Wetziker Kult-Bar wird zum Edel-Italiener für Jedermann
Das erste, das einem auffällt ist das viele Holz und die warmen Farben. « Wir wollten eine Atmosphäre schaffen, in der sich Leute aus allen Schichten wohlfühlen » , sagt Erdal Büyükkaya, Geschäftsführer des « Allegrezza » in Oberwetzikon. Hochwertig, aber nicht « Schickimicki » , soll das Interieur wirken.
Büyükkaya, der mit « Mr. Pizza » in Wetzikon bereits ein erfolgreiches Geschäft betreibt, will im « Allegrezza » einerseits seine bestehenden Kunden für etwas Neues begeistern, andererseits aber auch eine neue Kundschaft gewinnen. Zwar gibt es weiterhin eine Pizza-Karte, die Grundidee sei jedoch eine modern interpretierte Italienische Küche. « Ich wollte kein einfaches Konzept » , sagt er. Die Ausgangslage sei viel spannender. « Die Gäste hier interessieren sich stärker dafür, wie die Gerichte entstehen. »
Willkommene Corona-Pause
Die Küche bestehe aus klassischen mediterranen Gerichten, die er mit speziellen Techniken zubereite, sagt Chefkoch Giovanni Dell’Aquila. Zuvor arbeitete der Neapolitaner in verschiedenen Gault-Millau und Michelin-Restaurants. Er achte darauf, dass beim Kochen möglichst wenig Reste anfielen, sagt Dell’Aquila. « Die Rezepte sind alle selbst geschrieben und auch die Pasta und das Brot produzieren wir selbst » , betont Büyükkaya. « Alles Bio. »
Eigentlich wollte der 35-Jährige das Lokal mit den rund 70 Innenplätzen bereits vor einem Jahr eröffnen. Doch dann durchkreuzte die Pandemie seine Pläne. Im Nachhinein betrachtet, sei die Corona-bedingte Pause positiv gewesen, sagt Büyükkaya. « Sie hat uns die nötige Zeit gegeben. » Nur schon das Personal zu finden sei beispielsweise ziemlich anspruchsvoll gewesen.
Ins « Allegrezza» hat Büyükkaya viel investiert: « Viele sagten mir, ich sei grössenwahnsinnig, so etwas während Corona zu machen. » Um das Risiko etwas abzufedern, setzt er bei seinem Konzept auf verschiedene Pfeiler: Lieferdienst, Bar, Restaurant. « So hängt der Umsatz nicht nur von einer Säule ab. »
« Wetzikon ist meine Heimat »
Büyükkaya arbeitete früher als Qualitätsingenieur und bezeichnet sich selbst als Perfektionisten. Bei der Einrichtung hat er sich über jedes Detail Gedanken gemacht. Von der Höhe der Bar-Tische bis zur Farbe der Servietten. Zudem habe er mit Holz, Stein und Wasser Materialien verwendet, die der Mensch in seinem Urinstinkt als angenehm empfinde.
Diese Woche eröffnet er die Terrasse. Dann sei bald alles so wie er sich das vorstelle. Über das Ergebnis ist er sichtlich stolz. Spricht man ihn darauf an, strahlt er übers ganze Gesicht. « Ich komme aus einfachen Verhältnissen » , sagt der Geschäftsführer. « Ich wollte die Chancen nutzen, die man hier erhält. »
Das neue Restaurant dürfte auch das Zentrum Oberwetzikon wieder etwas stärker beleben. Nachdem die Okto-Bar wegen zu hoher Miete schliessen musste, stand das Lokal an bester Lage sechs Jahre lang leer. Heute sei die Miete fair, sagt Büyükkaya. Mit dem Pachtvertrag hat er sich für eine lange Zeit verpflichtet: Er läuft für 20 Jahre mit einer Verlängerungsoption von weiteren 10 Jahren. « Bis zu meiner Pensionierung » , sagt Büyükkaya und lächelt. « Wetzikon ist meine Heimat. »
Die Preise:
Kaffee Crème: 5 Franken
Stange: 5 Franken / Aperol: 9 Franken
Gemischter Sommer: 13 Franken
Vitello Tonnato: 27 Franken
Business-Lunch (3 Gänge): 55 Franken
Swiss Black Angus T-Bone Steak (800 Gramm): 139 Franken