Wila will keine Verhandlungen für gemeinsame Schule mit Turbenthal
Eine klare Botschaft
Die Idee einer Kreisschule passt nicht in die Pläne des Wilemer Souveräns. Er hat die Initiative von Marianne Kleber abgelehnt. Zuspruch gab es nur von Turbenthalern.
Für die Wilemer Stimmbevölkerung ist klar: Ein Zusammenschluss der Schulen von Wila und Turbenthal kommt nicht infrage. Sie lehnten die Initiative von Marianne Kleber ab, die gefordert hatte, ebendiese zu prüfen. 61,4 respektive 60,2 Prozent betrug der Nein-Anteil der Primar- und Sekundarschulgemeinde. Die Stimmbeteiligung lag jeweils bei knapp 45 Prozent.
Ein hauchdünnes Ja resultierte lediglich von den wenigen Turbenthaler Stimmberechtigten, die wegen der ausstehenden Bereinigung der Schulgrenzen noch der Wilemer Primarschulgemeinde angegliedert sind. Bei einer Stimmbeteiligung von knapp 57 Prozent legten von ihnen 35 ein Ja in die Urne, 34 ein Nein.
Marianne Kleber lässt sich von diesem Ergebnis aber nicht entmutigen. Sie hätte sich zwar gewünscht, dass die Initiative dazu genutzt wird, über die Herausforderungen bei der Schule zu sprechen. «Es wäre eine Chance gewesen, um über die Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten», sagt sie am Sonntagnachmittag.
Die hohe Stimmbeteiligung ist für sie jedoch ein Zeichen, dass das Thema in Wila bewegt. «Zuerst hatte ich Angst, dass die Leute nicht abstimmen. Aber es scheint, dass ich mit der Initiative einen Nerv getroffen habe.»
Sie habe von vielen Bekannten mit kleinen Kindern Rückmeldungen erhalten, die sich einen anderen Ausgang der Abstimmung erhofft hatten. Entsprechend spricht Kleber von einem Achtungserfolg. Sie ist überzeugt, dass das Thema in Wila weiter beschäftigen wird – egal, in welcher Form.
Schulen wollen mehr Klarheit
Kurz nachdem die Resultate bekannt waren, haben Primarschulpräsidentin Sandra Siepmann (parteilos) und Sekundarschulpräsident Josua Spörri (parteilos) ein gemeinsames schriftliches Statement abgegeben.
Die beiden sind sich einig, dass das Ergebnis voraussehbar war. Sie äussern ihre Überzeugung, dass die Initiative zum falschen Zeitpunkt lanciert wurde. Sie erwähnen die vielen Unklarheiten, die noch bestehen. Einerseits, weil der Winterthurer Bezirksrat bei der Prüfung einer Turbenthaler Einheitsgemeinde einen Marschhalt verordnet hat.
Und auch, weil noch offen ist, wie es mit der Grenzbereinigung zwischen den Primarschulgemeinden von Turbenthal und Wila weitergeht. Denn gegen den bezirksrätlichen Entscheid, die Grenzen anpassen zu müssen, ist ein Rekurs hängig.
Für Siepmann und Spörri steht deshalb fest: Es braucht Klarheit über den Ausgang beider Entscheide.
«Vorher werden die beiden Schulpflegen in Wila keine weiteren Schritte über eine allfällige Zusammenführung der Schulen von Wila und Turbenthal unternehmen.»
«Wila wünscht den Alleingang»
Das Ergebnis aus Wila ist ein Schuss vor den Bug der Primarschule Turbenthal. Von ihr stammt die Vision einer Kreisschule Mittleres Tösstal, die neben der Sekundarschule Turbenthal-Wildberg auch die Wilemer Schulen beinhalten würde. Die Prüfung einer solchen Grossschulgemeinde hatten die Turbenthaler im Frühling genauso befürwortet wie eine mögliche Einheitsgemeinde.
Primarschulpräsident Ueli Laib (parteilos) bedauert deswegen, dass die Initiative keine Mehrheit erreicht hat. Trotzdem ist er froh, dass das Ergebnis deutlich ausgefallen ist. Ein Ja bei der einen Wilemer Schulgemeinde und ein Nein bei der anderen hätte das Thema in seinen Augen verkompliziert. «Jetzt ist klar, dass Wila den Weg vom Alleingang wünscht», sagt er.
Völlig überraschend ist das für ihn nicht, hatte Wila doch bereits 2022 eine Vorlage für eine Einheitsgemeinde mit Turbenthal abgelehnt. Der Fokus auf die Eigenständigkeit hat für ihn damals wie heute etwas zu kurz kommen lassen: die Zukunft der Schule.
Es seien keine Perspektiven aufgezeigt worden, meint Laib. «Man fragte sich nie, was es für eine gute Schule braucht.» Eine Frage, die für Turbenthal nach dem Entscheid in Wila und der Befürwortung der Fusionspläne von Wildberg mit Pfäffikon umso zentraler ist.
In einem nächsten Schritt müsse abgeklärt werden, welche Möglichkeiten es gebe, sagt Laib. Dafür sei zentral, dass es Gespräche mit allen betroffenen Gemeinden gebe. «Das ist der einzig sinnvolle Weg.»