Man kennt solche Geschichten – oft begleitet von Bildern abenteuerlicher Szenen – aus dem Ausland: Da zweigt jemand von einem frei über der Strasse hängenden Kabel Strom ab, eine Gruppe Männer bohrt eine Ölpipeline an, ein Automobilist füllt an einer «Sprit»-Säule den Tank seines Wagens und fährt weg, ohne zu bezahlen. Keine Profidiebe, sondern normale Bürger bringen auf diese Weise Energiefirmen um ihr Handelsgut.
So etwas passiert auch in der energiemässig hervorragend versorgten, reichen Schweiz, wie ein aussergewöhnlich seltener Fall aus der Region zeigt. Ein Mann hatte über Monate hinweg Strom bezogen, ohne dem Stromlieferanten etwas dafür zu berappen.
Wie Untersuchungen ergaben, machte er dies, indem er etwa dreimal die mit Plomben gesicherte Abdeckung des Prepaid-Stromzählers im Keller seines Hauses entfernte und anschliessend die in seine Wohnung führenden Drähte mit den Drähten der Stromzufuhr zusammenschloss. Sprich: Er überbrückte den Zähler und konnte so Strom beziehen, ohne dass es dem lokalen Elektrizitätswerk, das den Strom lieferte, möglich war, diesen Strom zu erfassen oder abzustellen.
Ein finanzieller Riesenflop
Für diese Tat, die sich zwischen Ende 2016 und Anfang 2018 ereignete, wurde der Mann nun kürzlich von der Staatsanwaltschaft See/Oberland per Strafbefehl verurteilt. Wegen «mehrfacher unrechtmässiger Entziehung von Energie mit Bereicherungsabsicht» fasste der heute 65-Jährige eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 30 Franken.

