Wann wird der Verbrennungsmotor Geschichte sein?
Stefan Aufdereggen: Nie. Oder anders gesagt: Erst dann, wenn es keine Kohlenwasserstoffverbindungen mehr gibt (lacht). Der Treibstoffverbrauch wird aber stark zurückgehen. Weniger in der Luftfahrt, da man mit den heutigen Elektroantrieben noch nicht die erforderliche Energiemenge aufbringt, um ein Flugzeug länger als eine halbe Stunde in der Luft zu halten. Aber im PW-Bereich rechne ich fest damit, dass der Verbrennungsmotor vollständig durch Elektromotoren und andere Antriebstechnologien abgelöst wird.
Wie sieht es im Nutzfahrzeugbereich aus?
Das hängt von der Transportdistanz ab. Unter 400 Kilometern wird sich der Elektroantrieb auf der Strasse durchsetzen. Bei Fahrzeugen, die zwischen 400 und 800 Kilometern am Tag zurücklegen, ist der Verbrennungsmotor dem Elektromotor zurzeit noch überlegen. Das wird sich auch so bald nicht ändern, es sei denn, es gibt einen technologischen Quantensprung in der Speicherung von elektrischer Energie.
E-Force One hat sich der Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge verschrieben. Warum gerade dieses Segment?
E-Force One gibt es seit 2012. Gründer und Investor Hansjörg Cueni hat schon damals erkannt, dass der Dieselmotor mittel- bis langfristig im Nahverkehr nicht überleben wird. Nun ging es darum, eine Alternative zu finden, um Nutzlast auf die Strasse zu bringen. Deswegen hat er in das Unternehmen investiert.
Name: Stefan Aufdereggen
Geburtsjahr: 1968
Beruf: Geschäftsführer der E-Force One AG
Erlernter Beruf: Dipl. Masch. Ing. FH, MBA
Hobbys: Outdoor-Winter- und Sommersport (MTB, Skitouren Alpin und Ski Nordisch)
Zivilstand/Kinder: geschieden, drei fast erwachsene Kinder
Wohnort: Stans NW
Wer sind Ihre Kunden?
Solche, die rechnen können. Wer in der Schweiz bis zu 200 Kilometern am Tag zurücklegt, kommt auf eine Jahresleistung von etwa 50’000 Kilometern. Bei einem 40-Tonnen-Sattelschlepper macht das 50’000 Franken an LSVA. Diese Abgabe entfällt vollständig, wenn das Fahrzeug einen Elektroantrieb hat. Zu unseren Kunden gehören aber auch Behörden und Kommunen, etwa dort, wo die Zufahrt zum Stadtzentrum für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verboten ist. Wir elektrifizieren auch die Abfallentsorgung oder die Strassenreinigung. Kunden wie Pistor, Lidl oder Coop sind «early adapters», die von alternativen Antriebstechnologien überzeugt sind.

