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Wenn der Stress zum Gähnen ist

Die Olympiateilnahme empfindet sie als Ehre. Und Vera Looser weiss genau, welche Schlagzeile sie über sich lesen möchte.

Aller guten Dinge sind drei: Vera Looser startet zum dritten Mal an Olympischen Spielen.

Grafik: Jasmin Oberle/Foto: Christian Merz

Wenn der Stress zum Gähnen ist

Hinwiler Radfahrerin

Oberländer Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Olympischen Spielen geben Einblicke in ihren Alltag. Dieses Mal mit Vera Looser, die im Strassenrennen für Namibia startet.

Was sind Ihre ersten Erinnerungen an Olympia?

Ich schaute als Kind die Spiele im Fernsehen. Wir hatten damals aus Namibia immer Moutainbiker am Start.

Was bedeutet Ihnen die dritte Teilnahme an Sommerspielen?

Es ist noch immer eine Ehre, schliesslich schaut ja die ganze Welt zu.

Was darf in Ihrem Reisegepäck nicht fehlen?

Natürlich die Velos. Ich nehme zwei mit.

Worauf freuen Sie sich besonders?

Auf den Vibe, diese wirklich spezielle Stimmung. Das letzte Mal in Japan konnte man das Ganze wegen Corona nicht so geniessen.

Was machen Sie als Letztes unmittelbar vor jedem Wettkampf?

Ich bin immer am Gähnen. Mir ist nicht klar, wieso ich mir das angewöhnt habe. Es dürften meine Nerven sein, da ich wohl nicht richtig atme so kurz vor dem Start, weil ich unter Stress stehe.

Welche Schlagzeile möchten Sie gerne über sich lesen?

(Lacht.) Unerwarteter Sieg an Olympia.

Wer ist Ihr grösster Fan?

Wahrscheinlich ich selbst.

Und wer Ihr schärfster Kritiker?

Mein Mann Konny.

Worauf müssen Sie während Ihres Aufenthalts in Paris verzichten?

Auf den Rotwein.

Wie gut können Sie sich auf Französisch verständigen?

Überhaupt nicht (lacht).

Was fällt Ihnen beim Stichwort Frankreich ein?

Die Tour de France. Ich schaue sie mir jeweils als Weiterbildung an.

In welcher olympischen Sportart sind Sie am wenigsten talentiert?

Wahrscheinlich im Tennis. Meine Ball-Schläger-Koordination ist nicht so der Hit.

An welchen Wettkämpfen in Paris möchten Sie als Zuschauerin im Stadion dabei sein?

Also sicher beim Mountainbike, da ich da die Leute kenne. Und bei rhythmischer Gymnastik.

Welches Souvenir werden Sie mit nach Hause nehmen?

Es gibt an Olympia immer eine Decke. Die sind noch cool. Ich habe schon eine Kollektion.

Der Kurs in Paris liegt ihr besser als jener in Tokio

Vera Looser nimmt zum dritten Mal an den Olympischen Spielen teil. Sowohl bei ihrer Premiere in Rio de Janeiro 2016 als auch bei den Spielen 2021 in Japan bestritt die 30-Jährige das Strassenrennen. Beide Male erreichte Looser das Ziel nicht. Allerdings aus unterschiedlichen Gründen. In Brasilien wurde die mit dem unlängst zurückgetretenen Hinwiler Bike-Profi Konny Looser verheiratete Fahrerin zusammen mit anderen aus dem Rennen genommen, da der Abstand zum Feld zu gross geworden war. In Japan wiederum schaffte es Looser wie erhofft in die Fluchtgruppe, aus der später die überraschende Olympia-Siegerin Anna Kiesenhofer hervorging. Die Parforce-Leistung, die Hitze und der kräftezehrende Parcours forderten hingegen von der Wahl-Oberländerin letztlich ihren Tribut.
Die Olympia-Strecke in Paris ist mit 158 km rund 20 km länger als jene in Japan. Dafür aber müssen die Fahrerinnen am 4. August viel weniger Höhenmeter absolvieren, was Looser entgegenkommt. «Der Kurs liegt mir eigentlich recht gut», ist sie überzeugt. Mit welchem Ziel vor Augen sie antritt? Das wird sich erst kurz vor dem Start weisen. «Aber man muss sowieso ja immer einen Plan A, B und C haben.»
Looser ist zwar schon immer zweigleisig gefahren – also auf der Strasse und im Gelände. Ihre grössten Erfolge holte sie in den vergangenen Jahren aber mit dem Mountainbike. Sie gewann 2023 das prestigeträchtige Mehretappenrennen Cape Epic und hat auf der Langdistanz schon zwei Weltcup-Rennen für sich entschieden. In der Marathondisziplin führt sie zudem die Weltrangliste an. (ome)

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