Gesellschaft

Wie viel Erde braucht ein Baum?

Damit Bäume gross, alt und wertvoll werden können, brauchen sie genügend Platz für ihre Wurzeln. Was heisst das genau?

Wie viel Erde braucht ein Baum?

Biodiversität im Siedlungsraum

Damit Bäume gross, alt und wertvoll werden können, brauchen sie genügend Platz für ihre Wurzeln. Was heisst das genau?

Bäume sind wertvoll. Sie spenden Schatten, verdunsten Wasser über ihre Blätter und mindern damit die sommerliche Hitze. Zudem bieten sie Tieren, Moosen und Flechten einen Lebensraum und sorgen dafür, dass wir Menschen uns wohlfühlen. Besonders wertvoll sind alte, grosse Bäume – vor allem in den Siedlungen.

Aber genau hier haben es die Bäume schwer. Meist ist der Platz begrenzt, und die Böden sind verdichtet. Das hat zur Folge, dass viele Bäume ihr Wachstum vorzeitig einstellen und kein hohes Alter erreichen. Sie vergreisen frühzeitig und müssen gefällt oder mit viel Aufwand gepflegt werden.

Je mehr Boden, desto mehr Schatten

Für den Platzbedarf eines Baums gilt folgende Faustregel: Pro Quadratmeter Projektionsfläche der Krone braucht der Baum wenigstens 0,75 Kubikmeter Wurzelraum mit guter Erde. Eine Pflanzgrube von 2 mal 3 Metern und einer Tiefe von 1,5 Metern bietet somit Platz für einen Baum, der im Hochsommer mittags rund 12 Quadratmeter Schatten spendet.

Das ist kein besonders grosser Baum. Zum Vergleich: Ein Vogelbeerbaum, einer der kleineren einheimischen Bäume, erreicht einen Kronendurchmesser von etwa 5 Metern; das ergibt eine Kronenprojektionsfläche von nicht ganz 20 Quadratmetern. Das heisst, die oben genannte Pflanzgrube würde nicht einmal einem Vogelbeerbaum genügend Platz bieten, damit er seine volle Grösse erreichen kann.

Die Krone einer ausgewachsenen Linde hat einen Durchmesser von etwa 15 bis 20 Metern, manchmal sogar mehr. Ein solch beeindruckender Baum benötigt einen Wurzelraum von beinahe 240 Kubikmetern!

Da im heutigen dicht bebauten Siedlungsgebiet Platz die grösste Mangelware ist, wird vermehrt versucht, einzelne Pflanzgruben unterirdisch zu verbinden. So hat jeder Baum mehr Raum zur Verfügung; es können «Wurzelkorridore» entstehen.

Baum an einer Strasse
Die bewachsene Baumgrube und die Sickerfläche des Trottoirs lassen genügend Wasser zu den Wurzeln durchdringen. 

Wenn wir Bäume wollen, die uns dereinst viel Schatten spenden und Vögel wie auch Insekten beherbergen, dann müssen wir ihnen von Anfang an genügend Platz bieten – und zwar nicht nur oberirdisch, sondern vor allem auch unterirdisch.

Einige Tipps

Wählen Sie einen einheimischen Baum, der zum über- und unterirdischen Platzangebot passt.

Die beste Pflanzzeit für Bäume ist im Frühling vor dem Blattaustrieb oder im Herbst.

Es gelten folgende Grenzabstände (ab Stammmitte bis zur Grenze): Waldbäume und grössere Zierbäume: 4 Meter; Hochstammobstbäume: 2 Meter; Sträucher bis zu einer Höhe von 2 Metern: 0,5 Meter.

Falls kein natürlicher Boden zur Verfügung steht, muss ein gutes Baumsubstrat verwendet werden, das Wasser und Nährstoffe speichert. Beigemischte Pflanzenkohle absorbiert Schadstoffe.

Weitere Infos im Merkblatt «Baumgruben mit Baumsubstrat 2.0» der Grün Stadt Zürich.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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