Töss-Flutwelle: «Solche Phänomene treten jedes Jahr auf»
Das Video, das auf Youtube kursiert, zeigt die Ausmasse, welche die Flutwelle am Freitagnachmittag in Zell annahm:
(Quelle: Swissstorms/youtube)
Züriost unterhielt sich mit Dominik Bonderer, Leiter Kommunikation beim kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel), über das Phänomen.
Welche Daten können Sie uns über die Flutwelle in der Töss geben?
Dominik Bonderer: Die Flutwelle trat nach 15 Uhr im Oberlauf der Töss auf und erreichte hier eine Höhe von rund 130 Zentimetern. Rund zweieinhalb bis drei Stunden später kam sie in Winterthur an, wo sie noch eine Höhe von 50 bis 60 Zentimetern erreichte. Wir haben keine Kenntnis über Schäden.
Wie entsteht eine Flutwelle solchen Ausmasses?
In diesem Fall durch starke, isolierte Gewitterniederschläge im Einzugsgebiet des Oberlaufs der Töss.
Gab es in der Vergangenheit vergleichbare Fälle in der Region Zürcher Oberland/Winterthur?
Erfahrungsgemäss treten solche Phänomene im Kanton Zürich jedes Jahr auf.
Braucht es in solchen Fällen spezielle Vorkehrungen oder Frühwarnsysteme des Awel?
Solche Flutwellen sind nicht aussergewöhnlich. Wichtig ist das richtige Verhalten bei Gewittern: Aufenthalt an Gewässern vermeiden, denn Flutwellen können sehr plötzlich und überraschend auftreten, vor allem, wenn sich die Gewitter im Einzugsgebiet des Oberlaufs entladen.
Ein Vorwarnsystem für solche Kurzfristereignisse gibt es nicht, da diese örtlich nicht genügend genau vorhergesagt werden können. Meteo Schweiz gibt deshalb generelle Warnungen heraus, wenn eine Wetterlage vorherrscht, bei der sich derartige Gewitterzellen bilden können. Diese sind Voraussetzung, dass solche Flutwellen, auch Flashfloods genannt, entstehen können.
Wie baut sich eine Flashflood wieder ab?
Die Flutwelle baut sich im Verlauf ihres Abflusses von selbst zurück.
