche Beschäftigung verliert, muss ein allenfalls länger andauernder Bewerbungsprozess angestossen werden. Gerade bei hoch qualifizierten Berufsleuten sind die Hürden bis zu einer Anstellung bisweilen hoch. Ein gut genutztes Netzwerk kann bei der Stellensuche im Alter oftmals unterstützend wirken. Mentoring als Coaching- und Begleitmethode wird immer häufiger genutzt, um als Stellensuchender wieder im Arbeitsprozess Tritt zu finden.
An einer Veranstaltung des Wirtschaftsforums Wetzikon wurde die Idee des Mentorings thematisiert. Forumspräsidentin Sandra Elliscasis begrüsste am Mittwochabend im Kronen-Saal rund 60 Interessierte. « Über 55-jährige sind bei der Stellensuche oft stark benachteiligt » , sagte sie und bezog sich auf aktuelle Berichterstattungen in den Medien. Ziel der Veranstaltung sei jedoch nicht, schwarz zu malen. Es gelte vielmehr die Debatte darüber zu führen, wie dieser Herausforderung begegnet werden könne.
Wichtige Kooperation
Im ersten Teil der Veranstaltung äusserten sich drei Referenten zum Thema Mentoring, insbesondere über die Bedeutung eines gut genutzten Netzwerkes. Astrid Erdmann, Leiterin RAV Rüti, betonte, dass man nicht nur bei der Arbeitssuche auf ein gutes Netzwerk angewiesen sei. « Sie sind als Arbeitgeber für uns enorm wichtig » , sagte sie zu den Vertretern aus Gewerbe und Industrie.
Mario Frei, Leiter Mentoring beim Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, begleitet das Mentoring-Programm von Beginn weg. Dieses sei 2014 gestartet worden, habe damals rund 30 Mentorinnen und Mentoren, die in 50 Tandems Stellensuchende begleiteten, umfasst. Mittlerweile würden über 400 Mentoren ihr Knowhow 2000 Mentees zur Verfügung stellen.

